Fr., 13.07.2018

Lisel Schulze-Neuhoff feiert ihren 100. Geburtstag Lebensfreude im hohen Alter

Das Geburtstagskind im Kreis der Familie (vorne von links): die Witwe des Neffen, Renate Weselau, Tochter Irmgard Haack, Lisel Schulze-Neuhoff, Sohn Hubertus Schulze-Neuhoff mit Ehefrau Rita Albright und (hinten von links) Silvia und Carsten Haack (Enkel), Susanne Schulz und Jörg Schulze-Neuhoff (Enkel). Auf dem Bild fehlen die Urenkel Miguel Haack und Robin Schulz.

Das Geburtstagskind im Kreis der Familie (vorne von links): die Witwe des Neffen, Renate Weselau, Tochter Irmgard Haack, Lisel Schulze-Neuhoff, Sohn Hubertus Schulze-Neuhoff mit Ehefrau Rita Albright und (hinten von links) Silvia und Carsten Haack (Enkel), Susanne Schulz und Jörg Schulze-Neuhoff (Enkel). Auf dem Bild fehlen die Urenkel Miguel Haack und Robin Schulz. Foto: Hoffmann

Warburg/Lichtenau (aho). Das war eine Geburtstagsfeier ganz im Sinne von Lisel Schulze-Neuhoff. Familie, Verwandte und Freunde waren in das Gasthaus Engemann in Lichtenau-Kleinenberg gekommen, um mit ihr ihren 100. Geburtstag gebührend zu zelebrieren.

»Meine Mutter ist eine sehr gesellige Frau und hat einen sehr großen Freundeskreis«, berichtete die Tochter der Jubilarin, Irmgard Haack.

Bis April dieses Jahres hatte Lisel Schulze-Neuhoff noch in Kleinenberg gewohnt, zuletzt bei ihrer Tochter, jetzt hat sie ein Zimmer im Haus Phoebe in Warburg-Rimbeck. »Dort fühlt sie sich sehr wohl«, erklärte Irmgard Haack. Sie zitierte ihre sehr rüstige und agile Mutter, die vor dem Umzug zu ihr sagte: »Bei dir ist ja nichts los.«

Glückliche Kindheit in Mecklenburg-Vorpommern

Am 12. Juli 1918 erblickte Lisel Schock das Licht der Welt in Malchin (Mecklenburg-Vorpommern). Dort verbrachten sie und ihr Bruder Werner eine glückliche Kindheit und Jugendzeit. Lisel Schock war als Haustochter in Dessau tätig und später im Büro des Landratsamtes.

Auf der Hochzeit des Bruders lernte Lisel Schock den Bruder der Braut, Karl-August Schulze-Neuhoff, kennen. Bereits 1942 wurde geheiratet. Erst kam Tochter Irmgard und zwei Jahre später Sohn Hubertus zur Welt. Durch den zweiten Weltkrieg wurden sie aus ihrer Heimat vertrieben und kamen nach Bonenburg. Karl-August Schulze-Neuhoff erhielt eine Anstellung als Forstamtmann und die Familie bewohnte nun das Forsthaus auf der Regentenhöhe in Bonenburg.

Dort wurde auch Sohn Rüdiger geboren, der aber mit 19 Jahren an Leukämie verstarb. Eine schwere Zeit für die Familie in der Einsamkeit des Waldes. Mitte der 1960er Jahre siedelten die Schulze-Neuhoffs nach Kleinenberg über. Lisels Ehemann Karl-August konnte nach einem Unfall die Arbeit in Bonenburg nicht mehr machen und fand ein leichteres Amt im Paderborner Bezirk. »Unserer Mutter hat es dort viel besser gefallen, da war einfach mehr los«, erinnerte sich Irmgard Haack. Lisel Schulze-Neuhoff baute sich einen neuen Freundeskreis auf und pflegte auch den alten: In Bonenburg hatte sie sich mit Freunden stets zum Rommé spielen getroffen. Das Ehepaar Schulze-Neuhoff reiste gern und viel. 1987 verstarb ihr Ehemann.

Schwerer Abschied vom Autofahren

Vor sieben Jahren bestand Enkelsohn Carsten Haack, ein Fahrlehrer, darauf, dass die Großmutter kein Auto mehr fahren sollte. »Daraufhin hat meine Mutter mit mir eine Woche nicht gesprochen«, erklärte Irmgard Haack, wie konsequent ihre Mutter sein kann. »Mutter fuhr sehr, sehr gern Auto. Sie lief nicht gern«, merkte Sohn Hubertus Schulze-Neuhoff an. Dass Lisel Schulze-Neuhoff nun ihren 100. Geburtstag feiern durfte, das hatte sie sich nie vorgestellt. Wenn es darum ging, ein neues Möbelstück oder einen neuen Teppich anzuschaffen, sagte sie: »Lohnt nicht mehr, ich sterbe sowieso bald.«

Vor drei Jahren starb ihr Neffe Peter Schock. Der Sohn ihres früh verstorbenen Bruders und dessen ebenfalls jung verstorbenen Ehefrau, war ihr sehr ans Herz gewachsen. »Für uns alle ist es traurig, dass unser Schocki nicht mehr dabei sein kann«, sagte Hubertus Schulze-Neuhoff. Doch das Leben geht weiter und es wurde noch sehr heiter. Für die Jubilarin war endlich einmal wieder etwas los.

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