Fr., 08.12.2017

18-Jähriger aus Bad Oeynhausen starb bei Love Parade – an diesem Freitag ist Prozessbeginn »Es bleibt immer eine Wunde offen«

Rückblick: Im Juli 2010 hat das WESTFALEN-BLATT auch im Lokalteil über das schreckliche Geschehen bei der Love-Parade in Duisburg und die traurigen Folgen berichtet. 

Rückblick: Im Juli 2010 hat das WESTFALEN-BLATT auch im Lokalteil über das schreckliche Geschehen bei der Love-Parade in Duisburg und die traurigen Folgen berichtet.  Foto: Claus Brand

Von Lukas Brekenkamp

Bad Oeynhausen (WB). Genau 2694 Tage sind seit der Tragödie der Love Parade in Duisburg am 24. Juli 2010 vergangen, bei dem 21 junge Menschen ums Leben kamen – darunter auch ein 18-Jähriger aus Bad Oeynhausen. Mehr als 500 weitere Personen wurden damals verletzt. An diesem Freitag beginnt in Duisburg der Prozess gegen zehn an der Planung des Festivals beteiligte Angeklagte.

War es seinerzeit am Anfang nur eine Vermutung, wurde es kurze Zeit später zur traurigen Gewissheit: Ein 18-jähriger Bad Oeynhausener ist während der Massenpanik ums Leben gekommen. »So etwas macht ratlos. Das war eine schwere Situation«, erinnert sich Altstadt-Pfarrer Lars Kunkel. Er hat die betroffene Familie damals seelsorgerisch begleitet. »Wir haben versucht, zu helfen. Als Seelsorger kann man nur für Menschen da sein.«

Damals habe sich die evangelische Altstadtgemeinde darüber hinaus dazu entschieden, auch weitere Hilfestellung für die Familie zu leisten. So hat man ein Spendenkonto eingerichtet, um für die Angehörigen zu sammeln, berichtet Lars Kunkel, der auch den Trauergottesdienst für den Verstorbenen gehalten hat. Mehr als 2000 Euro wurden damals gesammelt – vor allem auch, um beispielsweise die Beerdigung finanzieren zu können. »Es ging damals nicht ums Geld, sondern darum, Mitgefühl auszudrücken«, sagt Lars Kunkel. Viele Menschen seien damals auf ihn zugekommen, mit dem Wunsch zu helfen.

2694 Tage sind seit der Tragödie verstrichen – mehr als sieben Jahre. Nun beginnt die Aufarbeitung der Katastrophe vor Gericht. Angeklagt sind vier Mitarbeiter des Veranstalters sowie sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg. Ihnen wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Für die Hinterbliebenen scheint das allerdings wenig Trost: »Es bleibt immer eine Wunde offen«, sagt Lars Kunkel mit Blick auf die Hinterbliebenen.

Auch Manfred Reißaus aus Bad Salzuflen verlor die 22-Jährige bei der Loveparade-Katastrophe.

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