Fr., 24.11.2017

Planer stellt Vorhaben »Seniorengerechte Wohnanlage« in Oberbauerschaft vor Neue Heimat im Alter rückt näher

Nach dem ersten Bebauungskonzept gestaltet sich so der Vorentwurf der seniorengerechten Wohnanlage.

Nach dem ersten Bebauungskonzept gestaltet sich so der Vorentwurf der seniorengerechten Wohnanlage. Foto: Frohne Architekten

Von Kathrin Kröger

Hüllhorst (WB). Seit 2012 ist die Dorfgemeinschaft Oberbauerschaft an dem Thema dran, nun macht sich das langjährige Engagement von Günter Obermeier und seinen Mitstreitern endlich bezahlt. Ein erster großer Schritt für den Bau einer barrierefreien und seniorengerechten Wohnanlage ist getan, es gibt einen Standort, ein erstes Bebauungskonzept und eine Projektbeschreibung.

Einstimmig sprach sich der Gemeindeentwicklungsausschuss am Donnerstagabend dafür aus, das Verfahren zur Erweiterung des Satzungsbereichs »Oberbauerschaft-Langenkamp« einzuleiten. Dort soll die Wohnanlage mit integrierter Demenzgruppe entstehen. Die innerörtliche Vorauswahl hatte fünf denkbare Flächen im ortskernnahen Bereich von Oberbauerschaft ergeben, als am besten geeignet erwies sich schlussendlich die Fläche E, die zudem kurzfristig verfügbar ist.

Dieser Standort schließt mit seiner Nordseite unmittelbar an die Oberbauerschafter Straße an, so dass nach Einschätzung des Planers Diplom-Ingenieur Holger Krüger eine »optimale Ausrichtung von Erschließungsfunktionen und Außenwohnnutzungen stattfinden kann«. Die Erreichbarkeit zu Grundversorgern wie Bäcker, Lebensmittelladen und Getränkemarkt sei mit 150 Metern gut. Eine Bushaltebucht, die als Bushaltestelle erneut in Betrieb genommen werden könne, liege nur 50 Meter entfernt.

Mehrere kleine Bungalows

Das Grundstück ist im Flächennutzungsplan zum größten Teil als »Fläche für die Landwirtschaft« dargestellt, im Westen als »Dorfgebiet«. »Der überwiegende Teil liegt außerhalb des Satzungsbereiches, darum muss dieser entsprechend erweitert werden«, sagte Susanne Sassenberg, Leiterin des Fachbereichs Technik.

Holger Krüger stellte das Vorhaben in der Sitzung vor. Die Anlage soll mehrere kleine Bungalows von 18 bis 24 Quadratmetern sowie ein größeres zweigeschossiges Gebäude, ebenfalls zur Wohnnutzung, bieten. Im Erdgeschoss mit etwa zwölf Zimmern sowie einem Gemeinschaftsraum und einer Gemeinschaftsküche sollen an Demenz erkrankte Menschen ein Zuhause haben.

Für die zweite Etage sind barrierefreie Wohnungen, die noch aufzuteilen sind, geplant. Zudem werde ein Garten angelegt, so Krüger. Dieser wirke sich positiv, sprich verlangsamend, auf den Verlauf einer demenziellen Erkrankung aus. Ferner biete ein Grünstreifen eine Abgrenzung zur landwirtschaftlichen Fläche – der Standort grenzt teilweise an nicht mehr aktiv betriebene Höfe.

Rund um die Uhr Fachpersonal

Pro Einheit soll es zudem 1,5 Stellplätze für die Wohnungen geben und je drei Bewohner ein Stellplatz für das Wohnheim (Wohngruppe für Demenzkranke). Die maximale Firsthöhe der Anlage soll 13 Meter betragen. Krüger: »Das Objekt soll städtebaulich abgerundet sein und nicht durch Größe zu dominant und voluminös wirken.« Sobald das Planungsrecht gegeben sei, ginge es an die Umsetzung, sagte Krüger.

Nach Vorstellung des Projekts äußerten sich die Ausschussmitglieder durchweg positiv. Frank Picker (SPD): »Wir stimmen dem Bauvorhaben natürlich zu. Großes Lob an die Dorfgemeinschaft für ihren großen Einsatz. Sie hat trotz einiger Rückschläge weiter gekämpft und ist hartnäckig geblieben.« Jutta Klare-Steinbrink von den Grünen regte eine Ladestation für E-Autos und E-Fahrräder an. »Es sollte auch noch weitere Fläche für mehr Mitarbeiter-Stellplätze angekauft werden«, sagte sie. Jürgen Wiemann von der Unabhängigen Hüllhorster Union (UHU) war ebenfalls der Ansicht, dass zu wenige Parkplätze eingeplant seien.

Günter Obermeier, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, wollte den Namen des Investors zwar noch nicht nennen, wohl aber den Betreiber der Anlage. Dies werde höchstwahrscheinlich das DRK Bielefeld sein. Die Experten dort hätten auch von einer Tagespflege abgeraten und die Integration einer Demenzgruppe empfohlen. Dadurch wäre rund um die Uhr Fachpersonal vor Ort. Die Dorfgemeinschaft suche derzeit nach Dienstleistern wie Kioskbetreiber oder auch Friseur für die Wohnanlage.

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