Do., 08.03.2018

Kreispolizei legt Kriminalitätsstatistik für 2017 vor – Zahl der Straftaten rückläufig Mehr Sexualdelikte

Norbert Hus (von links), Detlef Stüven und Landrat Ralf Niermann haben gestern im Kreishaus die Kriminalitätsstatistik 2017 der Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke vorgestellt. Die Gesamtzahl der Straftaten ist zurückgegangen.

Norbert Hus (von links), Detlef Stüven und Landrat Ralf Niermann haben gestern im Kreishaus die Kriminalitätsstatistik 2017 der Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke vorgestellt. Die Gesamtzahl der Straftaten ist zurückgegangen. Foto: Amtage

Von Hans-Jürgen Amtage

Minden (WB). Die Zahl der Straftaten ist 2017 im Mühlenkreis um 5,25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Das entspricht einem Rückgang um 842 Delikte auf insgesamt 15.207 Straftaten.

Diese Zahlen nannten am Mittwoch der Chef der Kreispolizeibehörde, Landrat Ralf Niermann, der Abteilungsleiter Polizei, Detlef Stüven, und der stellvertretende Leiter der Direktion K, Norbert Hus, bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2017 . »Die Statistik ist von Licht und Schatten geprägt«, sagte Niermann unter Verweis auf den Rückgang der Delikte, aber auch eine Aufklärungsquote, die von 52,2 Prozent auf 49,4 Prozent sank.

Damit wurden mit 7506 Fällen 876 Delikte weniger aufgeklärt als noch 2016. Hus begründete dieses mit einem erheblichen Rückgang bei der Gesamtzahl der Diebstähle, bei denen die Aufklärungsquote üblicherweise sehr hoch ist. Für 2018 rechnet die Kreispolizeibehörde aufgrund einer Vielzahl von aufgeklärten Fällen in den ersten beiden Monaten dieses Jahres mit einer Quote, die wieder deutlich über 50 Prozent liegen werde. Positiv entwickelt hat sich die Häufigkeitszahl im Mühlenkreis. Mit einem Wert von 4876 lag das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, um 270 Fälle pro 100.000 Einwohner unter dem Wert 2016.

Deutlich mehr Vergewaltigungen

Der Vergleich der Straftatengruppen für das vergangene Jahr zeigt, dass die Straftaten gegen das Leben, zu denen Mord, versuchte und fahrlässige Tötungen gehören, von fünf auf neun (80 Prozent) gestiegen ist. Die Zahl der Sexualdelikte stieg um 21,2 Prozent von 113 auf 137. Auffällig hier der Anstieg bei den Vergewaltigungen um 100 Prozent von 21 im Jahr 2016 auf 42 im Jahr 2017.

Polizeidirektor Detlef Stüven betonte dabei aber ausdrücklich, dass dieser Anstieg nicht auf mehr Sexualdelikte zurückzuführen sei, die im Zusammenhang mit Migranten stünden. Grund sei vielmehr eine neue Definition von Vergewaltigung, die seit Anfang 2017 greife und beispielsweise nun auch anstößiges Anfassen oder sexuelle Nötigung mit einbeziehe. »Vergewaltigungen sind nach wie vor in den meisten Fällen Beziehungstaten«, so Norbert Hus.

Im Bereich der Sexualdelikte sind der sexuelle Missbrauch von Kindern um 34,5 Prozent auf 19 Straftaten und exhibitionistische Handlungen um 30,4 Prozent auf 16 Delikte zurückgegangen. Die Zahl der Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit sank im vergangenen Jahr um mehr als sechs Prozent auf insgesamt 1830 Straftaten. Den höchsten Anteil haben dabei Körperverletzungen mit 1285 Delikten (minus fünf Prozent).

Rückgang von Diebstählen

Deutliche Rückgänge sind außerdem bei den Diebstahldelikten zu verzeichnen, die bei der Gesamtzahl von 7820 auf 7401 sanken (minus 5,4 Prozent). Dabei sanken die Wohnungseinbrüche um mehr als zwölf Prozent auf 510 und die sogenannten Tageswohnungseinbrüche um 27,2 Prozent auf 177 Delikte. Die Vermögens- und Fälschungsdelikte, zu denen unter anderem Betrug, Veruntreuung und Urkundenfälschungen zählen, gingen um elf Prozent auf 153 Fälle zurück. Die sonstigen Straftatbestände stiegen leicht um 0,2 Prozent auf 2589. Die sogenannten Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze wie Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz oder Rauschgiftdelikte sanken um gut 17 Prozent auf insgesamt 908.

Mit 48,7 Prozent stellen Diebstähle den größten Teil der Deliktgruppen dar. Gefolgt von Restdelikten mit 23 Prozent, Vermögens- und Fälschungsdelikten mit 15,3 Prozent, Rohheitstaten mit zwölf Prozent und Sexualdelikten mit 0,9 Prozent. Die meisten Taten entfallen mit 6771 auf Minden, mit 2492 auf Bad Oeynhausen, 1492 in Porta und 1276 in Lübbecke. Die geringste Fallzahl wurde mit 248 in Hüllhorst erfasst. Die Entwicklung der Jugendkriminalität (Tatverdächtige unter 21 Jahren war 2017 ebenfalls) rückläufig.

2017 wurden mit 5923 Personen 699 Tatverdächtige weniger ermittelt als im Vorjahr. Die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen sank um über 19 Prozent auf 1699. Der Anteil dieser Personengruppe an den ermittelten Straftätern lag bei 28,7 Prozent (minus drei Prozentpunkte). Zur Einordnung: Der Anteil der nichtdeutschen Einwohner an der Gesamtbevölkerung im Kreis betrug Ende Dezember 2016 etwa 7,4 Prozent.

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