Mi., 07.03.2018

Entgeltordnung der Sportstätten ist Thema beim VfL – Werner Tegeler sucht Nachfolger »Ein völlig falsches Signal«

Der Vorstand mit (von links) Werner Tegeler, Winfried Lange, Christiane Autsch (Mitgliederverwaltung), Mirco Bockhoff (stellv. Vorsitzender) und Horst Koberstein führt den VfL in die Zukunft.

Der Vorstand mit (von links) Werner Tegeler, Winfried Lange, Christiane Autsch (Mitgliederverwaltung), Mirco Bockhoff (stellv. Vorsitzender) und Horst Koberstein führt den VfL in die Zukunft.

Von Sonja Möller

Schlangen (WB). Es ist viel Bewegung im größten Sportverein der Gemeinde Schlangen: Trotz 130 Abmeldungen ist die Mitgliederzahl im vergangenen Jahr auf 1464 gestiegen. Großes Thema der Jahreshauptversammlung war der Sportstätten-Nutzungsvertrag mit der Kommune.

2017 sind 148 Mitglieder neu in den VfL eingetreten. »Insgesamt gab es eine Fluktuation von 278, die wir aber nicht negativ sehen. Kinder und Jugendliche orientieren sich um, und das ist gut so. Es geht darum herauszufinden, welche Sportart ihnen liegt«, ordnete der VfL-Vorsitzende Werner Tegeler ein. Er geht von einer weiter positiven Entwicklung des Vereins aus: »Unser Angebot ist scheinbar optimal und kommt gut an.« In Zukunft komme es darauf an, die Qualität und Quantität des Angebots zu halten und neue Übungsleiter zu finden.

Die Abteilungen

Die Turner stellen mit 32 Gruppen die größte Abteilung. 30 Übungsleiter machen dies möglich, teilte Diana Solle mit. Sie sucht weitere Unterstützung: »Wir könnten zum Beispiel eine Fachkraft im Jonglieren sehr gut gebrauchen.« Die Basketballer haben sich mit zwei Aufstiegen im vergangenen Jahr in den höheren Ligen etabliert. Für die Handballer ist das wichtigste Ziel, Jugendliche zu binden, teilte Carsten Lüning mit. Dies klappe schon bei den Jüngsten Mini-Minis sehr gut. Mit zwei Mannschaften treten die Tischtennis-Spieler an. Die Fußballer stellen die kleinste Abteilung. Ungeschlagen beliebt ist das Sportabzeichen, das im vergangenen Jahr 71 Erwachsene und 237 Jugendliche im Alter von fünf bis 80 Jahren abgelegt haben.

Hallen-Nutzungsvertrag

Seit vergangenem Mittwoch liegt dem Vorstand die Entgeltordnung für die Benutzung der Sporthallen vor. »Die Einführung der Entgeltordnung ist damit politisch besiegelt und verstärkt die Kommerzialisierung weiter«, machte Werner Tegeler seinen Standpunkt deutlich.

Die Politik habe die Chance verpasst, in einem Dialog mit den Vereinen nach Lösungen zu suchen und alle freiwilligen Leistungen der Kommune neu zu bewerten und zu priorisieren: »Verhandlungen auf Augenhöhe kann ich nicht bestätigen«, betonte Tegeler. Zwar sei der VfL gehört worden. Dies habe sich aber nicht auf den Vertrag ausgewirkt. Tegeler betont: »Die Einführung einer Entgeltordnung ist ein völlig falsches Signal an die vielen Ehrenamtlichen. Wir sind freier Träger der Jugendhilfe.« Positiv sei, dass dem VfL weiter das Erstbelegungsrecht obliege, dass seit 1978 besteht.

Für den Verein bedeute die Entgeltordnung eine Mehrbelastung von 6000 Euro, teilte der Vorsitzende mit. »Neben 2000 Euro für die Hallennutzung kommen weitere 4000 Euro Zuschuss hinzu, der gestrichen worden ist«, erläutert Tegeler. Für den Verein ist dies ein falsches Signal. »Die Pauschale für die Übungsleiter müsste dringend verdoppelt werden. Sie besteht seit 20 Jahren. Aber wenn wir das täten, könnten wir den Verein nicht weiter führen«, verdeutlichte Kassierer Horst Koberstein.

Beiträge bleiben gleich

Trotz der Mehrkosten durch die Sportstätten-Nutzungsgebühr werden die Mitgliedsbeiträge nicht erhöht, betonte Tegeler: »Andere Vereine machen das sofort. Wir nicht! Die Folgen sind schwer abzuschätzen.« Der Vorstand stehe vor der Frage, wie er den Verein strukturieren wolle. Wir müssen auch an die Qualität unserer Angebote denken.«

Vorstand wiedergewählt

Bei den Wahlen zum Vorstand waren sich die Mitglieder einig: Einstimmig im Amt bestätigt wurden der Vorsitzende Werner Tegeler, Kassierer Horst Koberstein, Geschäftsführer Winfried Lange sowie Sozialwart Rainer Voss. Werner Tegeler teilte im Anschluss mit, dass dies seine letzte Amtszeit werde: »Ich stehe danach nicht mehr zur Verfügung. Es ist jetzt unsere Aufgabe, einen Nachfolger zu finden, der den Traditionsverein in gutem Fahrwasser weiterführt. Das ist nicht einfach, aber machbar.«

Ehrungen

Im VfL treiben 575 Kinder und Jugendliche Sport. Dies sind 39 Prozent aller Mitglieder. Doch es gibt auch viele langjährige Mitglieder, die dem Verein die Treue halten. Einer von ihnen ist Herbert Stüker, der seit 70 Jahren VfL-Mitglied ist. Er war langjähriger Torwart der Handball- und der Fußballmannschaft des VfL und schaut sich immer noch ab und an Spiele an. Seit 60 Jahren im Verein sind Friedrich Lahme, Hermann Köster, Erwin Herdehuneke, Wolfgang Janz, Helmut Schäferjohann und Karl-Heinz Klöpping. Ein halbes Jahrhundert halten Dietmar Richts, Ingo Kottmann, Doris Berndt, Willi Gernhardt und Walter Kanne dem VfL die Treue.

Für 40-jährige Mitgliedschaft ehrte Werner Tegeler Erika Bockhoff, Mirco Bockhoff, Bettina Grote, Ulrike Grüne, Sieglinde Otte, Silvia Benkelberg, Maria Wolter, Oliver Schmidt, Christel Danzenbächer, Lars Danzenbächer, Christa Solle, Diana Solle, Karl-Heinz Radzuweit, Frank Rebbe, Norbert Luce, Werner Schmidt, Birgit Rychlik, Dietmar Schomann und Monika Möller.

Seit 25 Jahren im Verein sind Fabian Rolf Brockmann, Katrin Leimkühler, Lisa Lübbertsmeier, Cornelia Dreier, Ulrich Huppertz, Kevin Dear, Sven Kötter, Henrik Krehs, Christian Schulte, Janina Gingert, Sabine Gingert, Hendrik Köplin, Johannes Kopel-Varchmin, Ulrike Varchmin, Günther Krause und Verena Solle.

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