Sa., 16.12.2017

Einsatz an der Brücke Oberbecksener Straße in Bad Oeynhausen wird vorbereitet Raupenkran lässt 355 Tonnen fliegen

Für die Arbeiten an der Brücke Oberbecksener Straße wird das Unternehmen Franz Bracht einen vergleichbaren Gittermast-Raupenkran einsetzen. Wie hier beim Herausheben eines Großtransformators aus einem Binnenschiff in Stolzenau (Niedersachsen) hebt der Kran ein tonnenschweres Gewicht.  

Für die Arbeiten an der Brücke Oberbecksener Straße wird das Unternehmen Franz Bracht einen vergleichbaren Gittermast-Raupenkran einsetzen. Wie hier beim Herausheben eines Großtransformators aus einem Binnenschiff in Stolzenau (Niedersachsen) hebt der Kran ein tonnenschweres Gewicht.   Foto: Franz Bracht/Dirk Ullrich

Von Rajkumar Mukherjee

Bad Oeynhausen (WB). So einen Einsatz wird es in Bad Oeynhausen wohl so schnell nicht wieder geben: Ein Raupenkran der Firma Franz Bracht soll die Betonbrücke an der Oberbecksener Straße in die Luft heben. Die Herausforderung: 50 Meter weiter soll das insgesamt 355 Tonnen schwere Teil abgesetzt werden.

Am kommenden Donnerstag und Freitag, 21. und 22. Dezember 2017, sollen die Vorbereitungen stattfinden, teilt Dirk Ullrich, Niederlassungsleiter OWL bei Franz Bracht, mit. Wie berichtet, ist für das eigentliche Anheben der Bahnbrücke der Zeitraum zwischen dem 27. und 29. Dezember 2017 vorgesehen. Voraussichtlich am 27. Dezember 2017 wird das Betonbauwerk gegen 18 oder 19 Uhr angehoben und umgesetzt. Ein konventioneller Abriss, so hätten Planer der Deutschen Bahn angemerkt, könnte mehr als 53 Stunden in Anspruch nehmen. In diesem Zeitraum müssen die Arbeiten aber abgeschlossen sein. Nur so lange ist der Bahnbetrieb auf den vier Gleisen stillgelegt.

Aufragnehmerin für die Brückenarbeiten ist die Firma Becker Bau in Minden. Ausführende Firma ist die Franz Bracht Kranvermietung GmbH mit Sitz in Erwitte. Das Unternehmen ist bundes- und europaweit mit 1100 Spezialfahrzeugen im Einsatz. Darunter sind zehn Raupenkräne, Modell Terex CC 3800, mit insgesamt 54 Meter langem Ausleger. Er wird beispielsweise beim Aufstellen von Windkraftanlagen benötigt.

Boden unter dem Raupenkran muss absolut eben sein

Einsatzleiter Dirk Ullrich hat in den vergangenen 20 Jahren Erfahrungen mit bautechnischen Herausforderungen gesammelt. Die Gegebenheiten an der Oberbecksener Straße hat er sich genau angesehen. »Wichtig ist, dass der Boden absolut eben ist. Es darf keine Neigung geben. Schon eine Abweichung von zwei Grad könnte oben am Kran eine Querneigung von ein bis zwei Metern zur Folge haben«, sagt er.

Geplant ist, dass der Raupenkran an der Oberbecksener Straße, nördlich der Brücke, steht. Für den Arbeitsbereich wird eine etwa 30 Meter lange Fahrstraße angelegt. Sie wird aus einem etwa 15 Meter breiten und etwa 50 Zentimeter tiefen Schotterbett bestehen. Erst wenn alles »top eben« ist, werden darauf Baggermatten ausgelegt. Dabei handelt es sich um 100 Hartholzbohlen, je fünf Meter lang und einen Meter breit.

Der Raupenkran Terex CC 3800 hat eine Hubkraft von 600 Tonnen. In Bad Oeynhausen wird er die Brücke mit etwa 335 Tonnen Gewicht sowie je zehn Tonnen für die Hilfskonstruktion und die mannshohe Hakenflasche anheben – insgesamt 355 Tonnen. Aus etwa 25 Metern Entfernung wird der vordere Ausleger das Gewicht aufnehmen. Eine technische Herausforderung, wie Dirk Ullrich erklärt: »Zum Vergleich: Einen zehn Kilogramm schweren Hammer können Sie zwar leicht heben, diesen am langen Arm zu halten, kann aber schwierig werden.«

Hinterer Ausleger sorgt für Gleichgewicht

Um den Raupenkran nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen, ist dieser mit einem hinteren Ausleger ausgestattet, an dem etwa 370 Tonnen Schwebeballast angebracht werden. Die Frage des Gleichgewichts vergleicht Dirk Ullrich mit einer »Küchenwaage«. »Für jedes Kilo auf der einen Seite, brauchen Sie ein weiteres Kilo auf der anderen Seite als Ausgleich«, sagt er. Insgesamt wird sich der Raupenkran beim späteren Transport des Brückenteils sogar mit etwa 1100 Tonnen bewegen – inklusive seines Eigengewichts.

Außergewöhnliche Dimensionen birgt auch die Anlieferung des Raupenkranes – in Einzelteilen, verteilt auf 40 Lkw. »Der Aufbau ist ein bisschen wie ein Lego-Kasten. Der erste Lkw bringt die Grundkomponente, die Raupe, die mit dem Lkw bereits 130 Tonnen wiegt«, sagt Dirk Ullrich. Alleine der Aufbau des Raupenkrans soll drei Tage andauern.

Zehn bis 15 Mitarbeiter werden bei den vorbereitenden Tägigkeiten im Einsatz sein. Mit dem Kran werden dann aber nur zwei Personen arbeiten: der Kranfahrer und ein Koordinator. Die aufgenommene Betonbrücke soll in der Straße Kracht’s Kamp abgesetzt werden. Dort wird sie anschließend auseinandergenommen.

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