Do., 08.02.2018

Diplom-Ingenieur stellt Pläne zur Erneuerung des Kunstrasens am Rennekamp vor Ein Platz mit vielen Schichten

Auf dem Kunstrasenplatz am Rennekamp tragen die Jugend- und Seniorenmannschaften von Fortuna Schlangen ihre Heimspiele aus. Er ist zwölf Jahre alt und soll im Sommer durch einen neuen ausgetauscht werden.

Auf dem Kunstrasenplatz am Rennekamp tragen die Jugend- und Seniorenmannschaften von Fortuna Schlangen ihre Heimspiele aus. Er ist zwölf Jahre alt und soll im Sommer durch einen neuen ausgetauscht werden. Foto: Sonja Möller

Von Sonja Möller

Schlangen (WB). Die Fußballer von Fortuna Schlangen wünschen sich schon lange einen neuen Kunstrasenplatz. Der bisherige Teppich am Rennekamp ist abgenutzt. Im Sommer soll es soweit sein. Rudolf Brinkmann vom Ingenieur-Büro Brinkmann und Deppen in Sassenberg hat den Stand der Planung vorgestellt.

Dafür war extra eine gemeinsame Sitzung vom Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt mit dem Ausschuss für Soziales und Gesellschaft anberaumt worden. Diplom-Ingenieur Rudolf Brinkmann stellte dabei den aktuellen Aufbau des Rennekampplatzes vor: Unter dem vier Zentimeter dicken Teppich liegt derzeit eine Ausgleichsschicht (drei bis vier Zentimeter) gefolgt von einer alten Tragschicht aus Lava (sechs bis sieben Zentimeter) und einer aus Schotter (zwölf Zentimeter).

Darunter befinden sich zehn Zentimeter Kiessand. Dieser soll beim neuen Kunstrasenplatz erhalten bleiben. »Die drei darüber liegenden Ausgleichs- und Tragschichten reißen wir auf und vermischen sie, damit eine gleichmäßige Schicht entsteht. Die Höhe bleibt dabei erhalten«, sagt Rudolf Brinkmann.

Natürlicher Rohstoff

Darauf aufgebracht werde eine elastische Tragschicht aus einem Gummi-Split-Gemisch (3,5 Zentimeter dick), auf die dann der Kunstrasen-Teppich verlegt wird. »Dieser hat eine Halmhöhe von 42 Millimeter«, erläuterte der Planer und stellte den Ausschussmitgliedern verschiedene Verfüllmöglichkeiten vor. Am voluminösesten ist sortenreiner Kork. »Dies ist ein natürlicher Rohstoff, der nach zwölf bis 15 Jahren viel einfacher zu entsorgen ist als beispielsweise EPDM«, erläuterte Brinkmann.

EPDM ist ein Füllstoff aus sortenreinem neuem Gummigranulat. »Möglich ist auch die Verwendung von TPE, einem thermoplastischen Kunststoff, der aber teurer ist«, informierte Rudolf Brinkmann. Er schlug vor, dass sich die Ausschussmitglieder verschiedene Teppiche – gerade, gekräuselt oder in einer Mischfaser – kombiniert mit verschiedenen Füllstoffen auf anderen Plätzen anschauen, um sich dann zu entscheiden.

Im Zuge der Erneuerung des Kunstrasenplatzes soll auch die Entwässerung erweitert werden. Bisher fließt das Wasser über Rohre ab, die im Abstand von acht Metern die lange Seite entlangführen. Das Ingenieur-Büro plant, jeweils dazwischen neue Rohre zu verlegen. Damit würde die Drainage die neue Norm mit einem Abstand der Rohre von sechs Metern erfüllen.

Einige Rohre nicht mehr funktionstüchtig

Brinkmann kennt aber noch einen weiteren Vorteil: »Die Entwässerung macht fünf bis sieben Prozent der Kosten aus. Wenn die elastische Schicht und der Teppich verlegt sind, kommt man an die Drainage nicht mehr heran. Falls es Ablagerungen in den alten Rohren gibt, übernehmen die neuen.« Verlegt man diese nicht, drohe ein Totalverlust, weil der Teppich und die elastische Schicht aufgeschnitten werden müssten. Die Planer können nicht ausschließen, dass einige der Rohre nicht mehr funktionstüchtig sind. Dazu merkte Bodo Kibgies (CDU) an: »Momentan ist es so, dass an einer Ecke des Platzes das Wasser bei Starkregen steht und nicht mehr abfließt.« Diese Information war Rudolf Brinkmann neu und bekräftigte seine Einschätzung. Das Wasser fließt über die Drainage-Rohre in den Abwasserkanal.

Die Ausschreibung soll jetzt möglichst kurzfristig erfolgen, teilt der Planer mit: »Angedacht ist, im Mai oder Juni zu starten.« Die Bauzeit betrage etwa zwei Monate. Darin eingerechnet seien bereits zeitliche Puffer.

Marcus Foerster (Die Grünen) erkundigte sich nach der Lebensdauer des neuen Kunstrasens. »Diese ist abhängig von der Nutzung und Pflege des Platzes. Die Hersteller geben zwölf bis 15 Jahre an. Bei guter Pflege kann der Platz aber länger halten«, betont Rudolf Brinkmann. Die Pflegekosten, die jährlich für die Gemeinde anfallen, gibt er mit 1,60 Euro pro Quadratmeter.

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