Di., 12.12.2017

Betrieb von Andreas Stemberg mit bundesweitem Preis ausgezeichnet Handwerker aus Lage hilft in Afrika

Preisverleihung in Berlin: Andreas Stemberg mit Tochter Inga (26), die ebenfalls mit in Afrika war.

Preisverleihung in Berlin: Andreas Stemberg mit Tochter Inga (26), die ebenfalls mit in Afrika war.

Von Bernd Bexte

Lage (WB). Im April fliegt Andreas Stemberg wieder nach Mosambik. Um zu helfen. Für sein Engagement ist der 55 Jahre alte Firmeninhaber mit einem bundesweiten Handwerkerpreis ausgezeichnet worden.

»Mir macht es Freude zu helfen, die Menschen in Mosambik sind so dankbar«, sagt er im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Stembergs Firma für Solar- und Gebäudetechnik aus Lage erhielt in Berlin jetzt den »Goldenen Bulli«, ein Preis für Handwerksbetriebe, die sich herausragend gesellschaftlich engagieren.

Stemberg hatte im März gemeinsam mit Mitarbeitern unter anderem die durch einen Wirbelsturm zerstörte Wasser- und Stromversorgung in dem 4000-Einwohner-Dorf Cambine wieder aufgebaut. Denn zuvor hatte Zyklon »Dineo« mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 170 Stundenkilometern viele Häuser, Schulen, Kliniken und große Teile der Infrastruktur in dem Ort beschädigt.

Wasser marsch: Andreas Stemberg pumpt mit Kindern frisches Wasser für die Bewohner in Cambine. Der 55-Jährige hat mit seinem Handwerkerteam aus Lage Brunnen in dem Dorf gebohrt.

Stemberg: »Schon seit vielen Jahren in Afrika aktiv«

»Ich bin schon seit vielen Jahren in Afrika aktiv. Eine Entwicklungshilfeorganisation hatte mich angesprochen, ob ich nach dem Wirbelsturm Nothilfe leisten könnte«, erklärt Stemberg. Konnte er. Mit Solarmodulen im Gepäck flogen er und seine Mitarbeiter in das südostafrikanische Land.

In Cambine, 500 Kilometer nördlich der Hauptstadt Maputo, leistet die Firma Stemberg bereits seit etwa 15 Jahren über eine von ihr initiierte Partnerschaft praktische Hilfe. Ziel: die Wasser- und Stromversorgung aufzubauen und zu modernisieren. Beim Einsatz nach dem Wirbelsturm stellte die Firma Stemberg mit fünf Mitarbeitern die Wasserversorgung in Cambine wieder her, öffnete provisorische Brunnen. Zudem nahmen die Handwerker mit Helfern vor Ort das Stromnetz wieder in Betrieb und installierten eine Solaranlage für ein Waisenhaus.

Leuchtende Kinderaugen dank Licht und Musik

»Der schönste Augenblick für uns war, als wir im Waisenhaus mitten auf dem Land Solarlicht installiert hatten. Ich vergesse nie die leuchtenden Kinderaugen, als es Licht und Musik durch die erste Solaranlage gab«, erinnert sich Stemberg. Aktuell hat sein Betrieb einen Container mit aufgearbeiteten Holzbearbeitungsmaschinen nach Cambine geschickt, um eine Tischlerwerkstatt aufzubauen.

Stemberg brachte Solarmodule mit nach Mosambik. Sie wurden auf einem Waisenhaus installiert.

Den »Goldenen Bulli« als Anerkennung

Als Anerkennung für den langjährigen Einsatz erhielt das Unternehmen mit zwölf Beschäftigten den erst zum zweiten Mal vergebenen »Goldenen Bulli« – nicht nur eine goldfarbene Miniatur des VW-Transporters, sondern auch einen nagelneuen Transporter-Kastenwagen. »Den werde ich wohl für meinen Betrieb nutzen«, freut sich Stemberg.

Der von einer Jury vergebene Preis, für den sich Handwerksbetriebe aus ganz Deutschland beworben hatten, ist eine Aktion von VW und dem deutschen Handwerk. Es ist nach eigenen Angaben bundesweit die einzige Auszeichnung dieser Art. »Der Preis ehrt alle, die bei unserem Projekt mitmachen«, betont Stemberg. Seine Firma stehe stellvertretend für viele Handwerksbetriebe, die sich gesellschaftlich engagierten.

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