Mi., 13.06.2018

Pfarrerin Katharina Blöbaum tritt Probedienst in Martinskirchengemeinde an »Ein Riesen-Glücksfall«

Katharina Blöbaum ist die neue Pfarrerin im Probedienst für die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Espelkamp. Superintendent Uwe Gryczan freut sich, dass damit der Engpass entschärft wird, den der Weggang von Martina Nolte-Bläcker bewirkte.

Katharina Blöbaum ist die neue Pfarrerin im Probedienst für die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Espelkamp. Superintendent Uwe Gryczan freut sich, dass damit der Engpass entschärft wird, den der Weggang von Martina Nolte-Bläcker bewirkte. Foto: Arndt Hoppe

Von Arndt Hoppe

Espelkamp (WB). Gottes Wege sind unergründlich, heißt es. Der Weg von Pfarrerin Katharina Blöbaum hat sie nach ihrem Studium von Versmold über die heilige Stadt Jerusalem nun nach Espelkamp geführt. Zum 1. Juni hat die 33-Jährige in der Martinskirchengemeinde ihren Probedienst begonnen.

»Dass Katharina Blöbaum uns hilft, die Lücke zu schließen, die durch den Weggang von Pfarrerin Martina Nolte-Bläcker entstanden ist (wir berichteten), ist ein Riesen-Glücksfall«, sagte Superintendent Dr. Uwe Gryczan gestern bei der Vorstellung der neuen Kollegin im Kreiskirchenamt in Lübbecke.

Blöbaum: »Ich bin Ostwestfälin durch und durch«

Dadurch, dass sich ihre Vorgängerin in der Espelkamper Gemeinde »etwas plötzlich umorientiert« habe, und darüber hinaus Pfarrer Falk Becker Ende des Jahres in den Ruhestand geht, sei ein Engpass entstanden. »Das konnten wir auch gegenüber der Landeskirche deutlich machen, so dass wir ganz oben auf der Prioritätenliste gelandet sind«, sagte er. »Und als der Anruf kam, dass eine Bewerberin gefunden sei, deren Wunschgebiet Ostwestfalen ist, war ich natürlich sehr glücklich.«

Katharina Blöbaum ist nicht nur gern in die Region gekommen, sondern kommt auch aus der Region. »Ich bin Ostwestfälin durch und durch«, sagt sie und lacht. »Ich bin in Bünde geboren und in Kirchlengern aufgewachsen.« Nach dem Studium absolvierte sie von 2015 bis 2017 ihr Vikariat (vergleichbar mit einem Referendariat in der Lehrerausbildung, Anm. der Red.) in Versmold im Kirchenkreis Halle. Doch danach entschloss sich die junge Frau, nicht sofort einen Probedienst in einer Gemeinde anzutreten, sondern zunächst für ein halbes Jahr ein Sondervikariat in Jerusalem zu absolvieren.

Erlebnisse in der Heiligen Stadt

»Es ist eine ganz andere Kultur und eine andere Welt, die ich kennengelernt habe«, erzählt sie. »Zu erleben, wie sich evangelisches Christsein in einem solchen Land gestaltet, ist eine Erfahrung, die mich sehr bereichert hat.« Insbesondere die verschiedenen Kulturen und das Konfliktpotenzial in der Heiligen Stadt zu erleben, sei nachhaltig prägend gewesen. »Die meisten Christen dort gehören der orthodoxen Ost-Kirche an. Das ist eine ganz andere, leidenschaftliche Frömmigkeit«, schildert sie ihre Eindrücke von Christen, die sich in der Grabeskirche auf den Salbungsstein geworfen hätten.

»Das evangelische Christentum ist den meisten Menschen in Jerusalem völlig unbekannt. Die lutherische Gemeinde der Erlöserkirche, in der ich als Vikarin gearbeitet habe, hat nur etwa 100 Mitglieder, von denen viele nur vorübergehend dort zu Gast sind. So wie ich es auch war.«

Erster Gottesdienst am 24. Juni

Katharina Blöbaum hat in den vergangenen Tagen bereits einige Gemeindeglieder der Martinskirchengemeinde kennen gelernt. »Die Begegnungen waren sehr herzlich und alle haben gesagt, dass sie sich freuen, dass ich da bin«, sagt die Pfarrerin, die ihren Probedienst im Wesentlichen in Espelkamp leisten wird. »Auch das Presbyterium freut sich, dass die Gemeinde fast nahtlos eine neue Pfarrerin bekommen hat«, weiß Superintendent Gryczan zu berichten. »Pfarrer Falk Becker wird Katharina Blöbaum am Sonntag im ›Leib&Seele‹-Gottesdienst in der Gemeinde begrüßen«, kündigte Gryczan an.

Für den 22. Juni sei eine Klausurtagung mit dem Presbyterium geplant, bei der gemeinsam überlegt wird, wie die Aufgaben verteilt und strukturiert werden. Dazu gehöre auch die Frage, mit welchen Stellenanteilen es in der Gemeinde weitergehe, wenn Pfarrer Becker in den Ruhestand geht.

»Am 24. Juni darf ich dann meinen ersten Gottesdienst in Espelkamp halten«, sagt die junge Pfarrerin, die an ihrer Arbeit die Vielfalt mag. »Ich bin sehr gern in der Seelsorge tätig. Aber alle Bereiche wie etwa Gottesdienst oder Konfirmandenarbeit haben ihren Reiz. Das macht diesen Beruf aus.«

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