Mi., 14.02.2018

Espelkamper Technologiegruppe will Sonn- und Feiertagsarbeit Sonntagsarbeit: IG Metall kritisiert Pläne von Harting

Die Harting Technologiegruppe hat bei der Bezirksregierung einen Antrag auf Sonn- und Feiertagsarbeit gestellt. Am gestrigen Mittwoch haben sich alle beteiligten Parteien ausgetauscht und werden sich in drei Wochen erneut treffen.

Die Harting Technologiegruppe hat bei der Bezirksregierung einen Antrag auf Sonn- und Feiertagsarbeit gestellt. Am gestrigen Mittwoch haben sich alle beteiligten Parteien ausgetauscht und werden sich in drei Wochen erneut treffen.

Von Felix Quebbemann

Espelkamp (WB). Sonn- und Feiertagsdienste sind im Berufsleben eher die Ausnahme. Für etwa 250 Mitarbeiter bei der Technologiegruppe Harting soll dies künftig vielleicht nicht mehr so sein.

»Heilige Kuh«

Denn das Unternehmen hat bei der Bezirksregierung Detmold einen Antrag auf Sonn- und Feiertagsarbeit gestellt. Betroffen von dem Antrag sind die beiden Unternehmenssparten Harting Electrics mit etwa 200 Mitarbeiter und Harting Electronics mit etwa 50 Mitarbeiter.

Lutz Schäffer, Geschäftsführer der IG Metall in Minden, zeigte sich von den Entwicklungen wenig erfreut. »Sonn- und Feiertage sind eine heilige Kuh«, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Genehmigung

Er betonte, dass man sich als Unternehmen schon anstrengen müsse, um eine solche Genehmigung zu erhalten. Am gestrigen Mittwoch haben sowohl die Harting-Geschäftsleitung wie auch die Bezirksregierung und die Arbeitnehmervertreter zusammen gesessen und über den Antrag gesprochen. Schäffer sagte nach dem Gespräch. »Fakt ist erstmal, dass das Unternehmen die Genehmigung von der Bezirksregierung nicht bekommen hat.«

Die Harting-Betriebsräte haben nach Bekanntwerden des Antrags gemeinsam mit der IG Metall eine Befragung der Belegschaft vorgenommen. »Wir haben gute Rückläufe bekommen und es zeichnet sich schon ab, was die Belegschaft davon hält. Sonn- und Feiertagsarbeit geht ihnen zu sehr zu Lasten der Privatsphäre«, sagte Schäffer.

Hauptaufgabe

Stand derzeit sei, so der IG-Metall-Geschäftsführer, dass unter anderem der Betriebsrat noch Stellungnahmen zu dem Antrag abgeben müsse. Das sei nun die Hauptaufgabe der nächsten drei Wochen, erklärte Schäffer.

Detlef Sieverdingbeck, Zentralbereichsleiter Publizistik und Kommunikation bei der Harting Technologiegruppe, relativierte die Aussagen Schäffers. »Ja. Es hat die Gespräche gegeben. Beide Seiten haben von der Bezirksregierung den Auftrag bekommen, noch Antworten auf einige Fragen zu geben.« Das nächste Treffen der beteiligten Parteien soll in drei Wochen stattfinden. Die Bezirksregierung jedenfalls habe sich die Argumente beider Parteien genau angehört.

Vorratsbeschluss

Sieverdingbeck bezeichnete den Antrag auf Sonn- und Feiertagsarbeit bei der Technologiegruppe als »Ultima Ratio«. Der Antrag sei letztlich der guten Auftragslage geschuldet, erklärte der Pressesprecher.

Er sei zudem als Vorratsbeschluss zu sehen. Denn es sei wichtig für das Unternehmen kurzfristig auf veränderte Auftragseingänge reagieren zu können. Sieverdingbeck erklärte, dass »in der Technologiegruppe seit Monaten unter Volllast gearbeitet wird«.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5524717?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516048%2F