Do., 17.05.2018

Stadt und Klinikum ehren aus Warburg stammenden Neurologen Weg erinnert an Oppenheim

Klinikgeschäftsführer Christian Thiemann zeigt hier das Straßenschild, das an zwei Stellen des Verbindungsweges zwischen Petri-Stiege und Hüffertstraße angebracht wird. Erinnert wird damit an den bedeutenden Neurologen Hermann Oppenheim.

Klinikgeschäftsführer Christian Thiemann zeigt hier das Straßenschild, das an zwei Stellen des Verbindungsweges zwischen Petri-Stiege und Hüffertstraße angebracht wird. Erinnert wird damit an den bedeutenden Neurologen Hermann Oppenheim. Foto: Schlottmann

Von Ulrich Schlottmann

Warburg (WB). Zu Ehren des aus Warburg stammenden Neurologen Hermann Oppenheim heißt der Verbindungsweg zwischen Petri-Stiege und Hüffertstraße künftig »Hermann-Oppenheim-Weg«. Die Enthüllung des Straßenschildes wird am Freitag, 25.Mai, um 11 Uhr im Rahmen eines öffentlichen Festaktes vorgenommen.

Die Initiative zur Benennung des Weges nach Oppenheim geht von Prof. Dr. Heiko Bewermeier aus. Der gebürtige Warburger, Abiturient des Marianum, war bis zu seiner Pensionierung viele Jahre Chefarzt einer Klinik für Neurologie in Köln und arbeitet seit einigen Jahren als Neurologe im Klinikum Warburg. Neben Bewermeier werden bei dem Festakt Prof. Axel Karenberg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nervenheilkunde, Bernd Huesmann, Vorsitzender des Ehemaligen- und Fördervereins des Gymnasium Marianum, sowie Bürgermeister Michael Stickeln und Klinikgeschäftsführer Christian Thiemann sprechen.

Oppenheim legte 1877 das Abitur am Marianum ab

Der Warburger Hermann Oppenheim (1851 - 1919), der aus einer religiösen jüdischen Familie stammt, legte 1877 das Abitur am Marianum ab, um danach Medizin zu studieren. Danach begann eine glänzende medizinische Karriere. Die ganz große wissenschaftliche Anerkennung blieb ihm allerdings versagt. So hat er zeitlebens darunter gelitten, dass ihm eine Professur an der Berliner Charité – wohl vor dem Hintergrund antisemitischer Tendenzen im Kaiserreich – versagt blieb und er den Gipfel einer akademischen Karriere nicht erreichte.

Auch fachlich war er umstritten. So wurde seine 1889 publizierte These von traumatischen Neurosen von Fachkollegen stark attackiert. Diese Theorie besagt, dass Unfälle, die das Gehirn und das Rückmark betreffen, funktionell-psychische und zum Teil auch neurologische Störungen auslösen. Diese These hat sich wissenschaftlich nicht durchsetzen können. Viele von Oppenheims Gedanken flossen allerdings in die Theorie der posttraumatischen Belastungsstörung ein. Unter den beruflichen Zurückweisungen, die er selbst antisemitischen Einstellungen zuschrieb, hat der Mediziner dauerhaft gelitten und eine große Empfindlichkeit und Verletzlichkeit entwickelt.

Titularprofessor mit eigener Praxis in Berlin

Als Titularprofessor mit eigener Praxis war er allerdings sehr erfolgreich. Er wurde in Berlin ein angesehener und finanziell erfolgreicher Nervenarzt und Wissenschaftler.

Bahnbrechend war seine Zusammenarbeit mit den frühen Berliner Neurochirurgen zum Ende des 19. Jahrhunderts. Er gilt heute als Wegbereiter einer modernen Neurologie und Pionier der Neurochirurgie.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5747122?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F