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So., 19.11.2017

In Norwegen verhaftetes Ehepaar soll aus Gemeinde Schlangen kommen 2,6 Tonnen Hülsen gestohlen

Die norwegische Polizei hat in einem Wohnmobil eines deutschen Paares 2,6 Tonnen leere Patronenhülsen gefunden. Ihr Wagen wurde im August in Kolvereid in Nord-Trondelag gestoppt, weil er bei einem Einbruch in eine Schießhalle gesehen worden war.

Die norwegische Polizei hat in einem Wohnmobil eines deutschen Paares 2,6 Tonnen leere Patronenhülsen gefunden. Ihr Wagen wurde im August in Kolvereid in Nord-Trondelag gestoppt, weil er bei einem Einbruch in eine Schießhalle gesehen worden war. Foto: dpa

Von Ulrich Pfaff

Schlangen/Kolvereid (WB). Ein Ehepaar, das im August aus 30 Schießständen in Norwegen 2,6 Tonnen Patronenhülsen gestohlen hat, soll aus der Gemeinde Schlangen kommen. Die Eheleute sind im September vom Amtsgericht Bodø zu zehn Monaten Haft wegen Einbruchsdiebstahls verurteilt worden.

Anfang August hatten Polizisten bei Kolvereid in der Region Nord-Trondelag ein deutsches Ehepaar in seinem Wohnmobil kontrolliert, das an einem Schießstand stand. Dort hatte zuvor ein Einbruch stattgefunden. In dem Fahrzeug entdeckten die Polizisten 2,6 Tonnen Patronenhülsen, die aus mehreren Einbrüchen stammten.

Die Wohnmobil-Besitzer wurden sofort festgenommen. Im September sprach das Amtsgericht von Salten in Bodø sein Urteil über das Paar: Beide erhielten neben der Haft- auch eine Geldstrafe von 100.000 Kronen (etwa 10.000 Euro). Als Sicherheit dient das Wohnmobil.

Auch zehn Pizzen gestohlen

Zu den 30 angeklagten Patronenhülsen-Taten kam der Diebstahl von zehn Pizzen sowie die Einfuhr einer Schusswaffe samt Munition ohne erforderliche Lizenz. Das Gericht stützte sich in seinem Urteil auf ein Reisetagebuch der Angeklagten sowie auf deren Geständnis: Demnach seien sie sich über die Unrechtmäßig ihres Tuns bewusst gewesen und bereuten die Taten.

Das Ehepaar wollte die Patronenhülsen an einen Schrotthändler in Deutschland verkaufen. Der Wert der Beute wird auf etwa 5500 Euro geschätzt.

Seltsamster Fall der Karriere

Offenbar hatte das Ehepaar bereits bei vorigen Reisen durch Norwegen ähnliche Taten begangen – das Gericht geht von mindestens vier weiteren vergleichbaren Fällen aus. Rechtsanwältin Hilde Guldbakke, Verteidigerin der Frau, sagte gegenüber dem norwegischen Fernsehen, es handele sich um den bisher seltsamsten Fall ihrer Karriere.

Bis zur Festnahme des Ehepaares soll angesichts der Einbruchsserie an die Schießstände der Region eine polizeiliche Warnung herausgegeben worden sein – ebenso an Schrotthändler. Die Justiz will die sichergestellten Patronenhülsen verkaufen und den Erlös für einen guten Zweck einsetzen.

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