Do., 17.05.2018

A-30-Fahrbahn muss zwischen Dehmer Tunnel und Löhne saniert werden Asphalt wirft Blasen

Die Fräsarbeiten zur Sanierung der Fahrbahn der Nordumgehung im Bad Oeynhausener Stadtgebiet (Foto) haben begonnen. Betroffen ist nach Angaben der Regionalniederlassung von Straßen NRW der Bereich zwischen Hahnenkamptunnel und Löhner Ortsgrenze.

Die Fräsarbeiten zur Sanierung der Fahrbahn der Nordumgehung im Bad Oeynhausener Stadtgebiet (Foto) haben begonnen. Betroffen ist nach Angaben der Regionalniederlassung von Straßen NRW der Bereich zwischen Hahnenkamptunnel und Löhner Ortsgrenze. Foto: Renée Trippler

Von Claus Brand

Bad Oeynhausen (WB). An der Trasse der Nordumgehung besteht erheblicher Nachbesserungsbedarf. Das hat die Regionalniederlassung Bielefeld von Straßen NRW erklärt. Behoben werden müssen Schäden in der bis etwa 2015 dort aufgebrachten Gussasphaltschicht. Eine neuerliche Verzögerung der Freigabe des Autobahnlückenschlusses soll dies aber nicht bedeuten.

Das hat auf Anfrage Sven Johanning, Sprecher der Regionalniederlassung, gesagt. Er erklärt, wie das funktionieren soll: »Wir führen Gespräche mit dem Unternehmen, das die Arbeiten seinerzeit ausgeführt hat.« Dabei stehe die Frage des Regressanspruches im Raum. Betroffen von den Schäden sei der komplette Abschnitt zwischen dem Hahnenkamptunnel und der Werster Straße an der Stadtgrenze zu Löhne.

Die Sanierungsarbeiten soll eine andere Firma von heute an ausführen, die später auch den offenporigen Asphalt als oberste Deckschicht auftragen wird. Der Gussasphalt soll abgefräst werden. Johanning: »So verlieren wir keine Zeit, unabhängig vom Ausgang der Gespräche mit dem ehemals ausführenden Unternehmen.« Zum Thema Mehrkosten äußerte er sich nicht.

Erste Schäden schon 2017 zu beobachten

Wo der Grund für die notwendige Sanierung liegt, erklärt er so: »Die unter dem Gussasphalt liegende Binderschicht hat Hohlräume, in die mit der Zeit Wasser eingedrungen ist. Nach unten kann es nicht abfließen, weil die untere Tragschicht dicht ist. Unter der zwei Zentimeter dicken Gussasphaltschicht kommt es bei warmem Wetter zu hohen Temperaturen, die das Wasser in der Binderschicht zum Verdampfen bringt. Das führt in der Gussasphaltschicht zu Blasen und kann Schäden an der Fahrbahn verursachen.« Die Blasenbildung sei vereinzelt schon 2017 beobachtet worden. Diese einzelnen Schadstellen hätten punktuell saniert werden können. Johanning: »In den vergangenen Wochen hat die Blasenbildung jedoch so zugenommen, dass nur eine komplette Erneuerung der Dichtungsschicht technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.«

Starker Regen löst Blasenbildung aus

Die Zunahme der Blasenbildung sei auf die starken und lang anhaltenden Regenfälle Anfang des Jahres und hochsommerliche Temperaturen der vergangenen Wochen zurückzuführen. Gewährleistungsansprüche gegenüber der damals ausführenden Firma behalte sich Straßen NRW nun weiter vor. Johanning: »Ein Gutachten zu den Schäden hat unsere Einschätzung bestätigt.«

Die Abdichtung des OPAs zur Binderschicht werde nicht wieder mit Gussasphalt hergestellt, sondern mit einem alternativen Verfahren: Stress Absorbing Membrane Interlayer (SAMI). Hierbei solle eine spannungsabsorbierende Zwischenschicht, – ebenso wie eine Gussasphaltschicht – das Eindringen von Oberflächenwasser in die Binderschicht verhindern. Die SAMI-Schicht sei jedoch von der Konsistenz wesentlich flexibler als der starre Gussasphalt, wodurch es nicht zu Schäden wie beim Gussasphalt kommen soll. Beim Aufbringen dieser Schicht müsse es trocken sein. »Deshalb wird die Sanierung in Abschnitten erfolgen, nur bei trockenem Wetter. Anders geht es nicht. Sonst riskieren wir durch eindringendes Wasser neue Schäden.« Insofern sei der Fortlauf der Arbeiten witterungsabhängig. Er schätzt: »Bei länger anhaltender guter Wetterlage werden die Arbeiten etwa drei Wochen dauern.« Danach soll der OPA im Stadtgebiet von Bad Oeynhausen aufgetragen werden.

Hintergrund

Herkömmliche Asphaltfahrbahnen bestehen in der Regel aus drei Schichten. Von unten nach oben sind das die Tragschicht, die Binderschicht und die Asphaltdeckschicht. Der OPA-Aufbau besteht aus vier Schichten. Weil die OPA-Schicht offenporig ist, lässt sie Wasser durch. Dringt allerdings Wasser in die Binderschicht ein, wird sie bei Frost beschädigt. Um das zu verhindern, liegt in der Regel zwischen der Deckschicht und der Binderschicht beim OPA eine wasserdichte Gussasphaltschicht.

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