Do., 05.07.2018

Beitrag gegen das Artensterben – Insektenhotel steht jetzt im Biberteich-Park Kleine Gäste sind sehr willkommen

Petra Walter-Bußmann, Johannes Schlösser, Roland Quarder und Florian Craig stellen im Biberteich-Park hinter der Thomaskirche ein Insektenhotel auf.

Petra Walter-Bußmann, Johannes Schlösser, Roland Quarder und Florian Craig stellen im Biberteich-Park hinter der Thomaskirche ein Insektenhotel auf. Foto: Andreas Kokemoor

Espelkamp (WB/ko). Ein Insektenhotel unterstützt das Ziel, den Lebensraum von Wildbienen, Hummeln und anderen Nützlingen zu erhalten. Sie sind künstlich geschaffene Nist- und Überwinterungshilfen für Insekten und vielerorts mittlerweile eine wichtige Hilfe zum Überleben für die kleinen Tiere.

Aus diesem Grund haben die Freunde des Biberteiches, Mitglieder der Espelkamper »Grünen« und interessierte Bürger im Wald- und Gewässer-Areal hinter der Thomaskirche, dem Biberteich-Park, eine Unterschlupfmöglichkeit für diese wertvollen Kleinlebewesen errichtet. Vor einigen Jahren hat die Stadt Espelkamp den Biberteich und die Flächen rund um die Wasserfläche in ein Ruhe-, Natur-, und Erholungsgebiet verwandelt. Auch an die Tierwelt wie Vögel und Insekten ist dabei von Anfang an gedacht worden.

Quarder: »Insekten werden zunehmend seltener.«

Roland Quarder: »Insekten werden zunehmend seltener.« Hier könne man es gut sehen. Einige Gründe seien zum Beispiel die Verstädterung und damit zusätzlich die moderne Architektur sowie die Gärten, die nicht immer insektenfreundlich seien.

Auch in Städten, und somit natürlich auch in Espelkamp, könne jeder etwas für den Schutz und für die Hilfe von Insekten tun. »Nachahmer sind erwünscht«, sagt Roland Quarder. »Viele natürliche Lebensräume wie zum Beispiel Lehmhänge oder Totholz sind nur noch selten vorhanden«, erklärt Quarder. Mit ihrem Lebensraum würden auch die dort lebenden Insekten verschwinden. »Dagegen soll das Insektenhotel zumindest einen kleinen Teil des verlorenen Lebensraums ersetzen«, sagt Petra Walter-Bußmann.

Dank der Stadt Espelkamp

Zusammen mit Florian Craig und Johannes Schlösser füllten sie ein Drahtgeflecht, das auf ein Fundament gesetzt wurde mit Totholz, Steinen-Rinde sowie Holzklötzen mit kleinen Bohrlöchern. Die Initiatoren dankten der Stadt Espelkamp und dem Bauhof, die sie bei ihrem Vorhaben unterstützt hätten. Es sei nicht ausgeschlossen, dass sie ein weiteres Insektenhotel an anderer Stelle des Natur- und Erholungsgebietes zwischen Gymnasium, Realschule und Sekundarschule und Brandenburger Ring setzen.

Der BUND sagt: »Insektenhotels sind ein kleiner, bescheidener, lokaler Versuch, gegen das Artensterben anzugehen und immer nur ›Ersatz‹. Sie können an einigen Stellen helfen, die Insektenpopulation und die Vielzahl an Insektenarten lokal zu steigern, wodurch ein Ökosystem aufgewertet werden kann, zum Beispiel dient eine dichtere Insektenpopulation Vögeln als Nahrungsquelle.«

Der BUND appelliert daher: Noch wichtiger als der Bau von »Notunterkünften für Insekten« ist das Engagement für die bedrohte Restnatur.

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