Fr., 18.05.2018

Präventionskonzept: Nummernschild soll Fahrraddiebe abschrecken »Ein Stück mehr Sicherheit«

Die Stadt Lübbecke hat den Anfang gemacht und ihre beiden Diensträder zur Diebstahlprävention mit Nummernschildern versehen lassen (von links): Bürgermeister Frank Haberbosch, Landrat Ralf Niermann, Polizeidirektor Detlef Stüven, Sven Stallmann von der Volksbank Lübbecker Land mit symbolischem Scheck und Kriminalhauptkommissar Hans-Joachim Dubbel.

Die Stadt Lübbecke hat den Anfang gemacht und ihre beiden Diensträder zur Diebstahlprävention mit Nummernschildern versehen lassen (von links): Bürgermeister Frank Haberbosch, Landrat Ralf Niermann, Polizeidirektor Detlef Stüven, Sven Stallmann von der Volksbank Lübbecker Land mit symbolischem Scheck und Kriminalhauptkommissar Hans-Joachim Dubbel. Foto: Mareile Mattlage

Von Mareile Mattlage

Lübbecke (WB). Kleine Vignette, große Wirkung: Mit einem Nummernschild-Aufkleber wollen Stadt und Polizei Fahrraddieben das Handwerk legen. Die freiwillige Kennzeichen-Registrierung ist für die Bürger kostenlos.

Lübbeckes Bürgermeister Frank Haberbosch sagte gestern beim Pressegespräch, dass die Aktion »ein Stück mehr Sicherheit« für Lübbecke bedeute, auch wenn die Zahl mit 72 angezeigten Fahrraddiebstählen in 2017 wie auch schon in den Vorjahren überschaubar gewesen sei.

Landrat Dr. Ralf Niermann erklärte in seiner Funktion als Leiter der Kreispolizeibehörde, dass Fahrradfahren immer populärer werde und die Räder zudem immer hochwertiger, sprich teurer werden würden. Kriminalhauptkommissar Hans-Joachim Dubbel bestätigte, dass der Trend vermehrt zu Pedelecs und E-Bikes gehen würde. »Und hier bewegt sich der Preis zwischen 1000 und 4000 Euro pro Stück«, sagte Dubbel. Dementsprechend würde auch das Bedürfnis nach Diebstahlschutz stetig wachsen.

In verschiedenen Kommunen läuft das Projekt bereits

Stadt und Kreispolizeibehörde starten mit finanzieller Unterstützung durch die Volksbank Lübbecker Land daher nun das Präventionskonzept »Kein Fahrrad ohne Nummernschild«. In verschiedenen Kommunen läuft das Projekt bereits, den Anfang machte im Jahr 2012 die Stadt Minden. Es folgten Bad Oeynhausen, Porta Westfalica, Petershagen und Hille. Seit Einführung der Fahrradcodierung in Minden (mittlerweile 3953 registrierte Fahrräder) haben in Bad Oeynhausen (1034), Porta Westfalica (948), Petershagen (1165) und Hille (428) immer mehr Menschen ihr Rad mit den Kennzeichen versehen lassen. Lübbecke ist Station Nummer sechs.

»Wir hoffen und gehen davon aus, dass noch weitere Kommunen hinzu kommen, denn das Konzept hat sich als Erfolg herausgestellt«, erklärte Kriminalhauptkommissar Dubbel. Es hätte sogar schon eine Anfrage von einem Stemweder gegeben, der mit seinem Fahrrad auf die Wache nach Lübbecke kommen wollte, um es dort registrieren zu lassen. »Der Person musste leider eine Absage erteilt werden«, erklärte Dubbel. Denn das Angebot bezieht sich immer nur auf die jeweilige Kommune, wie auch das Lübbecker Stadtwappen auf der Vignette deutlich macht.

»Fokus muss auf der Prävention liegen«

Fahrraddiebstähle seien schwer zu ermitteln, die Aufklärungsquote liegt bei sieben Prozent, führte der Kriminalhauptkommissar weiter aus. Der Fokus müsse daher bei der Prävention liegen.

In 2017 hat es im Kreis 1224 registrierte Fahrraddiebstähle gegeben. Gegenüber dem Vorjahr (1114 Fälle) ist dies ein Anstieg von etwa zehn Prozent. Der Wert liegt gleichzeitig aber noch unter dem Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre mit 1345 Raddiebstählen, nannte Ralf Niermann Zahlen aus der Kriminalstatistik.

So funktioniert’s

Das »Nummernschild für Fahrräder« ähnelt einer TÜV-Plakette für Autos. Sie wird am Sattelrohr festgeklebt und lässt sich nicht rückstandsfrei wieder ablösen, da sie aus einem speziellen Material besteht. Ein codiertes Rad ist als polizeilich registriert zu erkennen und soll somit potenzielle Langfinger abschrecken.

Wer sein Rad registrieren lassen möchte, muss sich hierfür zunächst einen Fahrradpass besorgen. Den gibt es bei der Polizei, Zweirad Dorn und Radsport Poerschke, im Rathaus und der Mediothek sowie den Geschäftsstellen der Volksbank. Der ausgefüllte Pass muss bei der Polizeiwache abgegeben werden, wo die Beamten einen Aufkleber mit fünfstelliger Kennziffer anbringen. Die Angaben werden in eine Datenbank eingepflegt, die die Zuordnung aufgefundener Fahrräder ermöglicht. Eine öffentliche Registrierungsaktion ist für den 6. Juni auf dem Marktplatz geplant.

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