Mi., 16.05.2018

Fünf Sommertage mit mehr als 25 Grad – Staub trübt Seen ein und legt gelben Belag auf Autos April bricht alle Wärmerekorde

Es hat gestaubt zum April-Ende: Hier schwimmen Schlieren der Koniferenpollen im See vor den Externsteinen.

Es hat gestaubt zum April-Ende: Hier schwimmen Schlieren der Koniferenpollen im See vor den Externsteinen. Foto: Robin Jähne

Von Robin Jähne

Schlangen (WB). Der April macht bekanntlich, was er will. Und er wollte diesmal, dass es ein wenig trockener und wärmer wird. Viel wärmer. Der April 2018 knackte alle Wärmerekorde, was die durchschnittliche Monatstemperatur betrifft. Es gab fünf Sommertage mit Höchstwerten von mehr als 25 Grad. Dazu gab es mehr Sonne als im Durchschnitt.

Anfang April noch Frost

Dabei fing er kühl an. Am ersten April gab es noch Frost. Das ist auch normal so. Und wahrscheinlich zum letzten Mal für die vergangene Wintersaison mischten sich ein paar Flocken in die Regentropfen. Ein paar Tage später kletterte das Quecksilber bereits auf 16 Grad und lockte Zitronenfalter hervor. Die überwintern und haben so den Vorteil, gleich als erste an die Blüten zu können.

In der warmen Luft, die von Süden kam, bildeten sich bald Schauer. Aber mit dem Wind aus Süden kam noch mehr: Die Schwalben hatten die Gelegenheit genutzt, und waren mit Rückenwind zurück gekehrt. Zum Ende der ersten Monatsdekade kam feiner Saharastaub mit ins Lipperland. Der Himmel wirkte irgendwie fahler, und wenn die Sonne unterging, gab es einen intensiven gelblichen Farbton.

Feuchtwarmen Luft Gewitter

Den Staub wuschen einige Schauer aber schnell wieder vom Himmel. Am 12. und 13. bildeten sich in der feuchtwarmen Luft Gewitter, teilweise waren die leuchtenden Gewitterwolken am Abend aus hunderten Kilometern Entfernung zu sehen. Am 13. bildete sich sogar ein kleines Gewitter über der Senne und überquerte den Teutoburger Wald: So kam auch mal der Detmolder Raum in den Genuss eines Gewitters, die machen um diese Region nämlich sonst oft einen Bogen.

Was dann kam, war schon fast ein Vorgeschmack auf den Sommer: 27,5 Grad am 21. April. Nicht nur die Obstbäume und der Raps hatten es nun eilig. Viele Bäume bildeten in diesem Jahr besonders viele Blüten aus. Das nennt der fachkundige Waldläufer ein Mastjahr. Eichen und Buchen hängen voll, da werden sich die Wildschweine im Herbst freuen.

Starke Koniferenblüte

Eine Besonderheit war die starke Koniferenblüte. Wer bei Tannen und Fichten genau hinsah, der konnte kleine, bräunliche Gebilde an den Zweigen hängen sehen. Bewegten sich die Zweige, rieselten ganze gelbe Wolken aus diesen Gebilden. Es handelte sich um die männlichen Blüten – sie sind inzwischen verblüht und fallen ab. Aber sie produzieren gelben Pollenstaub millionenfach. Der Wind verweht diesen gelben Staub. Und vielleicht trifft eines der Körner einen der roten Mini-Zapfen eines anderen Baumes – die weiblichen Blüten.

Dieser Staub ist übrigens verantwortlich für die trüben Fenster, die Schlieren auf den Seen und Pfützen und den gelben Belag auf den Autos. Unschuldig ist der Raps. Der hat es gar nicht nötig, so viele Pollen zu erzeugen, denn er wird dabei von den Bienen und anderen Insekten unterstützt.

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