Mi., 13.12.2017

Zehnjähriger aus Bad Oeynhausen ist behindert – Mutter bittet Stiftung um Hilfe Carl infizierte sich im Mutterleib

Wenn Nanny Smaluhn (49) aus Bad Oeynhausen mit ihrem Sohn Carl (10) unterwegs ist, kommt Hündin Sanggi mit.

Wenn Nanny Smaluhn (49) aus Bad Oeynhausen mit ihrem Sohn Carl (10) unterwegs ist, kommt Hündin Sanggi mit. Foto: Oliver Schwabe

Von Christian Althoff

Bad Oeynhausen (WB). Das Zytomegalie-Virus ist weit verbreitet und in der Regel harmlos. Wenn Betroffene überhaupt etwas bemerken, sind es Grippesymptome. Steckt sich allerdings eine Schwangere mit dem Virus an, kann das schwerste Folgen für das ungeborene Kind haben.

Nanny Smaluhn (49) aus Bad Oeynhausen steht mit ihrer Hündin Sanggi in der Dezemberkälte am Straßenrand und wartet auf den Kleinbus, der ihren Sohn Carl (10) jeden Nachmittag aus der Förderschule nach Hause bringt. Als der Bus da ist und der Fahrer den Jungen in seinem bunten Rollstuhl herausschiebt, sieht Carl die schwanzwedelnde Hündin und strahlt. »Er ist ein sehr fröhlicher Junge, obwohl er schon so viel durchgemacht hat«, sagt die Mutter.

Impfung gegen das Virus nicht möglich

Der Junge kam im Herbst 2007 etwas zu früh zur Welt, und sein Kopf war auffallend klein. Zwei Tage später stand die Diagnose fest – eine Zytomegalie-Infektion, offenbar während der Schwangerschaft übertragen. Eine Impfung gegen das Virus ist nicht möglich. Studien zeigen, dass 60 bis 90 Prozent aller Erwachsenen irgendwann schon einmal mit dem Virus infiziert waren. Betroffene können die Viren monatelang weitergeben, zum Beispiel mit ihrem Speichel.

»Nach der Diagnose kam Carl für acht Wochen an einen Tropf, um die Auswirkungen der Infektion einzudämmen«, sagt Nanny Smaluhn. »In dieser schwierigen Zeit hat uns sein Vater verlassen.«

Zytomegalie-Virus als Auslöser

Das Zytomegalie-Virus hat schwerste Schäden im Gehirn des Jungen angerichtet, und doch hat Carl Fähigkeiten, die seine Mutter immer wieder überraschen. »Er versteht alles, was ich sage, aber er kann nicht antworten – obwohl er es immer wieder probiert«, sagt die Mutter.

Carl mache sich mit Gesten und Lauten verständlich, und in der Schule übten die Lehrer geduldig neue Wörter mit ihm. »Er freut sich wie verrückt, wenn er wieder eines gelernt hat«, sagt Nanny Smaluhn, die den Wortschatz des Zehnjährigen auf 30 Begriffe schätzt.

»Carl ist auch technikbegeistert. Wenn er meinen CD-Spieler bedienen darf oder eine Werkzeugkiste vor sich hat, ist er ganz aus dem Häuschen.«

Neben Hirnschädigung auch körperliche Behinderung

Wie bei vielen betroffenen Kindern kommt auch bei Carl zur Hirnschädigung eine körperliche Behinderung dazu. Er kann nicht richtig schlucken und hat ein Handicap mit seiner rechten Körperhälfte. »Gehen kann er nur, wenn er in einem speziellen Gestell steht«, sagt die Mutter.

Die beiden haben gerade wieder einen längeren Krankenhausaufenthalt hinter sich. »Carls Füße zeigten nach unten wie die Füße einer Balletttänzerin. Wir waren in einer Spezialklinik in Nürnberg, wo seine Fußmuskeln verkürzt wurden. Anschließend kamen die Füße für zwölf Wochen in Gips«.

Geld für Reparatur des Autos fehlt

Die alleinerziehende Frau hat sich hilfesuchend an die Andreas-Gärtner-Stiftung gewandt, weil ihr das Geld für die Reparatur ihres 16 Jahre alten Citroën Berlingo fehlt, in dem Carl und der Rollstuhl Platz finden. »Taxifahrten zu den Ärzten würde die Krankenkasse zwar übernehmen, aber für alle anderen Fahrten sind wir auf den Wagen angewiesen.«

Weihnachtsspendenaktion

Schon 2012 kam der Erlös der WESTFALEN-BLATT-Weihnachtsspendenaktion der Andreas-Gärtner-Stiftung zugute. Und auch in diesem Jahr bitten wir Sie um Ihre Unterstützung für diesen guten Zweck. Hermann Gärtner garantiert dafür, dass jeder Euro ohne jeden Abzug bei den Betroffenen ankommt.

Hermann Gärtner, dessen inzwischen verstorbener Sohn Andreas geistig behindert war, hatte 1993 die Andreas-Gärtner-Stiftung gegründet, die geistig Behinderte unterstützt.

Lesen Sie hier das Interview mit Hermann Gärtner und seiner Tochter Birgit Gärtner.

Spendenkonto

Um zu spenden, nutzen Sie bitte folgendes Konto:

Andreas-Gärtner-Stiftung

DE 72 4905 0101 0040 1379 45

Zweck: Weihnachtsspende

Für eine Spendenquittung vermerken Sie bitte Ihre Adresse auf dem Überweisungsträger. Die Namen der Spender werden veröffentlicht, die Höhe der Einzelspenden nicht. Soll Ihr Name nicht erscheinen, melden Sie sich bitte unter Tel. 0521/585254 oder spende@westfalen-blatt.de.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5354732?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F