Fr., 29.12.2017

Osnabrücker Herdbuch spricht in Espelkamp über gute Milchpreisentwicklung Warder tritt auf die Euphorie-Bremse

Die Osnabrücker Herdbuch hat bei der Tiervermarktung eine Belebung festgestellt. Bei den Auktionen hat es zudem eine deutliche Differenzierung gegeben. Die besseren Tiere erlösten laut Hans-Willi Warder nahezu 2000 Euro im Schnitt.

Die Osnabrücker Herdbuch hat bei der Tiervermarktung eine Belebung festgestellt. Bei den Auktionen hat es zudem eine deutliche Differenzierung gegeben. Die besseren Tiere erlösten laut Hans-Willi Warder nahezu 2000 Euro im Schnitt. Foto: dpa

Von Felix Quebbemann

Espelkamp (WB). Die Talsohle ist überwunden – so könnte die Entwicklung des Milchpreises in den vergangenen zwei Jahren kurz zusammengefasst werden.

Tiefpreisphase

Hans-Willi Warder, Geschäftsführer der Osnabrücker Herdbuch (OHG), ist während der Bezirksversammlung der OHG für den Kreis Minden-Lübbecke im Frotheimer Gasthaus Albersmeyer auf diese Entwicklung näher eingegangen. »Wir hatten zwei Jahre eine absolute Tiefpreisphase. Seit 2016 aber gibt es einen positiven Trend bei der Milchpreisentwicklung«, so Warder. Als Ursache dafür nannte er den Butterpreis, der sich auf Rekordniveau befinde. Beim Magermilchpulver gebe es hingegen keine Preissteigerung. Es »dümpelt dahin«.

Der hohe Milchpreis habe auch die Folge, dass sich das Anlieferungsverhalten geändert habe. »Wir liegen mittlerweile deutlich oberhalb der Anlieferungsmengen vom Jahr 2016.« Doch Warder trat auch auf die Bremse. Denn es würden nach der Entwicklung der »Spotmarktpreise« für das Frühjahr 2018 wieder niedrigere Preise für die Milch erwartet. Auch das Rekordniveau bei den Preisen für Butter bröckle, so Warder.

Steigende Nachfrage

Die Entwicklung der jüngeren Vergangenheit aber habe überwiegend eine steigende Nachfrage bei Zuchtvieh gebracht. So sei eine deutliche Umsatzsteigerung bei den Viehumsätzen zu verzeichnen gewesen mit einem Plus von 24 Prozent auf 8,67 Millionen Euro. Auch die Stückzahl der vermarkteten Tiere sei um 14 Prozentpunkte auf 9772 gestiegen. Im Vorjahr seien es 8558 gewesen.

Warder ging zudem noch auf die Paratuberkulose ein. Dies ist eine entzündliche Darmkrankheit bei Rindern, die tödlich endet. Im Nachbarland Niedersachsen ist am 1. November eine Verordnung für Milchvieh haltende Betriebe in Kraft getreten. Sie sieht eine jährliche Untersuchung auf Paratuberkulose vor.

Höchste Lebensleistung

Oliver Claushues vom Landeskontrollverband Nordrhein-Westfalen stellte im Anschluss die Betriebe und Kühe mit der höchsten Milchleistung vor. Insgesamt gebe es im Kreiskontrollbezirk Minden-Lübbecke 128 Betriebe mit insgesamt 9579 Kühen. Im Vergleich zum Vorjahr seien dies sieben Betriebe und auch 24 Kühe weniger, sagte Claushues.

Die Kuh mit der höchsten Lebensleistung heißt Lewade, ist 13 Jahre alt und gehört zum Petershäger Stall von Konrad Dammeier jun. Sie hat insgesamt eine Menge von 164.586 Kilogramm Milch gegeben. Den zweiten Platz belegt Blance mit einer Lebensleitung von 158.079 Kilogramm und steht im Vehlager Stall von Larissa Ertner-Stolpmann. Den dritten Platz belegt die 19-jährige Kuh Celina aus dem Stall von Cord Steinkamp in Rahden mit einer Lebensleistung von 155.791 Kilogramm Milch.

Stärkster Betrieb

Gleich mehrere Betriebe erbrachten eine Jahresdurchschnittleistung ihrer Herde von mehr als 10.000 Kilogramm Milch. Stärkster Betrieb war die Nunnenkamp GbR aus Preußisch Oldendorf (12.972 Kilogramm Milch). Ebenfalls vorne dabei: Karsten von der Ahe (Frotheim, 11.635), Cord Steinkamp (Rahden, 11.575), Jochen Teikemeier (Petershagen, 11.300), Wilhelm Wulfmeyer (Petershagen, 11.259), Bunge Agrar Lars Bunge (Niedermehnen, 11.116), Langhorst GmbH (Wehe, 11.268) und Cord Lilie (Haldem, 10.941).

Die besten Kühe

Die drei besten Kühe bei der Laktationsleistung im abgelaufenen Jahr sind die Kuh Inate von der Nunnenkamp GbR aus Preußisch Oldendorf (14.553 Kilogramm Milch, bei 1170 Kilogramm Fett und Eiweiß), die Kuh Laura, ebenfalls von der Nunnenkamp GbR (18.212 Kilogramm Milch bei 1148 Kilogramm Fett und Eiweiß) und Rosalie von der GbR Michael und Dieter Schumacher (16.186 Kilogramm Milch und 1135 Kilogramm Fett und Eiweiß).

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