Di., 13.02.2018

Ehemaliger Polizeichef wird für vielfältiges Engagement ausgezeichnet Klaus Stalze ist neuer Titgenbürger

Verleihung des Titgenburger Schildes beim Warburger Meisterfrühstück (von links): Karl-Heinz Beine, Norbert Senges, der neue Schildträger Klaus Stalze, Franz Freitag, Fritz Gleibs und Vorsitzender Michael Hendker.

Verleihung des Titgenburger Schildes beim Warburger Meisterfrühstück (von links): Karl-Heinz Beine, Norbert Senges, der neue Schildträger Klaus Stalze, Franz Freitag, Fritz Gleibs und Vorsitzender Michael Hendker. Foto: Ulrich Schlottmann

Von Ulrich Schlottmann

Warburg (WB). Das traditionelle Meisterfrühstück des Meister- und Gewerbevereins war in diesem Jahr eine einzige Liebeserklärung an Warburg. Erst forderte Büttenredner Raimund Busch alias DJ Ötzi, einen Stern nach Warburg zu benennen, dann gab der neue Schildträger Klaus Stalze im Stil von Donald Trump die Parole aus: Warburg voraus!

Ansichts von so viel Lokalpatriotismus aus dem Munde von Klaus Stalze sah Michael Hendker, Vorsitzender des Meister- und Gewerbevereins, die Wahl des Vorstandes vollauf bestätigt: »Wer sich so mit seiner Heimatstadt identifiziert, der muss einfach Titgenbürger werden!«

In Warburg leben wie im gelobten Land

Der ehemalige Warburger Polizeichef ist mit der Verleihung des Titgenburger Schildes für sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement geehrt worden. Laudator Fritz Gleibs rief in Erinnerung, dass der 66-jährige Jäger und Imker nicht nur Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins ist, sondern auch auf eine langjähriges verantwortliches Mitwirken im Schützenverein sowie im Pfarrgemeinderat und im Kirchenvorstand zurückblicken kann. Zu den vielen zeitraubenden Hobbys sei jetzt auch noch die böllerfreie Innenstadt hinzugekommen, sagte Gleibs, dessen Laudatio in der Feststellung mündete: »Warburg kann auf solche Kaliber, wie Du es bist, wahrhaftig stolz sein!«

So als wolle er diese Aussage bestätigen, zeigte sich der neue Titgenbürger der Auszeichnung in seiner mit großen Applaus bedachten Dankesrede mehr als würdig: »Du bist unsere Heimat, Stadt am Diemelstrand, hier lässt es sich leben, fast wie im gelobten Land!«, reimte der Geehrte, der im historischen Kostüm des Neustädter Bürgermeisters Albert von Rhoden, dem Mitunterzeichner der Vereinigungsurkunde von Alt- und Neustadt, auftrat.

Hartmut Börnecke in der Bütt. Foto: Schlottmann

Bei aller Lobrede hatte die Ansprache von Klaus Stalze aber auch etwas Mahnendes, als er sich gegen miesmacherische Tendenzen wandte: »Es muss uns Titgenbürger nur gelingen, das Schöne zu erkennen und nicht wie die ewig Gestrigen durchs Leben zu rennen. Klagen lässt sich’s schnell, auch auf hohem Niveau, aber ist es bei uns denn in Wirklichkeit so?«

Fußball-patriotisch war der Einmarsch des Vorstandes zu Beginn des Meisterfrühstücks im Foyer des Pädagogischen Zentrums. Die weltmeisterliche Fußball-Fans lästerten dabei so richtig über die Niederländer und die Italiener ab, die bei diesjährigen WM in Russland nur Zuschauer sind. »Ja, leider seid ihr nicht dabei, Nulpen aus Amsterdam!« hieß es in dem kleinen Schmähliedchen. Und an die Italiener gewandt: »Lasst die Köpfe doch nicht hängen, trinkt ein lecker Gläschen Wein. Doch zur nächsten Quali müsst ihr wieder nüchtern sein«.

»Einen guten Roten erkennt man am Abgang«

Zeremonienmeister Franz Freitag machte dann seinem Ruf als Stimmungskanone wieder alle Ehre und er zeigte, dass er seinen zweiten Vornamen »Diskretion« Gott sei Dank völlig zu Unrecht trägt. Was er über den Klavierunterricht des Bürgermeisters und Autopannen des Ortsheimatpflegers zu berichten wusste, hatte mit Diskretion nun wirklich nichts zu tun – aber es war lustig.

Schön war auch seine Bewertung der Koalitionsverhandlungen, der er im Gegensatz zu vielen anderen als vollen Erfolg ansieht: »1. Merkel bleibt Kanzlerin, 2. die Straßenverkehrsordnung bleibt in Kraft, 3. Deutsch bleibt Amtssprache, 4. draußen gibt’s weiterhin nur Kännchen – was wollen wir denn sonst noch?« Auch für den abgetretenen Marin Schulz hatte Franz Freitag nur Lob: »Einen guten Roten erkennt man am Abgang.«

Ein Stern für Warburg. Foto: Schlottmann

Goldene Sterne mit der Aufschrift Warburg verteilte Raimund Busch unter den Anwesenden, bevor er DJ Ötzis Hit »Ein Stern, der deinen Namen trägt« trällerte. »Überall ist der Name Warburg zu lesen, nur am Firmament fehlt er noch«, meinte Busch, der mit seiner Gesangeinlage zwar nicht immer die Töne, aber bestimmt die Stimmungslage der Feiernden traf.

Politisch wurde es dann mit Hartmut Börnecke in der Bütt. Die Lage in Deutschland und der Welt, die er treffend und bissig beschrieb, endet in dem Refrain »Alles ändert sich, wie wahr, nur Frau Merkel, die bleibt da!«

Formel-1-Stadtparcours in Warburg

Herrlich war auch die Schilderung einer Begegnung von Bürgermeister Michael Stickeln und Rennfahrer Niki Lauda, den er in breitem österreichischen Dialekt lobend über den barrierefreien Umbau, insbesondere die Spitzkehre am Haus Becker, sprechen ließ. Lauda schlug vor, ähnlich wie in Monaco, einen Formel-1-Stadtparcours in Warburg zu schaffen. Wenn noch nicht genügend Schikanen vorhanden seien, dann müsse Planer Anton Volmer beauftragt werden, weitere einzubauen.

Auch musikalisch hatte das Meisterfrühstück einiges zu bieten. Neben Raimund Busch sangen auch Winni Volmert und Norbert Senges, und eine Gruppe der Stadtorchesters um Olaf Krane spielte unter anderem das Lied »Am Strande von Rio«, dem die Feiernden Meister und Gesellen auch in Abwesenheit von August Piel­sticker stimmliches Volumengaben.

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