Mo., 15.01.2018

Lustiges Verwirrspiel um Liebe und Pelze unterhält bestens Lachen bis der Nerz kommt

Auf in den Kampf um den Pelz! Sue (Marlen Schütte-Kottkamp) weiß sich gegen Kontrahentin Janie zu verteidigen.

Auf in den Kampf um den Pelz! Sue (Marlen Schütte-Kottkamp) weiß sich gegen Kontrahentin Janie zu verteidigen. Foto: Jessica Eberle

Von Jessica Eberle

Lübbecke (WB). Mit ein bisschen nackter Haut, etwas britischem Charme und einigen Verstrickungen haben die Schauspieler der Freilichtbühne Nettelstedt die neue Saison eröffnet. Für die Komödie »Jetzt nicht, Liebling« ist wortwörtlich ein dickes Fell notwendig: Im Spielerheim geht es ziemlich turbulent zu.

Es geht um Pelz, Pelz und noch mehr Pelz: Janie McMichael (Sophia Schnute) kann gar nicht genug von Nerzen, Leoparden oder Bibern bekommen. Und für diese Sucht muss ihr Geliebter Gilbert Bodley (Florian Kracht) herhalten. Denn Ehemann Harry McMichael (Volker Kracht) ist viel zu geizig, um den Fetisch seiner Gattin zu finanzieren. Harry zieht es vor, Ausschau nach anderen Frauen zu halten. Da wäre beispielsweise Gilberts skeptische Gattin Maude (Birgit Metje) oder die attraktive Sekretärin Sue Lawson (Marlen Schütte-Kottkamp). Zusammen mit Kürschner Arnold Crouch (Simon Kracht) und Assistentin Miss Tipdale (Ilona Härtel) gibt Gilbert alles, um seine Affäre zu verbergen…

72 Zuschauer haben sich vor Lachen geschüttelt

Alle 72 Plätze im Spielerheim waren belegt. Und die Zuschauer schüttelten sich vor Lachen. Da mussten die Schauspieler teilweise kurz einmal innehalten, weil der Applaus ganz unvermittelt mitten in der Szene einsetzte.

Tatsächlich wurde an witzigen Elementen in diesem Stück nicht gespart. Grund zum Schmunzeln gab vor allem der etwas schusselige Arnold Crouch, gespielt von Simon Kracht, der sich schnell zum Publikumsliebling entwickelte. Seine verzweifelten Versuche, die Reizwäsche von Gilberts Geliebten vor deren Ehemann Harry zu verstecken, sorgten für einen Lachanfall nach dem anderen. Und so flog mal der BH aus dem Fenster, mal das Höschen und mal die Schmuckschatulle.

Spiel mit Klischees und verstrickte Affären

Sophia Schnute als die kokette Janie ließ fast alle Hüllen fallen und erntete damit die volle Aufmerksamkeit der Zuschauer. Der Pelzliebhaberin dabei zuzusehen, wie sie Protest einlegt, um doch noch den Nerzmantel zu erhalten, war ein Riesen-Spaß.

In »Jetzt nicht, Liebling« wird mit Klischees gespielt, so viel steht fest. Und trotzdem passt das Stück wohl in kein Muster, so verstrickt sind die Affären, die sich allmählich heraus kristallisieren: Mal ganz offen, wie mit den frivolen Gesten von Marlen Schütte-Kottkamp und dann wieder zurückhaltend-charmant, wenn Miss Tipdale dem Kürschner wieder einmal einen ihrer verlegenen Blicke zuwirft. Und die dürften nicht nur Arnold Crouchs Herz zum Schmelzen gebrachten, sondern mit Sicherheit auch das der Zuschauer.

Weitere Aufführungen sind geplant

Mit von der Partie war außerdem Regisseur Thomas Kracht, der allen Anwesenden im Vorfeld viel Spaß bei der Aufführung wünschte. Acht aufregende Wochen hätten die Schauspiel an der Komödie geprobt, sagte er.

In weiteren Rollen waren zu sehen: Janina Schmale als Miss Whittington, Bernd Öwermann als Kapitän Frencham und Monika Möhlmann als Mrs. Frencham.

Weitere Aufführungstermine sind an den beiden folgenden Wochenenden jeweils freitags und samstags um 20 Uhr und sonntags um 16 Uhr.

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