Sa., 14.07.2018

Auftakt der Ortsteiltreffen: emotionale Debatte über gesperrten Dorfgemeinschaftsraum »Wir brauchen jetzt eine Lösung«

Schule und Dorfgemeinschaftsraum: Die Büttendorfer äußerten Sorge, dass es beides in Zukunft nicht mehr geben könnte.

Schule und Dorfgemeinschaftsraum: Die Büttendorfer äußerten Sorge, dass es beides in Zukunft nicht mehr geben könnte. Foto: Knickmeier

Von Lena Knickmeier und Kathrin Kröger

Büttendorf (WB). Der Dorfgemeinschaftsraum liegt den Büttendorfern sehr am Herzen: Das haben sie am vergangenen Donnerstag im Gespräch mit Bernd Rührup deutlich gemacht. Damit startete in der Grundschule Büttendorf die Serie der Ortsteiltreffen mit dem Bürgermeister.

Was wird aus dem Dorfgemeinschaftsraum? Wenn es einen Neubau gibt, wo kommt der hin? Wie zukunftssicher ist der Grundschulstandort Büttendorf? Das waren die Fragen, die mehr als 40 Büttendorfer beim Ortsteiltreffen am meisten bewegten.

Im Bau- und Umweltausschuss hatte Bernd Rührup bereits drei mögliche Konzepte für den Dorfgemeinschaftsraum, der bereits seit 2016 gesperrt ist, vorgestellt. Demnach kommen sowohl eine Sanierung, ein Anbau oder ein Neubau in Frage. »Egal, für welche Lösung sich der Rat entscheiden wird, sie soll auch in Zukunft noch die richtige sein«, sagte der Bürgermeister.

Förderantrag für Neubau gestellt

Für einen etwaigen Neubau eines Dorfgemeinschaftsraumes hat die Gemeinde im Rahmen eines Landesprogramms für die Dorferneuerung einen Förderantrag gestellt. Die maximale Förderung beträgt 65 Prozent. Eine Bewilligung sei aber fraglich, sagte Rührup. Viele Dörfer würden sich um eine Förderung bewerben. Doch welche Maßnahmen genau Unterstützung erführen, stehe noch nicht fest.

Doch das war offenbar nicht das, was man in Büttendorf hören wollte. »Es geht nicht mehr nur um einen Dorfgemeinschaftsraum, sondern um einen Multifunktionsraum, den auch die Schule nutzen kann«, sagte Ortsvorsteherin Dietlind Scheding. Dass der Förderantrag gestellt worden sei, bewertete sie nicht als positiv. »Das bedeutet für uns nochmal Wartezeit und die Entscheidung, was gemacht werden soll, ist wieder vertagt worden. Wir sind für eine Sanierung. Ein Neubau würde 500.000 Euro kosten und einen Standort hat man derzeit auch nicht.« »Man hört immer nur Zukunft. Wir brauchen jetzt eine Lösung«, ergänzte Eyke Holzmeier und bekam für seine Worte viel Applaus.

Angst um Grundschulstandort

Mit dem Thema Dorfgemeinschaftsraum entwickelte sich bei den Büttendorfern auch die Angst, dass die Grundschule in Zukunft geschlossen werden könnte. Denn in diesem Jahr wird es beim Grundschulverbund Im Mühlengrund am Standort Tengern zwar eine Eingangsklasse geben, nicht aber am Standort Büttendorf. Außerdem wurde diese Sorge durch etwaige Zentralisierungspläne des Schulsystems der Gemeinde Hüllhorst gestärkt.

Bürgermeister Bernd Rührup sagte: »Einen konkreten Plan für den Dorfgemeinschaftsraum gibt es noch nicht. Dafür sind die Maßnahmen noch zu weit entfernt. Das Schulkonzept zur Zentralisierung ist auch erst in diesem Jahr angelaufen.« Grundschulverbundleiterin Gudrun Upheber sagte, dass eine Eingangsklasse für Büttendorf eigentlich sicher gewesen sei. Es habe jedoch Wegzüge sowie Ummeldungen aus beruflichen Gründen gegeben. Rührup betonte, dass der Schulstandort Büttendorf sicher sei. Da es im neuen Schuljahr keine Eingangsklasse gibt, steht nun für ein Jahr ein Klassenraum für kleinere Vereinsversammlungen und Schulzwecke wie Übermittagsbetreuung zur Verfügung.

Verkehrssituation soll entschärft werden

Außer dem Dorfgemeinschaftsraum und der Schule bewegten die Büttendorfer auch noch andere Themen: So wünschen sich die Bürger bei der geplanten Sanierung der Büttendorfer Straße und des Hongsener Wegs durch den Kreis eine Entschärfung der Kreuzung der beiden Straßen. Ihr konkreter Vorschlag, sieht eine Verlegung des Hongsener Wegs auf einer Seite vor, so dass Autofahrer gezwungen werden, anzuhalten.

Beim Ortsteiltreffen in Büttendorf wurde aber nicht nur über die Probleme des Dorfes gesprochen. Auch lobende Worte fanden ihren Platz: »Was die Büttendorfer mit ihrer Fanmeile auf die Beine gestellt haben, ist grandios. Von der Planung bis zur Stimmung war alles perfekt – nur die Leistung der deutschen Mannschaft nicht«, sagte Rührup. Auch Dietlind Scheding fand zum Abschluss aufmunternde Worte: »Das Jubiläum im vergangenen Jahr hat aus unserem Dorf eine tolle Gemeinschaft gemacht. Das ist etwas, auf das ich sehr stolz bin und was uns keiner mehr nehmen kann.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5904928?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516043%2F