Sa., 14.07.2018

16 Flüchtlinge starten Ausbildung zum Sozialassistenten Berufskolleg will Schwellen abbauen

Am 29. August beginnt für Omar Al Duks (19, links) die Ausbildung zum Sozialassistenten Schwerpunkt Heilerziehung. Dabei wird er von Marlon Müser (20) aus dem Oberkurs 1 sowie Lehrer und Schulleiter Hartmut Peter unterstützt.

Am 29. August beginnt für Omar Al Duks (19, links) die Ausbildung zum Sozialassistenten Schwerpunkt Heilerziehung. Dabei wird er von Marlon Müser (20) aus dem Oberkurs 1 sowie Lehrer und Schulleiter Hartmut Peter unterstützt. Foto: Verena Schäfers-Michels

Warburg (WB/vsm). Ein Pfeil aus bunten Keramikscherben wird ab dem kommenden Schuljahr zum Eingang des Theresia-Gerhardinger-Berufskollegs in Warburg-Rimbeck weisen. Am Donnerstag haben alle Gäste jeweils eine Scherbe aus dem Sammelsurium an zerschlagenen Fliesen ausgesucht und an die Wand geklebt. Anlass war der »Welcome-Tag«, zu dem die neuen Auszubildenden der Sozialpädagogik, Heilerziehungspflege und Sozialassistenz mit dem Schwerpunkt Heilerziehung eingeladen waren.

In diesem Jahr ist die Integration von jungen Geflüchteten ein Thema. Unter den Neulingen, die am 29. August ihre Berufsausbildung zum Sozialassistenten mit dem Schwerpunkt Heilerziehung beginnen, sind 16 junge Leute, die aus Afghanistan, Irak und Syrien geflüchtet sind.

Flüchtling, Lehrer und Azubi arbeiten zusammen

Inzwischen haben sie die dritte Sprachstufe B1 erreicht – beherrschen die deutsche Sprache also recht gut – und haben in Deutschland den Hauptschulabschluss erworben. »Sie haben sich auf den Weg gemacht und wir wollen dazu beitragen, die Hemmschwelle kleiner werden zu lassen«, sagt Schulleiter Hartmut Peter. Dem Fachkräftemangel, speziell im sozial-pflegerischen Bereich, soll mit dieser Maßnahme entgegengewirkt werden.

Um den Start zu erleichtern, sollen jeweils ein Geflüchteter, ein Lehrer und ein fortgeschrittener Auszubildender ein Terzett bilden. In diesem Team finden die Neulinge Unterstützung und Hilfe. Unter den Auszubildenden ist auch der 19-jährige Omar Al Duks, der vor dreieinhalb Jahren nach Deutschland kam. Die Patenschaft für ihn übernimmt Marlon Müser (20), der sich im OK 1 – dem Oberkurs – der Ausbildung befindet.

Geflüchtete für den sozial-pflegerischen Arbeitsmarkt

»Omar und ich kennen uns bereits aus der Flüchtlingsunterkunft in Warburg-Dössel, die ich häufig besuche«, erzählt Marlon Müser. »Das passte gut zusammen.« Zielsetzung des Projekts ist zunächst die Identifizierung von Qualifikationen und Potenzialen von Menschen mit Bleibeperspektive, um eine Integration von Geflüchteten in den sozial-pflegerischen Arbeitsmarkt anzubahnen.

Perspektivisch ergeben sich Möglichkeiten einer sich anschließenden Fachausbildung im Sozial- und Gesundheitswesen. Diese richtet sich an ungelernte Menschen mit Migrationshintergrund, die am Erwerbsleben im Sozial- und Gesundheitswesen beteiligt werden.

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