>

Do., 16.02.2017

Missbrauch: Landgericht Bielefeld verurteilt 39-jährigen Espelkamper Vater muss in Haft

Im Landgericht Bielefeld ist ein 39-jähriger Vater zu einer Haftstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt worden.

Im Landgericht Bielefeld ist ein 39-jähriger Vater zu einer Haftstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt worden.

Bielefeld/Espelkamp (WB/swa). Ein 39-jähriger Vater aus Espelkamp ist am Mittwoch vom Landgericht Bielefeld wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs der eigenen Kinder zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Der Anfang einer langen Leidenszeit für die Kinder begann im Sommer 2013. Nach einer ersten Ehe, aus der die späteren Opfer hervorgingen, scheiterte auch die zweite Ehe des Angeklagten 2013.

Der 39-Jährige verfiel in alte Muster und griff nach eigenen Erzählungen zu schweren Drogen. Seit seinem 14. Lebensjahr litt er unter einer Suchterkrankung.

Übergriffe im Auto

Bei einer Autofahrt mit seiner damals zehnjährigen Tochter legte der gelernte KFZ-Mechaniker im September 2013 eine Rast ein. Hier soll es zu sexuellen Annäherungen und Übergriffen gekommen sein. Nach Auffassung der Richter wiederholte der Angeklagte die Touren und suchte stets ein abgelegenes Waldstück aus.

Ab Februar 2014 soll es auch in der heimischen Wohnung zum Missbrauch der Tochter gekommen sein. Ab April soll sich der 39-Jährige dann auch an seinen damals 13-jährigen Sohn vergangen haben. Der Angeklagte soll den Kindern ohne ihr Wissen Drogen verabreicht haben, um sie »gefügiger« zu machen, sagte der Vorsitzende Richter Carsten Nabel in der Urteilsbegründung.

Videomaterial

Videomaterial, das der arbeitslose Mann aus Espelkamp von seinen Kindern sammelte, konnte nicht mehr sichergestellt werden. Die beiden Kinder beschrieben dem Gericht in nicht öffentlicher Sitzung von starken Wesens- und Verhaltensänderungen ihres Vaters, die sie nach dem Drogenkonsum hätten wahrnehmen können. Jedoch haben sie stets aus Sorge um ihren Vater geschwiegen. »Wenn das rauskommt, muss ich in den Knast und nehme mir einen Strick«, sollen die Worte des Vaters gewesen sein.

Richter Nabel sprach von einem »gesteigerten sexuellen Verlangen unter Drogeneinfluss, welches alle Hemmungen bei dem Angeklagten fallen ließ«. Teilweise verletzte er seine Kinder bei den Handlungen körperlich und missachtete deren Flehen nach Beendigung der Übergriffe.

Ausschluss der Öffentlichkeit

Die Verhandlung vor dem Landgericht erfolgte unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Sogar die Anklageschrift wurde hinter verschlossenen Türen vorgetragen. Um seinen Kindern detaillierte Aussagen zu ersparen, gestand der Angeklagte umfänglich.

Neben der Verurteilung zu achteinhalb Jahren Haft wegen zehnfachen schweren Missbrauchs von Schutzbefohlenen, vorsätzlicher Körperverletzung sowie dem vierfachen Missbrauch von Widerstandsunfähigen ordnete das Gericht eine Unterbringung in eine Entziehungsanstalt an.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4631404?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198399%2F2516048%2F