Sa., 24.02.2018

Verbund-Volksbank OWL steigert trotz Nullzinspolitik der Zentralbank auch den Ertrag Der große Vorstand ist Programm

Vorstand der Verbund-Volksbank OWL (von links): Ansgar Käter (Marktfolge), Rudolf Jäger (Höxter), Matthias Brandes (Digitales), Günter Vogt (Detmold), Friedrich Keine (Finanzen), Ulrich Bittihn, (Vorsitz und Bankverein Werther), Karl-Heinz Rawert (Paderborn) und Axel Breitschuh (Minden).

Vorstand der Verbund-Volksbank OWL (von links): Ansgar Käter (Marktfolge), Rudolf Jäger (Höxter), Matthias Brandes (Digitales), Günter Vogt (Detmold), Friedrich Keine (Finanzen), Ulrich Bittihn, (Vorsitz und Bankverein Werther), Karl-Heinz Rawert (Paderborn) und Axel Breitschuh (Minden).

Von Bernhard Hertlein

Paderborn (WB). Sicher, die Deutsche Bank hat noch vier Vorstandsmitglieder mehr. Doch mit acht Ressorts setzt auch die Verbund-Volksbank OWL nicht nur im Kreis der Genossenschaftsbanken ein deutliches Ausrufezeichen.

Für Dr. Ulrich Bittihn, den Vorsitzenden, ist die Größe des Vorstands durchaus Programm. Denn neben den wichtigen Ressorts sind auch alle großen Standorte Paderborn, Detmold, Höxter und Minden direkt im Vorstand vertreten. »Das gehört zu unserem Prinzip der dezentralen Führung«, sagte er am Freitag bei der Vorlage der Jahresbilanz 2017.

Offen für neue Mitglieder

Nach der Fusion mit der Volksbank Minden und der Genehmigung für den neuen Namen sei die Verbund-Volksbank OWL offen für neue Mitglieder. Bittihn rechnet damit, dass der Konzentrationsprozess weiter geht. Allerdings habe er noch nie von sich aus einer Bank eine Fusion angeboten: »Da sind schon immer die anderen auf uns zugekommen.«

Wachstum

Die Bilanzsumme der Verbund-Volksbank OWL ist 2017 von 5,7 auf 6,1 Milliarden Euro gestiegen. Das Kreditgeschäft erhöhte sich von 3,9 auf 4,1, Kundeneinlagen auf gleicher Basis zu 2016 von 4,1 auf 4,3 Milliarden Euro. Insgesamt betreut das Institut Kundenvermögen in Höhe von 6,9 Milliarden Euro. Der Umsatz mit Wertpapieren wuchs um 38 Prozent.

Die Vermögensberatung Werther & Ernst in Bielefeld, an der die Bank mit 70 Prozent beteiligt ist, schaffte – »als einziges Finanzinstitut in OWL«, wie Vorstandschef Dr. Ulrich Bittihn betont – beim Anlagetest »Elitereport« den Sprung in die Spitzengruppe.

Mit einer Bilanzsumme von erstmals mehr als sechs Milliarden Euro liegt das Institut Bittihn zufolge unter den Volksbanken deutschlandweit auf Platz 7. Darin eingeschlossen ist mit dem Bankverein Werther auch der Standort Bielefeld, dessen Vertretung im Vorstand Bittihn selbst inne hat. Ausdrücklich begrüßte er die Entscheidung der konkurrierenden Volksbank Bielefeld-Gütersloh, den Streit um den Namen »Verbund-Volksbank OWL« vor Gericht nicht weiterzuführen. Auf die Gruppe »Volksbanken im Herzen von OWL« angesprochen, verwies der Paderborner Bankenchef auf die schon länger existierende eigene Marketinggemeinschaft, die noch viele weitere Volksbanken, darunter kleine In­stitute wie Schlangen, umfasst.

Mitarbeiterzahl gestiegen

Stolz ist Bittihn darauf, dass die Fusionen der vergangenen Jahre weder zu einem Personalabbau noch zu Filialschließungen führten. Im Gegenteil: Die Mitarbeiterzahl stieg in fünf Jahren auf vergleichbarer Basis von 892 auf 974. Die Zahl der Filialen blieb 2017 mit 95 erneut stabil. Gleichzeitig konnte das Betriebsergebnis trotz der jede Bank herausfordernden Nullzinspolitik der EZB sogar um 3,5 Prozent auf 55,6 Millionen Euro gesteigert werden. Dabei wirkte sich neben dem sehr guten Wertpapier- und Immobiliengeschäft auch das Wachstum im Kern – also im Kredit- und Anlagengeschäft – positiv aus. Die Mitglieder sollen erneut eine Dividende von 5,5 Prozent erhalten.

Der Vorstand der Verbund-Volksbank OWL hebt sich noch durch eine andere Besonderheit ab: Mit Matthias Brandes gehört ihm seit September 2017 auch ein Chief Digital Officer an, der für alle Internetfragen zuständig ist. Im Kreis der Genossenschaftsbanken ist das einmalig. Brandes kam von der Direktbank Comdirect nach Paderborn. Für Bittihn sind geplante Investitionen in Höhe von 20 Millionen Euro zwischen 2016 und 2020 in digitale Bankangebote kein Widerspruch: »Kundennähe und Kompetenz sind nicht nur in den Filialen, sondern auch im Internet gefordert.« Demgemäß stiegen die Anforderungen an die Mitarbeiter, erklärte Bittihn. Ihre wichtigste Aufgabe sei nun Beratung. Dagegen werde sich die Automatisierung von Serviceleistungen fortsetzen.

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