>

Fr., 08.12.2017

Fünf Jahre Haft: Jörg K. versuchte, einen Killer für seine geschiedene Frau zu finden Ex-Ehemann verurteilt

Der Angeklagte verbarg sein Gesicht.

Der Angeklagte verbarg sein Gesicht. Foto: Christian Althoff

Detmold (WB/ca). Fünf Jahre Haft wegen versuchter Anstiftung zum Mord an seiner früheren Ehefrau: Nach einem zwei Monate dauernden Prozess hat das Landgericht Detmold am Mittwoch den Gärtner Jörg K. (52) aus Bad Salzuflen verurteilt.

Der Mann sitzt bereits seit 2014 wegen versuchten Mordes an seiner Ehefrau in Detmold in Haft. Aus dem Gefängnis heraus versuchte er nach Überzeugung des Gerichts, einen Killer für seine geschiedene Frau zu finden. Ein Mithäftling verriet den Plan, und K. kam vor Gericht.

Wenn Jörg K. die Strafe von 2014 (sechseinhalb Jahre) verbüßt hat, schließt sich die am Mittwoch verhängte Haftstrafe an. »Vor 2026 wird der Mann wohl nicht freikommen«, sagte Oberstaatsanwalt Christopher Imig. Möglicherweise muss Jörg K. noch länger hinter Gittern bleiben, denn das Schwurgericht unter Vorsitz von Carsten Niemeyer hat entschieden: Sollte irgendwann die Entlassung des Häftlings anstehen, muss ein Gutachter prüfen, ob er noch eine Gefahr darstellt und in Sicherungsverwahrung gehört.

Detaillierte Zeichnung für möglichen Killer erstellt

Nach dem Urteil kann die geschiedene Frau erst einmal aufatmen. Ihr Martyrium dauerte Jahre. Immer wieder gab sie der längst gescheiterten Ehe eine Chance – auch der drei gemeinsamen Kinder wegen. Doch Jörg K. ließ die Krankenschwester aus grundloser Eifersucht fast nur noch zum Arbeiten aus dem Haus, zwang sie zum Sex und drohte, im Fall einer Scheidung die Familie umzubringen. 2012 trennte sich die Frau von ihm und bezahlte das beinahe mit ihrem Leben. Ihr Mann lauerte ihr nachts mit einer Harpune, einem Schlachterbeil und einer Forke vor ihrem Haus in Bad Salzuflen-Lockhausen auf und versuchte, sie zu töten. Die Frau überlebte mit Stich- und Schnittwunden an Händen, Armen und Oberkörper, weil sich der 17-jährige Sohn – durch Schreie der Mutter geweckt – dem Vater in den Weg stellte.

In der anschließenden Haft fertigte Jörg K. detaillierte Zeichnungen für einen möglichen Killer an, die nicht nur das Haus seiner geschiedenen Frau zeigen, sondern auch die Blickwinkel von Überwachungskameras und Bewegungsmeldern. Im Prozess erklärte der Angeklagte, er habe das nur getan, damit seine Frau davon erfahre und Angst bekomme. Das nahm das Schwurgericht dem mehrfach vorbestraften Gewalttäter aber nicht ab.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5342076?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198397%2F2949417%2F