Do., 12.07.2018

Schüler des Marianum organisieren Podiumsdiskussion mit Experten Ist der Wolf in NRW willkommen?

Podiumsdiskussion in der Aula des Marianum (von links): Ortrun Humpert, Schulleiter Frank Scholle, Friederike Wolff, Biologielehrer Hans Jurczyk, Thomas Pusch, Sophie Ehle, Gregor Klar und Benedikt Kriwet.

Podiumsdiskussion in der Aula des Marianum (von links): Ortrun Humpert, Schulleiter Frank Scholle, Friederike Wolff, Biologielehrer Hans Jurczyk, Thomas Pusch, Sophie Ehle, Gregor Klar und Benedikt Kriwet. Foto: Michaela Weiße

Von Michaela Weiße

Warburg (WB). Einige Neuntklässler des Gymnasiums Marianum in Warburg haben im Rahmen einer Projektwoche zur biologischen Vielfalt eine Podiumsdiskussion vorbereitet. Vier Experten standen den Schülern zum Thema »Rückkehr des Wolfes« Rede und Antwort.

»Der Wolf ist das Thema unseres Beitrages für den Wettbewerb ›Zukunft der Schule‹«, sagt Schulleiter Frank Scholle. So hatten sich die Schüler intensiv mit dem wilden Tier auseinandergesetzt und gemeinsam mit Biologielehrer Hans Jurczyk eine Diskussionsrunde vorbereitet. Um ein breites Spektrum an Perspektiven auf die Rückkehr des Wolfes abzubilden, holten sich die Schüler folgende Experten auf das Podium: Ortrun Humpert (Vorsitzende des Schafzuchtverbandes NRW und der Schafzüchtervereinigung NRW Löwendorf), Gregor Klar (Referatsleiter für Naturschutz und Weiterbildung im Landesjagdverband NRW), Friederike Wolff (Wolfsberaterin des Kreises Höxter) sowie Thomas Pusch (Sprecher des Landesfachausschusses Wolf des Nabu in NRW).

Weltweit 170.000 Wölfe

Bevor die Podiumsdiskussion startete, führten zwei Schülerinnen in das Thema ein. Sie berichteten, dass weltweit 170.000 Wölfe leben. »In Deutschland waren sie 150 Jahre ausgerottet und wurden erstmals im Jahr 2000 wieder gesichtet. Derzeit gibt es rund 35 Wolfsfamilien in Deutschland«, so die Schüler. Doch können die Wölfe für den Menschen zur Gefahr werden? Diese Frage stellten die beiden Schüler Sophie Ehle und Benedikt Kriwet, die die Podiumsdiskussion moderierten, an die Experten. »Wilde Wölfe sind scheue Tiere und meiden den Menschen«, erklärte Wolfsexpertin Friederike Wolff. Dies sei auch der Grund, warum es nur selten Begegnungen von Mensch und Wolf gebe. »Sie riechen den Menschen«, erklärte die Expertin. Daher würden Wölfe eher von Autofahrern als von Spaziergängern gesichtet.

Anders ist es, wenn Wölfe angefüttert werden und sich so an den Menschen gewöhnen, so Friederike Wolff. Angesprochen auf den Wolfsangriff auf zwei Kinder in Polen vor zwei Wochen, berichtete die Wolfsberaterin, dass der Verdacht bestehe, dass auch dieses Tier an den Mensch gewöhnt war und somit seine Scheu vor ihm verloren hatte. Ein Hinweis, dass es sich bei dem Tier um einen in Gefangenschaft lebenden Wolf handelte, seien seine abgeschliffenen Zähne und Krallen gewesen.

Wolf durch Verordnung der Europäischen Gemeinschaft geschützt

Weniger für den Menschen als viel mehr für die Nutztiere stellt der Wolf eine Gefahr dar. Ortrun Humpert berichtete unter anderem über verschiedene Schutzmaßnahmen, die es für Schafe und andere Nutztiere gibt. Eine Maßnahme, über die zwei Schülerinnen auch einen kurzen Vortrag hielten, ist der Herdenschutzhund. Thomas Pusch wies auf unterschiedliche Zauntypen hin.

Auch die juristische Seite wurde beleuchtet. So berichtete eine Schülerin in ihrem Vortrag, dass das Bundesnaturschutzgesetz Landesministerien und Landratsämtern verbiete, Wölfe zu erschießen. Jagdgenehmigungen seien Ländersache, so die Referentin. Der Wolf sei durch eine Verordnung der Europäischen Gemeinschaft geschützt und dürfe nur in letzter Instanz getötet werden. Hier sei auch die Politik gefordert, sich mit diesem Thema zu befassen, erklärte Gregor Klar.

Einig waren sich die Experten darüber, dass der Wolf eine Chance verdient habe und er zu einer funktionierenden Artenvielfalt gehöre.

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