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Di., 05.12.2017

Bürgerinitiative Schlänger aktiv bezieht Stellung zur Windkraftplanung »1000 Meter reichen nicht«

Die Bürgerinitiative Schlänger aktiv zeigt auf ihrer Internetseite Fotomontagen, auf denen aus verschiedenen Perspektiven die acht Windräder zu sehen sind, für die derzeit die Anträge bei der Gemeinde Schlangen vorliegen.

Die Bürgerinitiative Schlänger aktiv zeigt auf ihrer Internetseite Fotomontagen, auf denen aus verschiedenen Perspektiven die acht Windräder zu sehen sind, für die derzeit die Anträge bei der Gemeinde Schlangen vorliegen. Foto: Google Earth/Montage: Schlänger aktiv

Schlangen (WB). Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt beschäftigt sich am Dienstag, 5. Dezember, mit der 14. Änderung des Flächennutzungsplans (FNP) der Gemeinde Schlangen zur Neudarstellung von Konzentrationszonen für die Windenergie. Beginn ist um 18.30 Uhr im Bürgerhaus.

Die Bürgerinitiative Schlänger aktiv begleitet den Prozess schon von Beginn an. Zur aktuellen Situation haben die Mitglieder eine Stellungnahme verfasst: »Für die Gemeinde ergeben sich nun zwei Optionen: Entweder sie vertraut auf die Rechtskraft der 6. Änderung des FNP oder sie setzt die 14. Änderung um«, heißt es darin.

Der aktuelle Flächennutzungsplan wurde durch die Bezirksregierung genehmigt. »Wir alle müssen doch staatlichen Kontroll- und Genehmigungsbehörden vertrauen können, dass sie ihre Arbeit fachgerecht erledigen«, betont die Bürgerinitiative. Sollten dennoch Fehler gemacht worden sein, könnten das nur Gerichte entscheiden. Ob es sich bei dem fehlenden Wort ›schriftlich‹ um einen Mangel handele oder nicht, sei nach aktueller Rechtsprechung nicht zweifelsfrei belegt.

Naturschutzrechtliche Belange berücksichtigen

Sollte sich die Gemeinde für die Umsetzung der geplanten 14. Änderung des FNP entscheiden, sind für die Bürgerinitiative einige Punkte ausschlaggebend: Die Änderung muss demnach unter Berücksichtigung der naturschutzrechtlichen Belange und entsprechenden Einwände aus der vorangegangenen Offenlage durchgeführt werden.

Dies bedeute die Herausnahme der Flächen auf dem Hassel und Schafkamp. »Das sichert den bedrohten Tierarten notwendige Ausweichflächen und wertvolle Naherholungsgebiete für die Menschen«, erläutert Christian Göbel von Schlänger aktiv. Außerdem solle auf den »Schwalbenschwanz« in Richtung Bad Lippspringe verzichtet werden.

Außerdem müssten die Belange der Nachbargemeinde Bad Lippspringe im Hinblick auf das Kurgebiet und die besondere Schutzwürdigkeit der Patienten, der Heilquellen und dem Naturschutz beachtet und berücksichtigt werden. »Die dann verbleibende Konzentrationsfläche stellt immer noch einen erheblichen Eingriff in das Landschaftsbild und die Schutzräume für sehr viele Tierarten dar«, erläutert Christian Göbel. Im Rahmen der Baugenehmigung sei dieses entsprechend zu berücksichtigen, beispielsweise durch Abschaltung der Anlagen in der Brutzeit der Milane und Schwarzstörche.

Konzentrationsflächen am Bauerkamp sind akzeptabler Kompromiss

Schlänger aktiv ist überzeugt: »Die Konzentrationsflächen am Bauerkamp stellen einen akzeptablen, wenn auch schmerzhaften Kompromiss dar. Gleichzeitig erfüllen diese Flächen auch die Anforderungen hinsichtlich des geforderten substanziellen Raumes für Windkraftanlagen.« Weiter heißt es: »Bedarfsabhängige Befeuerung der Anlagen zur Vermeidung weiterer Belästigungen sind in der Änderung des FNP zwingend umzusetzen. Durch die zunehmende Anzahl der Windräder auf der Paderborner Hochfläche erscheint schon heute der südliche Horizont als eine rot blinkende massive Front«.

Die Bürgerinitiative erwartet »von den gewählten Volksvertretern«, dass nicht nur die wirtschaftlichen Belange weniger, sondern auch die Belange und Bedürfnisse der Bewohner der Gemeinde gleichwertig und fair berücksichtigt werden. Göbel: »Ein Mindestabstand von 1000 Meter allein erfüllt dieses nicht.«

Schlänger aktiv appelliert deswegen an den Rat und die Verwaltung, sich nicht durch die Androhung von Klagen beeinflussen zu lassen: »Jeder einzelne muss sich der Tragweite seiner persönlichen Entscheidung bewusst sein. Partei- oder Fraktionszwänge sollte es bei dieser wichtigen Frage für die Gemeinde nicht geben.«

Weitere Information der Bürgerinitiative gibt es im Internet.

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