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Fr., 14.04.2017

Elektronikkonzern spürt Wechselkurseffekte – Zuversicht für 2017 – zwei Firmenkäufe China bremst Phoenix Contact

»Einzigartig«: Vorstandschef Frank Stührenberg zeigt einen Systembaukasten mit Prüfsteckern und Steuerungselementen.

»Einzigartig«: Vorstandschef Frank Stührenberg zeigt einen Systembaukasten mit Prüfsteckern und Steuerungselementen. Foto: Oliver Schwabe

Von Edgar Fels

Blomberg (WB). Aufgrund von Wechselkurseffekten hat der Elektronikkonzern Phoenix Contact (15.000 Mitarbeiter)  sein für 2016 gestecktes Umsatzziel von mindestens zwei Milliarden Euro knapp verfehlt. Die Blomberger sind dennoch zufrieden. »Dieses Jahr überspringen wir die Marke«, sagte Frank Stührenberg, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Die Währungsabwertungen in China und Russland hätten das Geschäftsergebnis gedrückt, erklärte der 54-jährige Topmanager am Donnerstag. In China habe es bei gleichbleibenden Umsätzen ein Minus von sechs Prozent gegeben. Auch in den USA musste sich der erfolgsverwöhnte Hersteller von Klemmen, Steuerungselementen und Prüfsteckern mit einem Nullwachstum begnügen. 75 Prozent ihres Umsatzes machen die Blomberger im Ausland, 25 Prozent in Deutschland.

Unter dem Strich wuchs das Unternehmen, das den Maschinen- und Anlagenbau ebenso zu seinen Kunden zählt wie Unternehmen aus den Bereichen Verkehrs- und Energietechnik, statt sechs Prozent 3,2 Prozent auf 1,977 Milliarden Euro. Den Gewinn nannte Stührenberg »zufriedenstellend«, konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Stührenberg verwies aber darauf, dass Phoenix Contact seine Investitionen von 150 Millionen Euro sowohl für 2016 als auch für 2017 aus eigener Kraft stemme, ohne dafür Bankverbindlichkeiten eingehen zu müssen.

Aussichten sind gut

Für 2017 erwartet Phoenix ein Umsatzwachstum von 6,5 Prozent – dann wäre die Zwei-Milliarden-Euro-Marke geknackt. Die Aussichten sind gut. Im ersten Quartal lag das Plus zwölf Prozent.

Phoenix will in allen Bereichen wachsen. Am italienischen Standort in Mailand entstehen zusätzliche Vertriebs- und Schulungsräume, in Indien und Polen werden die Produktionskapazitäten erweitert. Am Standort Blomberg (4500 Mitarbeiter) wird für vier Millionen Euro das Labor auf 4000 Quadratmeter verdoppelt. Und am Standort Bad Pyrmont (1250 Mitarbeiter) wird im Mai das 30 Millionen Euro teure Technologiezentrum offiziell eröffnet.

Zu den Investitionen zählen aber auch Unternehmensbeteiligungen und Firmenzukäufe. In dieser Woche hat Phoenix Contact das taiwanesische Unternehmen Etherwan System (200 Mitarbeiter, davon 23 in den USA), ein Spezialist für industrielle Kommunikation, für eine zweistellige Millionensumme gekauft. Anfang April wurde Mauell Netzleittechnik (80 Mitarbeiter) aus Velbert zu 100 Prozent übernommen. Mauell gilt als Automatisierungsspezialist für Energienetze.

In neuen Geschäftsfeldern engagiert

Neben seinem Kerngeschäft ist Phoenix auch mehr und mehr in neuen Geschäftsfeldern engagiert. Über die Tochter Innovention Venture GmbH gibt es Minderheitsbeteiligungen an inzwischen vier Start-ups. Dafür stellen die Gesellschafter um die Familie Eisert einen Fonds in zweistelliger Millionenhöhe bereit.

Jüngst hat sich Phoenix Contact mit 23 Prozent am Berliner Start-up Smart Energie Management beteiligt. Die Firma ermöglicht mit einer Software eine energetische Überwachung von Gewerbeimmobilien in Echtzeit. Stührenberg: »Dadurch wird der Energieverbrauch bis auf die Geräteebene transparent.« Ein völlig neues Geschäftsfeld ist die 3-D-Drucker-Technologie Protiq. Hier können Kunden sich im Internet Teile »drucken« lassen. Der Umsatz liegt bei 100.000 Euro pro Monat.

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