Do., 14.06.2018

Neues Fachwerkhaus im Freilichtmuseum Detmold Im Stil der 60er Jahre

Der Bagger ist da, die Erdarbeiten für das Fundament am Haus Stöcker im Freilichtmuseum starten. Zum ersten Spatenstich kamen Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Carstensen, Baureferatsleiter Dr. Hubertus Michels und LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.

Der Bagger ist da, die Erdarbeiten für das Fundament am Haus Stöcker im Freilichtmuseum starten. Zum ersten Spatenstich kamen Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Carstensen, Baureferatsleiter Dr. Hubertus Michels und LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.

Detmold (WB). Wenn der Bagger im LWL-Freilichtmuseum Detmold anrollt, dann deutet dies meistens auf ein neues Bauprojekt hin: Das »Haus Stöcker« aus dem Jahr 1797 wird künftig mit seinen zeittypischen Renovierungen aus den 1960er Jahren die Baugruppe des Siegerländer Weilers erweitern.

Es ist damit das zweite Gebäude, das die 1960er Jahre im Gelände repräsentiert. Die historische Tankstelle aus Siegen-Niederschelden aus dem Jahr 1951, die im Zustand der 1960er Jahre zu sehen ist, war das erste Gebäude aus diesem Jahrzehnt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) 2013 in seinem Freilichtmuseum eröffnet hat.

Noch ist das Fachwerkhaus nur anhand der Absteckungen auf der Wiese zu erahnen, doch schon bald wird hier das Haus der Familie Stöcker für Besucher zugänglich sein und seine Geschichte erzählen.

Am vergangenen Montag fanden der erste »Spatenstich« und damit auch der offizielle Baubeginn statt. »Das Haus Stöcker ist eine große Bereicherung für das Gelände des Freilichtmuseums Detmold und schlägt eine Brücke zur Alltagskultur der 1960er Jahre«, so LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Haus auf einem Grundstück in Burgholdinghausen (Kreis Siegen-Wittgenstein) von Benjamin Moses erbaut. Entstanden ist ein, für zeitgenössische Verhältnisse, sehr modernes Wohnhaus, das auf einem Bruchsteinsockel stand und so besser vor der Bodenfeuchte geschützt war. Der Name Stöcker taucht in der Geschichte des Hauses erstmals um 1860 auf – die Familie pachtete das zweistöckige Fachwerkhaus und betrieb eine Landwirtschaft im Nebenerwerb bis 1959. Im Bestand des Museums ist das Haus Stöcker bereits seit 1965.

Die 1960er Jahre werden im Haus vor allem anhand des Mobiliars sichtbar, das noch von den ehemaligen Besitzern stammt. Dazu zählen unter anderem ein Fernsehapparat und eine Waschmaschine – beides Geräte, die sich nur wenige Menschen zu dieser Zeit im ländlichen Westfalen leisten konnten.

»Am Haus Stöcker lässt sich in besonderer Weise der Kontrast des Jahrzehnts aufzeigen, in dem viele Familien gelebt haben. Einerseits bot das Wohnhaus nur beengten Wohnraum und noch ein Plumpsklo im Hof. Andererseits leistete sich die Familie moderne Gerätschaften, wie eine elektrische Waschmaschine und einen Fernseher«, so Rüschoff-Parzinger.

Die Fertigstellung ist für Anfang 2020 geplant, sodass ab Sommer 2020 das »Haus Stöcker« für die Besucher begehbar sein wird.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5818497?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198397%2F2949417%2F