Do., 15.02.2018

340 Gäste beim Aschermittwochsempfang auf dem Wittekindshof in Bad Oeynhausen Auf dem Weg zu mehr Teilhabe

Welche Auswirkungen hat das Bundesteilhabegesetz? Dieser zentralen Frage sind Prof. Dr. Dierk Starnitzke (Vorstandssprecher der Diakonischen Stiftung Wittekindshof), NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, Clarissa Maschmeier, Detlef Luchtmeier, Joachim Luchtmeier, Yvonne Tegtmeyer und Marco Mohrmann (kaufmännischer Vorstand der Diakonischen Stiftung Wittekindshof) beim Aschermittwochsempfang mit etwa 340 geladenen Gästen in der Wittekindshofer Turnhalle nachgegangen.

Welche Auswirkungen hat das Bundesteilhabegesetz? Dieser zentralen Frage sind Prof. Dr. Dierk Starnitzke (Vorstandssprecher der Diakonischen Stiftung Wittekindshof), NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, Clarissa Maschmeier, Detlef Luchtmeier, Joachim Luchtmeier, Yvonne Tegtmeyer und Marco Mohrmann (kaufmännischer Vorstand der Diakonischen Stiftung Wittekindshof) beim Aschermittwochsempfang mit etwa 340 geladenen Gästen in der Wittekindshofer Turnhalle nachgegangen. Foto: Angelina Zander

Von Malte Samtenschnieder

Bad Oeynhausen  (WB). Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) und seine Folgen hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in den Mittelpunkt seiner Rede beim Aschermittwochsempfang auf dem Wittekindshof gestellt. Etwa 340 Gäste waren der Einladung der Diakonischen Stiftung gefolgt.

Vorstandssprecher Prof. Dr. Dierk Starnitzke wies in seiner Einführung zunächst darauf hin, dass es angesichts der mit dem Gesetz geplanten Trennung von existenzsichernden Leistungen und Fachleistungen für alle Beteiligten schwierig werde, Leistungen »wie aus einer Hand« zu erbringen, ohne dass Leitungslücken für Menschen mit Behinderungen entstünden. Besonders Menschen, die nicht mit Worten kommunizierten, müssten in dem komplexen System durch vertraute Bezugspersonen unterstützt werden, damit ihre Wünsche und Ziele verstanden würden.

Kurzfilm beleuchtet Einzelschicksal

Als Beispiel diente ein Kurzfilm über Detlef Luchtmeier. Dieser ist 62 Jahre alt und lebt seit mehr als 35 Jahren im Wohnhaus Bethanien auf dem Wittekindshofer Gründungsgelände in Volmerdingsen. Tagsüber arbeitet Detlef Luchtmeier in den Wittekindshofer Werkstätten und verpackt Stapelecken, die beim Transport von Schubkästen und anderen Zubehörteilen benötigt werden.

Wenn sein Material aufgebraucht ist, drückt er auf eine große rote Taste, die für ihn spricht: »Damit ich weiterarbeiten kann, benötige ich neue Stapelecken.« Dank des einfachen Sprachausgabegerätes ist Detlef Luchtmeier gut zu verstehen. Ohne technische Hilfsmittel ist das schwerer, da der 62-Jährige nicht mit Worten spricht.

Es sei dringend geboten, dass Menschen wie Detlef Luchtmeier im gesamten Verfahren der Bedarfsermittlung, Leistungsfeststellung und Planung der Fördermaßnahmen im Zuge des BTHG auch weiterhin von Menschen begleitet und unterstützt werden, die sie gut kennen und ihren Wunsch und Willen verstehen und zur Geltung bringen können, mahnte Dierk Starnitzke.

Minister bekundet Verständnis

»Wir vertrauen auf vorhandene Zuständigkeiten, Angebote und Strukturen«, entgegnete NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Ihm sei es wichtig, im Zuge der anstehenden Veränderungen nicht nur über behinderte Menschen zu reden, sondern sie mit einzubeziehen.

»Wenn jemand mit seinem Lebensumfeld zufrieden ist, sollten wir das nicht kaputt machen«, sagte Karl-Josef Laumann. In diesem Zusammenhang sei ideologisches Denken falsch. Es gelte stattdessen, jeden Menschen und seine Situation individuell in den Blick zu nehmen.

Landrat lobt Zusammenarbeit

»Wir sind froh, dass wir hier im Kreis einen der großen diakonischen Träger haben, die ihre Arbeit nicht nur mit viel Engagement für die Menschen machen, sondern stets auch zuverlässig und professionell«, stellte Landrat Ralf Niermann in seinem Grußwort fest. Weil die Zusammenarbeit schon immer von professionellem Miteinander geprägt gewesen sei, nehme er den Mund nicht zu voll, wenn er sage: »Egal, welche gesetzlichen Änderungen auf uns zukommen, die Zusammenarbeit wird gut bleiben.«

Seiner Freude über die mit 340 Zusagen große Resonanz verlieh Marco Mohrmann, kaufmännischer Vorstand der Diakonischen Stiftung Wittekindshof, Ausdruck. Seine Hoffnung auf einen interessanten und zugleich vergnüglichen Abend sollte sich erfüllen: Nach dem offiziellen Teil stand für die Gäste in der Wittekindshofer Turnhalle Grünkohl mit deftigen Beilagen auf dem Programm.

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