Fr., 29.12.2017

Prozess in Bielefeld: Paar aus Lübbecke soll Internet-Verkäufer mit Elektroschocks gequält haben Foltervorwürfe nach Ebay-Geschäft

Vor dem Landgericht Bielefeld wird im Januar ein Fall aus Lübbecke verhandelt: Ein junges Paar soll einen Mann, der im Internet Waren verkauft hat, mit Elektroschocks gequält haben.

Vor dem Landgericht Bielefeld wird im Januar ein Fall aus Lübbecke verhandelt: Ein junges Paar soll einen Mann, der im Internet Waren verkauft hat, mit Elektroschocks gequält haben. Foto: dpa

Lübbecke/Bielefeld (WB/wk). Eine Frau (29) aus Lübbecke und ihr Freund (35) müssen sich demnächst wegen Verdachts auf erpresserischen Menschenraub vor dem Landgericht Bielefeld verantworten. Das Paar soll einen Mann, der ihnen im Internet Waren verkauft hat, mit Elektroschocks gefoltert haben.

Es ging um 12.400 Euro

Laut Staatsanwaltschaft Bielefeld soll das Opfer die Angeklagten um 12.400 Euro betrogen haben. Demnach hatte das Paar auf der Internet-Plattform Ebay mehrere Fernseher gekauft. Doch die Ware kam nie in Lübbecke an.

Prügel, Stromschläge und Klebeband

Um das Geld zurück zu bekommen, soll das Paar zu rabiaten Mitteln gegriffen haben. Der Staatsanwalt ist überzeugt, dass sie den Ebay-Verkäufer in ihre Lübbecker Wohnung lockten. Dort sollen ihn die Angeklagten verprügelt und mit den Stromschlägen eines Elektroschockers gefoltert haben. Zudem sollen sie den kompletten Kopf ihres Opfers mit einem Klebeband umwickelt haben. Bei diesen Taten hatte das Paar laut Staatsanwaltschaft die Unterstützung zweier noch unbekannter Mittäter.

Im Laufe des Geschehens soll das geschundene Opfer mitgeteilt haben, einen Betrag in Höhe von 25.000 Euro in einem Hotelzimmer in Bad Oeynhausen zu verwahren. Nachdem der 35-jährige Angeklagte dort nachgeschaut und kein Geld gefunden hatte, soll das Martyrium für den Ebay-Verkäufer weitergegangen sein. Erst nachdem der Mann versprochen hatte, einen hohen Geldbetrag zu besorgen, sollen ihn die Angeklagten freigelassen haben. Für den Fall, dass er nicht zahlen würde, drohten sie laut Anklageschrift mit Entführung, Folter und Tod.

Angeklagte bestreiten Vorwürfe

Das Paar aus Lübbecke wird von Rechtsanwalt Dr. Carsten Ernst aus Bielefeld vertreten: Er erklärte am Donnerstag auf Anfrage: »Meine Mandaten weisen alle Vorwürfe zurück.«

Beim Ebay-Verkäufer soll es sich nach Informationen dieser Zeitung um einen vorbestraften Betrüger handeln. Der Prozess beginnt am 25. Januar.

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