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Sa., 02.12.2017

Gebäude in Schlangen muss nach mehreren Wasserrohrbrüchen saniert werden Kita Gartenstraße ist geschlossen

Kita-Leiterin Vera Rolf (links) zeigt den Wasserfleck auf dem Boden. Die gereinigten Sachen werden durch die Schleuse abtransportiert. Mit im Bild (von rechts) Bettina Liers und Bianca Rolf vom Kirchenvorstand sowie Garry Holroyd von der Rohrbruchortungsfirma.

Kita-Leiterin Vera Rolf (links) zeigt den Wasserfleck auf dem Boden. Die gereinigten Sachen werden durch die Schleuse abtransportiert. Mit im Bild (von rechts) Bettina Liers und Bianca Rolf vom Kirchenvorstand sowie Garry Holroyd von der Rohrbruchortungsfirma. Foto: Sonja Möller

Von Sonja Möller

Schlangen (WB). Die Kita Gartenstraße in Schlangen ist derzeit für Kinder tabu. Es besteht eine Gefahr für die Gesundheit. Ursache dafür sind Wasserrohrbrüche an verschiedenen Stellen im Gebäude. 77 Jungen und Mädchen müssen deshalb von der kommenden Woche an auf mehrere Gebäude im Gemeindegebiet verteilt werden.

Seit Freitag, 1. Dezember, ist die Kita Gartenstraße der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde geschlossen. Die 15 Mitarbeiter kümmern sich noch bis Dienstag, 5. Dezember, um den Auszug. Weil an mehreren Stellen Brüche im Wasserrohrsystem festgestellt worden sind, müssen nun alle Leitungen ausgetauscht werden.

»Der Schaden lässt sich nicht an einzelnen Stellen beheben«, erläutert Vera Rolf. »Der Gutachter der Versicherung hat daher entschieden, dass es einen geordneten Auszug geben muss. Ansonsten könne es zu einer gesundheitlichen Gefährdung der Kinder kommen.« Bianca Rolf vom Kirchenvorstand untermauert diese Einschätzung: »Möglicherweise hätte das Risiko gesundheitlicher Schäden bestanden.«

77 Kinder werden auf drei Gebäude verteilt

Die vier Gruppen der Einrichtung werden von Mitte nächster Woche an auf mehrere Gebäude verteilt. Im Gemeindehaus Oesterholz findet die U3-Gruppe »Kleine Spatzen« Unterschlupf. »Wir können die Küche und den Außenbereich der Kita Sternschnuppe mitnutzen. Das ist gerade bei den U3-Kindern toll«, sagt Vera Rolf.

Im Jugendhaus in Schlangen werden die »Igel« und die »Mäuse« untergebracht. Die Bären-Gruppe zieht in den großen Saal im evangelischen Gemeindehaus. Rolf: »Dann sind diese Gruppen räumlich nah zusammen.«

Bevor die Übergangsräume genutzt werden können, gab es Begehungen unter anderem vom Jugendamt des Kreises Lippe, einem Brandschutzbeauftragten und dem Gesundheitsamt. Vera Rolf erläutert: »Daran hängt viel Logistik. Die Räume wurden brandschutz- und aufsichtsmäßig nachgerüstet.« Im Jugendhaus mussten beispielsweise ein Treppenschutzgeländer angebracht und die Fenster im ersten Stock gesichert werden.

»Hut ab vor meinem Team«

Ein großes Lob spricht Vera Rolf ihren Mitarbeitern aus: »Hut ab vor meinem Team. Die stemmen den kompletten Umzug und arbeiten durch, obwohl sie auch private Verpflichtungen haben.« Alle halten zusammen und packen mit an. Aufgrund der Feuchtigkeit und der Schimmelsporenbelastung muss jedes Teil von professionellem Personal gereinigt werden: jeder Legostein und jeder Bauklotz.

Mitte November wurde nach Angaben des Kirchenvorstands eine Luftmessung der Schimmelsporenbelastung durchgeführt. »Tatsächlich wurde dabei in manchen Bereichen eine erhöhte Belastung festgestellt«, berichtet Bianca Rolf. Das Gesundheitsamt empfahl deshalb, die Einrichtung zu räumen.

In der Kita ist jetzt eine Schleuse eingerichtet, durch die die gereinigten Sachen abtransportiert werden. »Wir müssen als Team entscheiden, was wir unbedingt brauchen und was wir in Detmold einlagern«, berichtet Vera Rolf.

Eltern sind eine große Unterstützung

Die Kita hat die Eltern schon früh mit ins Boot geholt und über alles informiert. »Die Eltern sind eine ganz, ganz große Unterstützung. Sie waschen teilweise körbeweise Puppenwäsche. Trotz der Umstände bekommen wir viele positive Rückmeldungen«, sagt Vera Rolf. Sie weiß, dass die Situation für einige nicht leicht ist: »Es gibt Eltern, die müssen ein Kind nach Oesterholz in die U3-Gruppe bringen und das andere nach Schlangen. Das ist schwierig.«

Seit Freitag ist die Kita Gartenstraße geschlossen. 72 Kinder bleiben nun vorübergehend bei Eltern oder Großeltern. Einen großen Dank richtet Vera Rolf an die anderen Schlänger Kitas: »Alle haben uns sofort Hilfe zugesichert. Wir hätten 24 Notgruppenplätze zur Verfügung gehabt«, erzählt die Leiterin. Gebraucht haben sie letztendlich fünf.

Aufgefallen war der Schaden bereits im September. Vera Rolf hatte Flecken auf dem Boden im Eingangsbereich bemerkt. Auch auf der Mitarbeiter-Toilette tauchten Wasserflecken auf. Eine Firma für Rohrbruchortungen stellte Beschädigungen in mehreren Gebäudeteilen fest.

Der Träger habe dann die Gemeinde Schlangen informiert, die Besitzer des Gebäudes ist. Es gab Gespräche und Begehungen mit Gemeinde und Kreisjugendamt. »Die Kommune teilte uns mit, dass keine personelle oder finanzielle Unterstützung geleistet werden kann«, berichtet Bianca Rolf. Bürgermeister Ulrich Knorr war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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