Do., 28.12.2017

Flüchtlingsarbeit in Willebadessen »Hilfsbereitschaft war sehr groß«

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Willebadessen (WB). Seit zwei Jahren kümmert sich die katholische Pfarrgemeinde St. Vitus Willebadessen um die ortsansässigen Flüchtlinge, überwiegend Familien mit Kindern. »Wenn auch die konkrete, regelmäßige Flüchtlingsarbeit nur von wenigen getragen wurde, so war doch die Hilfsbereitschaft sehr groß«, zieht Diakon Gellert, Kirchlicher Beauftragter für die Flüchtlingshilfe Willebadessen, ein erstes Fazit.

Viele Einzelpersonen, aber auch Vereine und Betriebe, die Grundschule und die Kindergärten hätten von Anfang an zu einer menschenwürdigen Willkommenskultur und zum Gelingen der Integration beigetragen, so Gellert.

Neben der Stadt Willebadessen, waren es laut der Flüchtlingshilfe Willebadessen auch immer wieder die AWO und die »Helfenden Hände« aus Peckelsheim, die die Flüchtlinge in Willebadessen tatkräftig unterstützt haben. »Inzwischen sind einige Flüchtlinge schon wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, andere nehmen an Sprach- und Integrationskursen teil oder sind berufstätig beziehungsweise absolvieren eine Ausbildung«, berichtet Diakon Gellert.

Situation in Willebadessen insgesamt positiv

Obwohl es bei der Flüchtlingsarbeit auch Enttäuschungen und Schwierigkeiten gegeben habe, so sei die Situation in Willebadessen insgesamt doch positiv zu sehen.

»Angesichts verschiedener Nachrichten über kriminelle ›Flüchtlinge‹ in Deutschland wie auch im übrigen Europa gibt es auch in Willebadessen Vorbehalte und Misstrauen gegenüber den Asylsuchenden. Davon abgesehen, dass Angriffe auf unsere Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, von wem auch immer, absolut nicht hinnehmbar sind und verhindert beziehungsweise strafrechtlich verfolgt werden müssen, darf deswegen aber auch nicht jeder Asylsuchende unter Generalverdacht gestellt werden. Wachsamkeit gegenüber Missachtung von Recht und Gesetz und gleichzeitig Offenheit gegenüber Hilfsbedürftigen, besonders um der Kinder willen, sind hier kein Widerspruch«, sagt Gellert.

Lebenshilfe und Seelsorge von der Kirche nicht vernachlässigt

Die Kirche habe über ihre Hilfe für Flüchtlinge hinaus zu keinem Zeitpunkt vergessen, dass sie für alle Menschen da ist, betont Gellert. Somit seien weder die Lebenshilfe, zum Beispiel durch die Caritas oder Diakonie, noch die Seelsorge durch die kirchliche Flüchtlingsarbeit vernachlässigt worden. Mittlerweile seien jetzt auch die Flüchtlinge in die Pflicht genommen und befähigt, sofern es ihnen rechtlich möglich ist, in Eigenständigkeit ihren Beitrag für die Gesellschaft und zur Integration zu leisten, wozu auch eine große Bereitschaft bestehe, erklärt Gellert.

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