Do., 08.02.2018

Orkan »Friederike« verursacht »Sturmholz« von 52.000 Festmetern Landesverband zieht Zwischenbilanz

So sieht es in den lippischen Wäldern nach Orkan »Friederike« aus.

So sieht es in den lippischen Wäldern nach Orkan »Friederike« aus. Foto: Landesverband Lippe

Kalletal/Lemgo (WB). Die vom Orkantief »Friederike« verursachten Sturmschäden haben nicht das Ausmaß der Schäden von Orkan Kyrill im Jahr 2007, die vorläufige Schadenserhebung ist abgeschlossen und die Aufräumarbeiten dauern weiter an: Das waren die drei Kernaussagen eines Berichts von Forstdirektor Hans-Ulrich Braun in der Sitzung der Verbandsversammlung des Landesverbandes.

Der Leiter der Forstabteilung des Landesverbandes Lippe zog eine erste Bilanz zu den Auswirkungen des Sturms vom 18. Januar 2018 in den Wäldern des Landesverbandes Lippe. »Wir haben deutlich weniger Schäden zu verzeichnen als 2007 beim Orkan Kyrill, weil wir ohnehin über einen verhältnismäßig geringen Nadelholzanteil verfügen und stärker auf von Laubholz dominierte, artenreiche Mischwälder setzen«, sagte Verbandsvorsteherin Anke Peithmann.

Sie hatte sich bei Ortsbegehungen selbst ein Bild von den Schäden und den sofort anlaufenden Aufräumarbeiten gemacht: »Wir konnten unverzüglich nach dem Sturm mit unseren eigenen Forstwirten die erforderlichen Arbeiten beginnen. Hier zeigt sich, dass es von großem Vorteil ist, auf unsere erfahrenen Förster und Forstwirte bauen zu können, die ihre Arbeitszeiten flexibel angepasst haben, und auf unsere Partnerunternehmer wie zum Beispiel Rückunternehmer vor Ort, mit denen wir zum Teil schon lange und sehr gut zusammenarbeiten und die ebenfalls unverzüglich zur Stelle waren. Auch die Zusammenarbeit mit dem Kreis Lippe, Straßen NRW und Feuerwehren lief hervorragend«, lobte sie.

Hoher Windwurfschaden

Nach einer ersten Zwischenbilanz verursachte Sturm »Friederike« in den Wäldern des Landesverbandes einen Windwurfschaden von etwa 51.800 Festmetern Holz. Davon entfallen rund 10.000 Festmeter auf Laubholz und rund 41.800 Festmeter auf Nadelholz. »Das entspricht etwa 40 Prozent unserer Jahreseinschlagsmenge von etwa 127.000 Festmetern Holz. Vom Schadensausmaß durch Kyrill sind wir damit weit entfernt: Damals haben wir etwa 126.000 Festmeter Sturmholz ernten müssen«, erläuterte Braun. Schadensschwerpunkte seien vor allem die Wälder am Westrand des Teutoburger Waldes gewesen, hier insbesondere das Revier Detmold-Hiddesen mit Flächen rund um den Donoper Teich und um das Hermannsdenkmal. Zudem wurden Wälder in den Forstrevieren Barntrup und Kalletal in Mitleidenschaft gezogen, sowie flächendeckend der lippische Südosten.

Die Hauptschadflächen habe »Friederike« südlich beziehungsweise südöstlich von Lippe – im Kreis Höxter und im angrenzenden Niederachsen – verursacht. Der Sturm habe in den Landesverbandswäldern vor allem einzel- und nesterweise Bäume geworfen. »Es gibt nur wenige größere Flächen von bis zu zwei Hektar, auf denen nahezu alle Bäume – und zwar gesunde Fichten – mitsamt ihren Wurzeln umgestürzt sind.«

Gefährliche Aufräumarbeiten

Die Aufräumarbeiten seien generell schwer und gefährlich. »Aufgrund der aktuellen, feuchten Witterungslage und der nassen Böden, können zurzeit viele Flächen nicht mit Maschinen befahren werden. Die Bodenschäden wären immens und stünden in keinem Verhältnis zur geernteten Holzmenge. Vieles müssen unsere Forstwirte sukzessive aufarbeiten, das erfordert viel Zeit. Die Arbeiten werden noch das ganze Jahr dauern.«

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5500727?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198397%2F2516025%2F