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Fr., 16.06.2017

Sanierung bald beendet – künftig Veranstaltungsort? Große Pläne für die Falkenburg

Stephan Prinz zur Lippe vor der rekonstruierten Ruine des Bergfrieds.

Stephan Prinz zur Lippe vor der rekonstruierten Ruine des Bergfrieds. Foto: Bernd Bexte

Von Bernd Bexte

Detmold (WB). »Diese Ruine wird mal ein touristisches Ziel wie Externsteine, Hermannsdenkmal oder Adlerwarte«, ist sich der frühere Ausgrabungsleiter Dr. Hans-Werner Peine sicher. Die Attraktion Falkenburg in Detmold-Berlebeck nähert sich der Vollendung.

Die Sanierung des letzten Abschnittes der Ringmauer werde bis Jahresende abgeschlossen, sagt der Detmolder Architekt Helmut Merwitz, Bauleiter vor Ort. Somit kann im nächsten Jahr der reguläre Publikumsverkehr beginnen. Bislang ist die Ruine der ehemaligen Höhenburg offiziell noch eine Baustelle und eigentlich nur bei Führungen des Vereins »Die Falkenburg« zugänglich.

Die Nachfrage sei groß, sagt Vereinsvorsitzender Dr. Hubertus Michels. Jährlich werden etwa 120 Führungen gebucht. Ein Dutzend ehrenamtliche Führer erklären den Besuchern Vergangenheit und Gegenwart der Falkenburg.

Eine der größten Burgen in der Region

Sie war im Mittelalter eine der größten Burgen in der Region. Noch heute ist sie im Besitz der Familie zur Lippe, deren Oberhaupt Bernhard II. sie ab 1194 mit seinem Sohn Hermann II. erbaute. Dank der Lage auf knapp 400 Höhenmetern wurde die Burg nie eingenommen. Ein Feuer beschädigte 1453 allerdings das Bauwerk stark. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die Burg aufgegeben. Dass sie jetzt zur Touristenattraktion wird, ist auch politischem Engagement zu verdanken. »Ohne die Bundesmittel für den Denkmalschutz wäre hier nichts passiert«, sagt Hausherr Stephan Prinz zur Lippe.

Die heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Cajus Caesar und Christian Haase hätten Fördergelder in Berlin »locker gemacht«. Die 300.000 Euro waren der Löwenanteil zur Finanzierung der Sanierung. Weiteres Geld kam von der NRW-Stiftung, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie Spendern. Das Land NRW half bei der Finanzierung der 2004 begonnenen archäologischen Erforschung – zwischenzeitlich eine der größten Burggrabungen Europas. Sie brachte spektakuläre Artefakte ans Licht: Schmuck, Klingen, Werkzeuge, Hüte, Kinderspielzeug, sogar eine historische Schachfigur.

»Unschlagbare Kulisse für eine Shakespeare-Aufführung«

Der lippische Burgherr macht sich jetzt Gedanken, wie künftig der »Regelbetrieb« an der Falkenburg gestaltet werden kann. Es sei noch nicht klar, ob die Burgruine rund um die Uhr frei zugänglich sein werde. Eventuell werde der offene Burgzugang abends durch ein Tor verschlossen. »Wir müssen sehen, wie sich der Publikumsverkehr entwickelt.« Der Prinz hat aber bereits Ideen für Veranstaltungen. »Das ist hier eine unschlagbare Kulisse für eine Shakespeare-Aufführung«, sagt der bekennende Fan des großen Dramatikers. Vor einigen Jahren habe es vor Ort einen ersten Probelauf mit einer szenischen Performance und Musik gegeben. »Das war großartig.«

Einzelne Veranstaltungen mit bis zu 200 Besuchern seien hier sicherlich möglich. Das Problem: »Hier oben gibt es keinen Strom, kein Wasser, keine Kanalisation.« Burgführungen zu wechselnden Themen – schon jetzt werden verschiedene angeboten – sollen das Interesse an der Ruine wach halten. »Denn die Einnahmen daraus leisten einen Beitrag zur Deckung der laufenden Kosten.« Prinz zur Lippe hofft, dass das Projekt für die Region auch von der Region getragen werde. Infos zu Führungen: falkenburg-lippe.de

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