Di., 05.12.2017

Info-Abend zum Ausbau Hohenhauser Straße – Absagen von Behördenvertretern Anlieger sind verärgert

Der Ausbau der Hohenhauser Straße – eine unendliche Geschichte. Bereits im Sommer 2016 hatte es dort erste Vorarbeiten für den Straßenausbau gegeben.

Der Ausbau der Hohenhauser Straße – eine unendliche Geschichte. Bereits im Sommer 2016 hatte es dort erste Vorarbeiten für den Straßenausbau gegeben. Foto: Reiner Toppmöller

Von Reiner Toppmöller

Kalletal (WB). Der Bürgermeister war wegen Erkrankung nicht dabei, der Vertreter von Straßen NRW hatte absagt: Ein Mix, aus dem heraus sich der angestaute Frust der Anlieger jetzt beim Info-Abend zum Ausbau der Hohenhauser Straße schnell in Ärger entlud.

 

Diesen Ärger der Anwohner mussten die Vertreter der Verwaltung und der Kommunalen Verkehrsgesellschaft Lippe (KVG) auffangen. Statt Aufklärung über die geplante Abfolge der Bauabschnitte, Infos zur Einrichtung der Baustelle allgemein und möglichen Unannehmlichkeiten für die Anwohner musste nun gemutmaßt werden und es wurde an den Baulastträger verwiesen.

Viele Fragen offen

Einzig der Vertreter der Strabag, Justin Brakemeier, konnte, wenn auch nur bedingt, Auskunft geben. Bei ihm entlud sich letztlich der ganze Frust der Anwohner, die bis heute keine Informationen unter anderem darüber bekommen haben, wie der Zugang zu ihren Grundstücken geregelt werden soll.

Fest steht bisher nur, so teilte Stefan Pohl mit, der für die Gemeindeverwaltung anwesend war, dass es definitiv am 11. Dezember losgehen soll. Die Bauphase wird nach seiner Auskunft in fünf Abschnitte aufgeteilt und die Arbeiten werden sich über etwa zwei Jahre erstrecken. Begonnen wird mit der Bohrpfahlwand in Höhe der Kirche. Die sei erforderlich, um das Gelände dort abzusichern. Allein diese Maßnahme dauert nach Auskunft von Justin Brakemeier acht Monate. Erst dann geht es mit dem Straßenausbau weiter.

Sperrung bringt Probleme

Dass die Sperrung der Straße nicht nur erhebliche Verkehrsprobleme mit sich bringt, sondern ebenso für den Schülerbus und Nahverkehr problematisch ist, das räumten Bernd Schulze-Waltrup von der KVG und Stefan Böke von Felix-Reisen ein. Etwa 75 Fahrten gingen täglich über die Hohenhauser Straße. Diese müssten jetzt umgeleitet werden, um die Pünktlichkeit im Schülerverkehr weiter gewährleisten zu können. Dafür werde der Busverkehr über die Straße am Markt am Bürgerhaus vorbei zur Schule geleitet. Damit die Busse dort auch durchkommen, werde es dort ein beidseitiges absolutes Halteverbot geben. Dafür, so Stefan Pohl, wird das Parken auf dem Marktplatz erlaubt werden.

Schwierig werde es dann mit der Abfahrt der Busse vom Schulzentrum, die durch die Straßen Diekbrede und In den Ellern erfolgen solle. Dazu werde die Einbahnstraßenregelung in der Diekbrede umgekehrt. Anwohner der Straße machten aber schon am Montagabend klar, dass sie damit nicht einverstanden sein werden. Sie befürchten, dass neben den Bussen auch der andere Verkehr dort ein Ventil finden wird.

18 bis 20 Fahrten täglich, so Bernd Schulze-Waltrup, seien für die Diekbrede geplant, eine Alternative gäbe es nicht.

Bernd Schulze-Waltrup und Stefan Böke betonten, dass auch sie nur kurzfristig von Straßen NRW über den Start und den Zeitplan informiert worden seien und baten um Verständnis für die ersten Tage, wenn nicht alles sofort klappen würde.

Bürgerbus soll helfen

Im Einzelnen ist mit Unterstützung des Bürgerbusses folgendes vorgesehen: Die Linie 733 fährt nicht mehr über Bavenhausen. Hier wird der Bürgerbus einspringen. Es wird fünf, statt vier Schülerbusse nach Lemgo geben. Die Linie 734 wird weiter den Schülerverkehr aus allen Ortsteilen nach Lemgo gewährleisten. Die Schüler aus Bentorf, Harkemissen und Westorf werden mit der Linie 333 gefahren. Allerdings gehen alle Busse während der Bauphase fünf Minuten eher auf die Reise damit sie pünktlich sind. Die Linie 731 endet am Schulzentrum. Nachmittag entfallen zwei Anbindungen nach Talle.

Informationen zu den neuen Fahrplänen gibt es unter 05261/ 6673950 oder unter www.lippemobil.de. Auch in den Schulen sind die vorläufigen Fahrpläne bekannt. »Wir müssen jetzt auf die Zähne beißen und da durch, die Alternative wäre nur, dass die Straße so bleibt wie sie ist«, sagte Schulze-Waltrup.

Gemeinde kritisiert Straßen.NRW

Jens Hankemeier nahm am Ende noch einmal als allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters Stellung zu der Schelte aus den Reihen der Betroffenen gegen die Verwaltung und Straßen NRW. Er fand klare Worte zu dem Verhalten der Behörde und sagte, dass der Bürgermeister alles getan habe. »Aber, ich muss auch sagen, wir fühlen uns als Gemeinde von Straßen.NRW nicht ernst genommen. Das Verhältnis ist sehr angespannt.«

 

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