Sa., 03.03.2018

Tourismuskonzept nimmt Bad Oeynhausens Potenzial in den Blick Viele Stärken, einige Schwächen

Als die Besucher die Arbeit in Kleingruppen ablehnen, rücken Peter Adler (von links), Dirk Henschel und Jan Kobernuß die zum Ideensammeln vorbereiteten Stellwände an zentraler Stelle zusammen.

Als die Besucher die Arbeit in Kleingruppen ablehnen, rücken Peter Adler (von links), Dirk Henschel und Jan Kobernuß die zum Ideensammeln vorbereiteten Stellwände an zentraler Stelle zusammen. Foto: Malte Samtenschnieder

Von Malte Samtenschnieder

Bad Oeynhausen  (WB).  Trotz der insgesamt aufgeheizten Atmosphäre kam während der Vorstellung des neuen Tourismuskonzeptes am Donnerstagabend in der Wandelhalle die eine oder andere bedenkenswerte Idee auf den Tisch.

»Die Öffnung des Kurparkes war nur der erste Schritt um das Heilbad Oeynhausen für die Einheimischen und ihre Gäste erlebbar zu machen«, sagte Achim Wilmsmeier in seiner Begrüßung. An diesem Punkt setze der Entwurf des Tourismuskonzeptes an, »indem wir uns fragen, was wir noch tun können«, betonte der Bürgermeister.

Verschiedene Facetten des Oberthemas »Gesundheitstourismus« zeigte Jan Kobernuß, Geschäftsführer des Institutes für Tourismus in Köln, in seiner Präsentation auf. So wies er etwa darauf hin, dass bei allen geplanten Maßnahmen zwischen Gästen, die ihren Aufenthalt selbst bezahlen, und Klinikpatienten, deren Aufenthalt kassenfinanziert ist, unterschieden werden muss.

Umgestaltung ehemaliger Liegehalle ist zentrales Projekt

In vielen Bereichen ist Bad Oeynhausen laut Jan Kobernuß bereits gut aufgestellt. Die Kur­stadt habe aber auch Schwächen. »Es gibt einen Investitionsstau bei einigen touristischen Betrieben. Es fehlt ein Hotel auf höherem Niveau. Einzelhandel und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt sind verbesserungswürdig. Wegen wiederkehrender Staus auf der Ortsdurchfahrt ist das Image angekratzt. Die Identität von Bad Oeynhausen ist unklar«, zählte der Experte unter anderem auf.

Um eine Neuausrichtung Bad Oeynhausens auf den Weg zu bringen, habe der Runde Tisch »Gesundheitsstandort Bad Oeynhausen« in den vergangenen zwei Jahre diverse Maßnahmen entwickelt. »Ein zentrales Projekt ist die Umgestaltung der ehemaligen Liegehalle im Kurpark«, sagte Jan Kobernuß. Das 50 Jahre alte Gebäude solle als Mehrzweck- und Veranstaltungsort hergerichtet werden. Vorgesehen seien außer einem multifunktionalen Veranstaltungsraum eine Teeküche, ein Abstellraum, eine öffentliche Sanitäranlage und eine Außenterrasse mit Blick über die Liegewiese zum Von-Humboldt-Sprudel.

Darüber hinaus zählte der Experte diverse weitere Maßnahmen auf: Ein neues Beleuchtungskonzept für den Kurpark, die Schaffung eines Solegartens, die Attraktivierung des Vorplatzes der Wandelhalle, die Neugestaltung des Teichs und des Bachlaufs der Oeyne, die Umgestaltung des Rosengartens, das Einrichten eines Heilquellenrundweges, die Entwicklung des Sielparks zu einem Bürgerpark, die Weiterentwicklung von Bali-Therme und Aqua Magica gehören beispielsweise dazu.

Besucher rebellieren gegen geplanten Verlauf

Nachdem Jan Kobernuß 90 Minuten darauf verwendet hatte, die Grundzüge des Tourismuskonzeptes vorzustellen, war die Geduld vieler Zuhörer erschöpft. Sie sprachen sich nachdrücklich für den Beginn der zuvor in Aussicht gestellten Diskussion aus. Das Verteilen auf Kleingruppen lehnten sie ab. Stattdessen sollten einzelne Wortmeldungen im Plenum erörtert werden. Nach mehreren vergeblichen Anläufen, an der eigenen Linie festzuhalten, beugte sich Jan Kobernuß dem Publikum.

Während des folgenden Schlagabtausches kamen unterschiedliche Themen auf den Tisch von der Bedeutung der Sole, über Bad Oeynhausen als Heilbad, bis hin zur künftige Rolle des Kurparks.

Leseraktion: Mit welchen Pfunden kann Bad Oeynhausen wuchern?

Während der Diskussion über das neue Tourismuskonzept haben viele Teilnehmer die Sole als identitätsstiftendes Merkmal von Bad Oeynhausen benannt. Doch es gab auch kritische Stimmen, die mahnten, bei den weiteren Überlegungen auch andere Faktoren zu berücksichtigen.

Diese Aufforderung gibt die Lokalredaktion Bad Oeynhausen an Sie, liebe Leserinnen und Leser, weiter. Schreiben Sie uns (mit Namen, Adresse und Telefonnummer), mit welchen Pfunden Bad Oeynhausen aus Ihrer Sicht wuchern kann, an das WESTFALEN-BLATT, Lokalredaktion, Klosterstraße 24, 32545 Bad Oeynhausen, per E-Mail oder per Fax an 05731/251531.

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