Mi., 13.06.2018

Ein Training der Westfalenbahn bietet Senioren auch in Bad Oeynhausen Orientierung »Ihre Fahrkarte, bitte«

Martin Sölters und Sabine Dibbe (vorne) können den Teilnehmern des Mobilitätstrainings ein gutes Gefühl für die nächste Bahnfahrt geben.

Martin Sölters und Sabine Dibbe (vorne) können den Teilnehmern des Mobilitätstrainings ein gutes Gefühl für die nächste Bahnfahrt geben. Foto: Frank Dominik Lemke

Von Frank Dominik Lemke

Bad Oeynhausen/Osnabrück (WB). Das Reisen mit dem Zug hat sich verändert. Um auf aktuelle Entwicklungen hinzuweisen, bietet die Westfalenbahn ein kostenloses Mobilitätstraining für Senioren an. Das WESTFALEN-BLATT hat eine Gruppe auf der Fahrt nach Osnabrück und zurück begleitet.

»Ich fahre seit zwei Jahren kein Auto mehr. Heute bin ich nur noch mit meinem Rollator und der Bahn unterwegs«, sagt Ingrid Braun. Ihren Rollator aus Aluminium kann sie mit wenigen Handgriffen zusammenklappen. Das praktische Gefährt ist so leicht, dass sie es beim Einsteigen einfach vom Bahnsteig in den Zug heben kann. Dennoch ist sie unsicher. »Das Mobilitätstraining ist eine tolle Sache. Ich will mit dem Zug jetzt öfter in meine alte Heimat fahren, nach Lüneburg«, sagt die 85-Jährige.

Die blaue Taste lässt die Tür so lange geöffnet, bis der Zug wieder anfährt. Foto: Frank Dominik Lemke

Martin Sölters und Sabine Dibbe nehmen sie und 20 weitere Senioren bei dieser Tour nach Osnabrück an die Hand. Die Schulungsleiter zeigen den Teilnehmern beim Mobilitätstraining, wie sie Fahrkarten kaufen und richtig entwerten. Sie begleiten die Gruppe zum Fahrstuhl und erläutern den Service der Westfalenbahn.

»Die mobile Rampe finden sie in den Wagen der ersten Klasse«, sagt Sabine Dibbe, während der Zug nach Osnabrück einfährt. Bei der Westfalenbahn ist die erste Klasse durch orange gerahmte Fenster am Doppelstockwagen erkennbar. Wer eine Einstiegshilfe braucht, kann sie vorher bei der Westfalenbahn anmelden – muss das aber nicht. Die aufmerksamen Zugbegleiter achten auf die zusteigenden Passagiere. Die Tür können die Fahrgäste mit zwei Tasten öffnen: einer gelben, für den normalen Einstieg, und einer blauen mit Rollstuhl- und Kinderwagen-Symbol.

Über den roten Knopf mit dem Zugführer sprechen

»Wenn Sie die blaue Taste drücken, bleibt die Tür so lange geöffnet, bis der Zug abfährt«, sagt Sabine Dibbe. Wer Hilfe braucht, kann den roten Sprechknopf neben der Eingangstür drücken und mit dem Zugführer sprechen. Wer die blaue Ruftaste bei den Klappsitzen betätigt, bekommt Hilfe beim Aussteigen vom Zugbegleiter. Wichtig: Ist der Fahrkartenautomat kaputt, nach dem Einstieg gleich beim Zugführer melden und Bescheid geben.

Sabine Dibbe spricht mit den Teilnehmern des Trainings über den Service der Westfalenbahn. Martin Sölters erklärt ihnen, wie sie sich gegen Diebe schützen können. »Wo haben sie ihr Portemonnaie?«, fragt er Margret Brandt, und die alte Dame zeigt ihm gerne ihren Rucksack mit der Geldbörse drin. »Schon verloren«, sagt Martin Sölters und erklärt die Masche von Taschendieben.

Sabine Dibbe (rechts) zeigt den Teilnehmern des Mobilitätstrainings, wie sie eine Fahrkarte ziehen können. Foto: Frank Dominik Lemke

Insbesondere in Großstädten würden kleine Gruppen zusammenarbeiten. Die Späher kämen mit Stofftieren, herzzerreißenden Nachrichten oder Rosen auf ihre Opfer zu, um ein oder zwei Euro zu ergattern. Tatsächlich gehe es jedoch nicht um den Euro. Diese Späher wollten sehen, wo ihr Opfer seine Geldbörse hat und am besten noch, wie viel drin ist. Im Gedränge, beim Ein- oder Aussteigen, würden die Komplizen unbemerkt das Portemonnaie klauen.

»Deswegen: Beim Reisen immer etwas Kleingeld in der Hosentasche haben, mit dem sie kleine Beträge bezahlen können. Das Portemonnaie bleibt versteckt«, sagt der Schulungsleiter. Auf der Straße niemals bares Geld spenden. Wenn, dann am besten überweisen. Diebe würden oft die Gutmütigkeit ihrer Opfer ausnutzen. Und was tun, wenn die Kontokarte doch weg ist? Die 116116 wählen, den Sperrnotruf, und die Kontokarte sperren lassen.

Die Schulungen der Westfalenbahn sind kostenlos. Infos gibt es unter Telefon 0521/55777755.

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