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So., 20.08.2017

Bilder hängen jetzt an ihrem Ursprungsort im Kreisseniorenheim Oesterholz Aquarelle von Otto Binz übergeben

Freuen sich mit den Bewohnern über die Heimkehr der beiden Binz-Gemälde: Thomas Plate, Leiter der Senioreneinrichtung in Oesterholz (2. von links), Bürgermeister Ulrich Knorr (2. von rechts) und Dorothea Ruhe, Prokuristin der KSE Lippe.

Freuen sich mit den Bewohnern über die Heimkehr der beiden Binz-Gemälde: Thomas Plate, Leiter der Senioreneinrichtung in Oesterholz (2. von links), Bürgermeister Ulrich Knorr (2. von rechts) und Dorothea Ruhe, Prokuristin der KSE Lippe. Foto: Klaus Karenfeld

Von Klaus Karenfeld

Schlangen (WB). Zwei Gemälde des Malers Otto Binz (1869 bis 1955) sind aus der Schweiz an ihren Ursprungsort zurück gekehrt. Im ehemaligen Jagdschloss und heutigen Kreisseniorenheim in Oesterholz sollen die Aquarelle einen besonderen Platz finden.

Otto Binz erblickte am 6. Juni 1869 in der Kleinstadt Lahr im Schwarzwald das Licht der Welt. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte er in seiner Heimatstadt eine vierjährige Lehre zum Lithographen. 1889, nach bestandener Prüfung, zog es den gerade 20-Jährigen nach Detmold, wo er eine Stelle bei der renommierten Druckerei der Gebrüder Klingenberg fand. Dem Familienunternehmen hielt Otto Binz mit kurzen zeitlichen Unterbrechungen bis zu seiner Pensionierung 1933 die Treue.

Die besondere Leidenschaft des Lithographen aber galt der Malerei. Sein reiches Schaffenswerk umfasst in erster Linie Landschaftsbilder in Öl, Pastell und Aquarell. Zu seinen bevorzugten Motiven zählten das Schloss und die Obere Mühle in Detmold, Szenen aus dem Teutoburger Wald, dem Hiddeser Bent und der Senne. Die Fachwelt schätzte Binz seinerzeit als »produktivsten Aquarellisten der engeren Heimat«.

Zwei Aquarelle aus Lippe gelangten in die Schweiz

Zwei besonders wertvolle Binz-Aquarelle sind aus dem Lipperland in die Schweiz gelangt und hatten hier seit 1961 ihren »privilegierten« Platz in der Wohnung des Kaufmannes Wolf H. Bühring. Das eine Bild – ein Hochformat mit den Maßen 25 mal 36 Zentimeter – zeigt die Zufahrt mit dem nördlichen Teil des ehemaligen Herrschaftlichen Wohnhauses der einstigen Schlossanlage in Oesterholz. Das einstmals rote Ziegelsteingefache wurde später durch Zementmörtel abgedeckt. Der Torbogen ist 1824 wegen Baufälligkeit abgebrochen worden.

Das andere Gemälde ist ein Querformat mit den Maßen 37 mal 22 Zentimeter und bietet einen Blick auf die Westseite des ursprünglich herrschaftlichen Wohnhauses. Das Fachwerkgebäude ist bekanntlich zwischen Frühjahr 1598 und Sommer 1599 errichtet worden.

Die Bilder sind zwar signiert, tragen allerdings kein Datum. Nach umfangreichen Recherchen kam Lokalhistoriker Heinz Wiemann zu dem Ergebnis, dass beide Aquarelle zeitgleich zwischen 1913 und 1929 entstanden sein dürften.

Ortschronist Heinz Wiemann stellte vor seinem Tod Kontakt zu Besitzer her

2015, ein Jahr vor seinem Tod, kam Wiemann in Kontakt mit Wolf H. Bühring, der im schweizerischen Minusio am Lago Maggiore zuhause ist. Bühring ist ein Enkelsohn des Oberförsters Ernst Bühring, der von 1880 bis 1893 vom »Schloss Oesterholz« aus für den lippischen Fürsten tätig war. Wahrscheinlich sind über ihn die beiden Binz-Bilder in den Familienbesitz gelangt.

Der besondere Wert der Schloss-Bilder liegt Heinz Wiemann zufolge in ihrer hohen Authentizität. Diese Einschätzung hat der Lokalhistoriker aus einem Gespräch mit Waltraud Preuß, Enkeltochter des Malers, gewonnen: »Meinem Großvater war die naturgetreue Wiedergabe der Bildmotive sehr wichtig. In seinen vor Ort angefertigten Skizzen hat er die Realität möglichst genau dokumentiert. Wenn nötig, stattete er seinen Objekten wiederholt Besuche ab.«

Eigentlich sollten die beiden Aquarelle schon im August 2016 an das Kreisseniorenheim Oesterholz übergeben werden. Die kleine Feierstunde musste aber kurzfristig abgesagt werden, denn nur einen Tag zuvor war Heinz Wiemann überraschend gestorben.

Aquarelle sind jetzt im Kreisseniorenheim Oesterholz angekommen

Jetzt, genau ein Jahr später, sind die beiden Aquarelle nun endlich im Kreisseniorenheim angekommen. Die feierliche Übergabe durch Bürgermeister Ulrich Knorr fand anlässlich des jährlichen Sommerfestes statt. Laut Thomas Plate, Leiter der Einrichtung, sollen die beiden Gemälde einen besonderen Platz im Oesterholzer Seniorenheim finden.

Wolfgang H. Bühring konnte zwar nicht persönlich an der Feierstunde teilnehmen. Er äußerte sich aber schriftlich. In dem Brief, aus dem Thomas Plate vorlas, äußerte sich Wolfgang H. Bühring zufrieden und erfreut darüber, dass die beiden Binz-Gemälde nach so langer Zeit wieder an ihren Ursprungsort zurück gekehrt sind.

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