Mo., 12.02.2018

Kinderstück der Freilichtbühne Nettelstedt feiert gelungene Premiere Die Stunkies stiften Unruhe

Das Publikum kann die »unsichtbaren« Stunkies sehen, nicht aber die Schüler der Klasse von Frau Bömmel. Die fiesen Einflüsterer sind nur zufrieden, wenn sie unter den lieben Kindern ein ordentliches Durcheinander stiften können.

Das Publikum kann die »unsichtbaren« Stunkies sehen, nicht aber die Schüler der Klasse von Frau Bömmel. Die fiesen Einflüsterer sind nur zufrieden, wenn sie unter den lieben Kindern ein ordentliches Durcheinander stiften können. Foto: Eva Kristina Rahe

Von Eva Kristina Rahe

Lübbecke (WB). Wenn jemand so richtig gemein und böse wird, dann ist da vielleicht ein Stunkie am Werk. Stunkies, das sind unsichtbare Wesen, deren einzige Aufgabe es ist, Unruhe und Durcheinander zu stiften. Was das bedeutet, konnten die Zuschauer beim Kinderstück der Nettelstedter Freilichtbühne hautnah miterleben.

Diese feierte mit dem Stück »Die Stunkies« von Marc Sieben­tritt, inszeniert von Melanie Fründ und Maren Wulff, am Freitagabend im Spielerheim eine gelungene Premiere. Die kleine Bühne im Spielerheim wurde dabei sowohl räumlich als auch akustisch voll ausgenutzt. 16 Kinder zwischen 8 und 14 Jahren sorgten dafür, dass bei den jungen und alten Zuschauern vor Lachen kein Auge trocken blieb.

Die Klasse droht im Chaos zu versinken

Die Geschichte beginnt mit der äußerst netten Schulklasse von Frau Bömmel, gespielt von Gwynne Tame: Fleißige Kinder, die sich gegenseitig unterstützen und ihre Pausenbrote miteinander teilen. Zu ihrem Leidwesen muss Lehrerin Bömmel mit anschauen, wie sich die netten Schüler allmählich in wütende und zankende Furien verwandeln und die Klasse zunehmend im Chaos zu versinken droht.

Dahinter stecken die gemeinen Stunkies, die, unsichtbar für die Menschen, den Schülern und auch Frau Bömmel Gemeinheiten in die Ohren flüstern und so für immer mehr Unruhe sorgen. Am meisten Verwirrung stiftet Baby-Stunkie Ministunk. Die bezaubernde Stunkie-Schülerin, gespielt von Aenne-Linn Seger, schafft es einfach nicht, so richtig fiese Schimpfwörter zu zaubern.

Bogen zwischen Umgangsformen und Lösung von Konflikten

Die Stunkies sind damit ganz und gar nicht zufrieden und bekommen Kopfschmerzen, wenn Ministunk sich mal wieder so richtig ins Zeug legt. Sie flüstert vermeintliche Schimpfwörter wie »Himbeere« oder »Pfirsich« und ihr Ärger-Objekt Christian verwandelt diese in absurde Beschimpfungen, was bei den Zuschauern kräftig für Lacher sorgte. Erst die neue Schülerin Anne (gespielt von Burcin Giousouf) schafft es, eine Wendung herbeizuführen.

Das Stück, das einen Bogen zwischen Streit und Höflichkeit, Umgangsformen und Lösung von Konflikten spannt, hat trotz der gewichtigen Themen einen hohen Spaßfaktor. Melanie Fründ sagt, sie fand es gleich spannend, als sie es zum ersten Mal las. Ihre einzige Sorge sei gewesen, ob sie so viele Darsteller auf die kleine Bühne bekommt. Mit etwas Strategie und einem minimalen Bühnenbild ist es ihr und ihrer Mitstreiterin Maren Wolff gelungen. Gerade darin liegt auch der Charme, denn im Spielerheim sind sich Zuschauer und Darsteller sehr nahe.

Räumlichen Nähe bedeutet eine Herausforderung für Kinder

Melanie Fründ sieht gerade in der räumlichen Nähe eine besondere Herausforderung für die kleinen Darsteller, denn sie spielen vis-a-vis zu den Zuschauern. »Das ist quasi ein Test für die große Freilichtbühne«, erklärt sie, »da die Darsteller ohne Mikrophon spielen und Gestik und Mimik gut einsetzen müssen.« Die Zuschauer erlebten dadurch das Schaupiel hautnah mit. Auch wenn der eine oder andere Vers noch souffliert werden muss, tat das der Stimmung keinen Abbruch.

Die nächste Aufführung ist das Jugendtheaterstück »Kontrollverlust – gefeiert wird gestern« am 23., 24. und 25. Februar. Karten sind bei Melanie Fründ unter 05741/370033 erhältlich.

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