Do., 01.02.2018

Gehölzrückschnitt auf Nabu-Fläche in Oesterholz soll heimische Arten stärken Hier fühlen sich Insekten wohl

Einiges zu tun gab es für die Nabu-Gruppe Schlangen auf der Fläche in Oesterholz. Hier haben Matthias Drinkuth am Hochentaster (links) und Dirk Tornede mit den Helfern Platz für heimische Insekten- und Pflanzenarten geschaffen.

Einiges zu tun gab es für die Nabu-Gruppe Schlangen auf der Fläche in Oesterholz. Hier haben Matthias Drinkuth am Hochentaster (links) und Dirk Tornede mit den Helfern Platz für heimische Insekten- und Pflanzenarten geschaffen. Foto: Nicole von Prondzinski

Von Nicole von Prondzinski

Schlangen (WB). Bei einem Arbeitseinsatz in der Senne haben jüngst mehrere Schlänger ein Grundstück von Bäumen und Gehölz befreit, um das natürliche Wachstum von heimischen Pflanzen zu unterstützen. Dadurch sollen sich auch heimische Insekten hier wieder wohler fühlen.

Die Mitglieder der Nabu-Gruppe Schlangen erhoffen sich, dass sie dadurch dem alarmierenden Insektensterben entgegenwirken können. Mithilfe von Spenden hatte die Naturschutzorganisation das 17 Meter breite Grundstück nördlich von Oesterholz im vergangenen Jahr gekauft.

Dirk Tornede, Leiter der Nabu-Gruppe Schlangen, hat damit große Pläne: »Jetzt können wir eine Art Lichtung Richtung Sandkuhle freilegen, damit sich heimische Insektenarten ansiedeln können.«

Äste dienen Amphibien als Unterschlupf

Die Mitglieder der Ortsgruppe fällen dafür Bäume wie Pappeln und Kiefern, um eine Verbindung zwischen den offenen Flächen in der Senne zu schaffen, so auch zur Sandkuhle hin. Dadurch hat der Sandmagerrasen wieder die Möglichkeit, sich auszubreiten, teilt Dirk Tornede mit und betont: »Heimische Insektenarten brauchen heimische Pflanzen.«

Gewächse wie die Berg-Sandglöckchen und Heidenelken könnten sich nach Angaben des Nabu-Experten mit mehr Licht und Sandmagerrasen als Grund auf diesem Teil des Waldes ansiedeln: »Diese locken dann Insekten an.« Übrig gebliebenes Astmaterial vom Gehölzrückschnitt, das nicht als Brennholz dient, lassen die Naturschützer vor Ort. Es soll Amphibien als Unterschlupf dienen.

Ziegen als natürliche Insektenschützer

»Zum Kampf gegen neu aufkommende Gehölze werden wir Ziegen einsetzen«, erläutert Tornede. Bereits im vergangenen Jahr haben 15 Ziegen das Grundstück sowie die Sandkuhle mitbeweidet. Die Tiere fressen neu auftreibende Gehölze, noch bevor sie zu Bäumen werden, die den kleinen insektenfreundlichen Pflanzen das nötige Licht nehmen. »So bleibt das Gelände auf natürliche Art auch auf lange Sicht frei. Nur einzelne Eicheln werden sich als Solitärbäume durchsetzen können«, sagt Tornede.

Im Laufe des Jahres sind zwei Exkursionen zu besagter Fläche geplant. »Einmal im Sommer und einmal im Herbst werden wir die Fläche begehen, um zu sehen, wie es sich für die Insekten entwickelt«, plant Tornede. Zu diesen Exkursionen sind Mitglieder der Nabu, aber auch alle anderen Naturinteressierten eingeladen.

Umweltorganisation sucht Mitstreiter

»Vielleicht sehen wir dann sogar Orchideen« hofft der Naturfreund. Von dieser Pflanze gebe es auch heimische Arten, die auf dem Gelände wachsen könnten. Um die Artenvielfalt der Insekten aufrecht zu erhalten, müssen laut Tornede auch seltene Pflanzen erhalten bleiben: »Dazu gehört eine abwechslungsreiche Umgebung.«

Diese freigelegte Fläche bilde im Wald jetzt einen Ort mit mehr Licht an einer Stelle mit ausreichend Grundwasser. »Die Senne ist gar nicht so trocken, wie ihr nachgesagt wird«, erläutert einer der Helfer beim Arbeitseinsatz: »Das Grundwasser ist hier allgemein ziemlich hoch. Besonders in der Sandkuhle und in der Nähe davon gibt es viele Wasserlöcher mit Laichbiotopen. Das sind gute Voraussetzungen für Insekten.«

»Wer Interesse hat oder einfach gerne mal mit anderen Aktiven an der frischen Luft tätig werden möchte, ist bei Aktionen der Nabu-Gruppe Schlangen immer willkommen«, sagt Leiter Dirk Tornede. Ankündigungen und Informationen zu den Terminen gibt es bei ihm unter E-Mail nabu-owl@rolfscher-hof.de.

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