Fr., 08.12.2017

1,50 Euro pro Stunde für Sportstättennutzung in Schlangen Vereine sollen zahlen

Schlänger Vereine sollen für die Nutzung von Sportstätten zahlen.

Schlänger Vereine sollen für die Nutzung von Sportstätten zahlen. Foto: Uwe Hellberg

Schlangen (WB/som). Eine Entgeltordnung für die Nutzung von Sportanlagen der Gemeinde war am Donnerstag Thema im Ausschuss für Soziales und Gesellschaft. Der VfL Schlangen als einer der betroffenen Vereine hatte um ein politisches Statement gebeten.

Im Rahmen des Haushaltssicherungskonzeptes sind die bestehenden Nutzungsverträge mit den Vereinen VfL Schlangen und Fortuna Schlangen sowie die Nutzungsvereinbarungen mit den SF Oesterholz-Kohlstädt gekündigt worden. Die Verwaltung führte im Laufe des Jahres Gespräche mit den Vereinen.

»Wir haben Gesamtkosten von 270.000 bis 280.000 Euro pro Jahr, die durch die Sportstätten anfallen. Anfangs haben wir überlegt, ob die Vereine die Bewirtschaftungskosten der Vereinsheime in Höhe von 20.000 Euro übernehmen können. Aber das war für die Vereine nicht zu stemmen«, erläuterte Thorsten Aust.

Der zweite Ansatz sah eine Kostenbeteiligung an den Bewirtschaftungskosten von zehn Prozent vor, was einer Summe von 11.500 Euro entspreche. Aust: »Wir würden gerne Einsparungen erzielen. Es ist aber schwierig, die Positionen je nach Verein auseinanderzurechnen.« Deshalb hat sich die Verwaltung auf eine einfache und transparente Lösung verständigt.

Die Nutzung der Hallen und Sportstätten soll 1,50 Euro je Stunde kosten

Die Benutzung der Sportstätten ist entgeltpflichtig. Die Entgeltpflicht bezieht sich auf den Trainingsbetrieb der Vereine. Für die Nutzung der Hallen und Sportstätten soll ein Entgelt von 1,50 Euro je Stunde erhoben werden. Für mehrtägige Veranstaltungen der Vereine wie die Sportwerbewoche oder die Handballwoche werden 200 Euro fällig. Explizit von den Nutzungsentgelten befreit werden Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren. Aust: »Wir wollen Kinder und Jugendliche weiter fördern, deswegen bleiben sie bei den Entgelten außen vor.« Ebenfalls befreit sind Schulen, Kitas, die Offene Jugendarbeit und die Volkshochschule.

Die Entgeltordnung bezieht sich auf die fünf Hallen und drei Sportplätze inklusive Kleinspielfeld und Sporthäuser der Gemeinde. Diese werden hauptsächlich durch die drei Vereine VfL Schlangen, Fortuna Schlangen und Sportfreunde Oesterholz-Kohlstädt genutzt.

»Wir haben versucht, mit diesem Vorschlag ein Standbein für alle zu entwickeln, das nachvollziehbar ist. Wir investieren nicht unwesentlich in die Sportstätten und halten die Entgeltordnung für einen gangbaren Weg«, sagte Thorsten Aust. Zwei Vereine hätten den Weg mitgehen können, der VfL habe im Vorfeld um ein politisches Statement gebeten. Dies gaben die Fraktionen während der Ausschusssitzung.

Das sagen die Vertreter der Fraktionen

Michael Zans (SPD) sagte: »Sportplätze und Sporthallen machen im Haushalt den größten Posten bei den freiwilligen Leistungen aus.« Der SPD-Fraktionsvorsitzende hat die beabsichtigten Nutzungsentgelte von 1,50 Euro pro Stunde mit denen anderer Kommunen verglichen: »Lübbecke erhebt seit 2006 12 Euro pro Stunde. Kinder und Jugendliche sind frei. In Würselen zahlen alle Nutzer gestaffelte Sätze für die Einfach-, Zweifach- und Dreifach-Halle.« Paderborn erhebe 1,30 Euro pro Stunde für alle und mache keinen Unterschied zwischen Spiel- und Trainingsbetrieb. Sein Fazit: »Wenn man sich all dies anschaut, ist eine Nutzungsgebühr von 1,50 pro Stunde akzeptabel.«

Matthias Buchheim (CDU) betonte, seine Fraktion stimme dem Vorschlag nicht zu: »Die Sportstätten sind eine freiwillige Leistung, aber uns ist diese wichtig.« Der Ratsherr erläuterte den Status quo und sagte: »Wenn wir jetzt über 5000 Euro sprechen, rettet das den Haushalt nicht. Wir sind der Meinung, dass es wichtigere Punkte gibt, bei denen wir sparen können.« Wer die Mitgliedsbeiträge erhöhe, bekomme auch mehr Austritte. Buchheim: »Das ist es uns nicht wert.«

Mit der Kündigung der Nutzungsverträge sind auch die allgemeinen Zuschüsse an die Vereine weggefallen, erläutert Thorsten Aust auf Anfrage dieser Zeitung. Diese belaufen sich auf eine Gesamtsumme von etwa 8700 Euro.

Sylvia Ostmann (Grüne) lehnte ebenfalls eine Zustimmung ihrer Fraktion ab: »Dem können wir nicht zustimmen. Die Entgeltordnung wirft Fragen auf, die noch geklärt werden müssen.« Dem schloss sich auch Barbara McMillan (FDP) an: »Darüber müssen wir definitiv erst beraten.«

Der Ausschuss sprach keine Empfehlung für die Ratssitzung am 21. Dezember aus.

 

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