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Di., 10.10.2017

Kammerorchester Detmold bindet bei Musiktheater in Schlangen Zuschauer mit ein Aus dem Publikum auf die Bühne

Beim Auftritt des Kammerorchesters Detmold ist mitmachen angesagt: Hier teilt Zuschauerin Ronja Moderator Guido Mürmann mit, dass sich die beiden Hauptdarsteller Hans und Musetta (rechts) wieder vertragen sollen

Beim Auftritt des Kammerorchesters Detmold ist mitmachen angesagt: Hier teilt Zuschauerin Ronja Moderator Guido Mürmann mit, dass sich die beiden Hauptdarsteller Hans und Musetta (rechts) wieder vertragen sollen Foto: Tessa Hanselle

Von Tessa Hanselle

Schlangen (WB). 160 Kinder, Eltern und Großeltern schauen gebannt auf die Bühne im Bürgerhaus. Das Detmolder Kammerorchester (DKO) zeigt das unterhaltsame Familienkonzert »Was für ein (Musik-) Theater!«. Am Ende des kurzweiligen Nachmittags mit einer gelungenen Mischung aus Schauspiel und Musik springen alle auf und applaudieren.

Bereits vor Beginn schaut das Publikum interessiert auf die Bühne. Zwar bereiten sich die Musiker noch im Nebenraum auf ihren Auftritt vor, aber es sind schon allerhand Instrumente zu sehen wie ein Schlagzeug, große Trommeln und eine menschengroße Harfe. Besonders Letztere kennen viele Kinder noch nicht und müssen bei den Eltern oder Großeltern nachfragen, wohingegen die Trommeln bekannt sind: »Die sind richtig laut«, sagt ein Junge in der ersten Reihe.

Dann geht es endlich los. Das Orchester betritt die Bühne im Bürgerhaus. Allerdings ist es nicht ganz vollständig. »Der Dirigent fehlt«, stellt die erste Geige fest. Ein Ersatz muss her – und der ist schnell gefunden: Tim Harms stellt sich mutig vor das DKO. Kaum bewegt der Junge zaghaft den Dirigentenstab, legen die mehr als 20 Musiker los.

Durch das flotte Tempo des Stückes wird auch der junge Ersatz-Dirigent forscher. Dann löst ihn Guido Mürmann ab. »Dass mit der Gage klären wir später«, sagt der Dirigent und Moderator der Vorstellung augenzwinkernd zu dem Schlänger.

Zu »Bruder Jakob« singen sich alle ein

Bevor es dann aber tatsächlich losgehen kann, müssen sich erst alle warm machen. Und damit ist auch das Publikum gemeint. Beim Einsingen stimmt Mürmann das Kinderlied »Bruder Jakob« an und sofort singen alle lautstark mit. Auch im Kanon klappt das auf Anhieb ganz gut. Unterstützt werden die Schlänger dabei von den Solisten Andreas und Miriam, die auch die späteren Hauptrollen »Hans« und »Musetta« verkörpern.

Guido Mürmann moderiert die Geschichte der beiden Turteltauben an und bindet dabei Orchester und Publikum mit ein. Auch die Zuhörer – egal ob jung oder alt – machen aktiv mit. Zunächst werden die beiden Hauptrollen vorgestellt, die sich beim ersten Aufeinandertreffen ineinander verlieben. Als sie die Bühne verlassen, fragt der Moderator: »Und, was denkt ihr machen die jetzt?« Alle sind sich einig, dass sie Freunde werden. Nur ein Mädchen ist überzeugt: »Die gehen shoppen.«

Wie im Theater üblich, ist die Liebesidylle natürlich nicht von langer Dauer. Schon bald entfacht ein heftiger Streit zwischen Musetta und Hans, woraufhin der zornige Hans beschließt, Musetta zu vergiften. Als er sein Vorhaben umsetzt, landet Musetta in der »Unterwelt«. Kurzerhand holt sie Hans ebenfalls zu sich herab und der Streit wird fortgesetzt.

Rückkehr aus der Unterwelt

Publikum und Dirigent sind sich jedoch einig, dass alle zurück in die »Oberwelt« wollen. Nur wie? »Mit einer Rakete«, ist der Vorschlag der Kinder. Diese besteht aus einem Tanz zum Lied »Time warp« aus dem Musical »The Rocky Horror Picture Show«. Alle tanzen den bekannten Refrain und so schaffen es die Zwei wieder in die »Oberwelt«.

Schließlich befolgen Hans und Musetta auch den Rat von Ronja aus den Zuschauerreihen, die vorschlägt: »Die sollen wieder nett zueinander sein.«

Untermalt wird die Geschichte mit Episoden aus Mozarts »Zauberflöte« und »Don Giovanni« sowie Puccinis »La Boheme«. Das DKO gibt dabei einen tollen Einblick ihn sein musikalisches Repertoire. Bei einigen Liedern gibt es sogar laute »Bravo«-Rufe aus dem Publikum.

Zugabe mit Nachwuchs-Dirigent Tim Harms

Am Ende bringen alle ihre Begeisterung zum Ausdruck und klatschen stehend minutenlang Beifall. Da lassen sich die Musiker natürlich nicht zweimal bitten und geben eine Zugabe – und »Nachwuchs-Dirigent« Tim Harms übernimmt noch einmal den Platz auf der Bühne.

Nach der Vorstellung können die Kinder noch einige der Instrumente der Musiker selbst ausprobieren. Da ist besonders die große Harfe bei den Mädchen beliebt, aber auch Hörner, Kontrabass und Fagott. Die Kinder untereinander sind sich einig: »Das war toll!«

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