Fr., 27.05.2016

Staatsanwaltschaft Bielefeld beantragt zwei Haftbefehle Renault-Fahrer überholte mit Blaulicht

In dem BMW-Cabrio starben vier Menschen unverschuldet.

In dem BMW-Cabrio starben vier Menschen unverschuldet. Foto: Kai Wessel

Von Kai Wessel

Petershagen (WB). Nach einem  Unfall mit vier Toten in Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke) hat die Staatsanwaltschaft Bielefeld Haftbefehle gegen einen Renault-Fahrer (23) und seinen Beifahrer (23) beantragt.

»Zeugen haben ausgesagt, dass der Renaultfahrer vorher ein anderes Auto überholt hat, wobei der Beifahrer ein Blaulicht aus dem Fenster gehalten haben soll«, sagte ein Polizeisprecher. Das Blaulicht habe man später im Wrack des Renault Twingo entdeckt. Solche Blaulichter werden mit Magnetfuß und Stecker für den Zigarettenanzünder ab zehn Euro angeboten, die Benutzung im Straßenverkehr ist aber ver­boten.

Der Unfall hatte sich am späten Mittwochabend auf der B 482 in Petershagen ereignet. Nach Polizeiangaben wollte der Renault-Fahrer aus Nienburg ein BMW-Cabrio überholen. Als ihm ein Sattelzug entgegenkam, brach der Renault-Fahrer das Manöver ab, rammte dabei aber das BMW-Cabrio am Heck. Der BMW schleuderte direkt vor den Sattelzug. Vier Mitglieder einer libanesischen Familie aus Nienburg, 18, 22, 23 und 43 Jahre alt, waren sofort tot, ein 22-Jähriger überlebte schwer verletzt. Die Lkw-Fahrerin (46) erlitt einen Schock. Der Renault überschlug sich, die beiden Insassen kamen schwer verletzt ins Mindener Johannes-Wesling-Klinikum.

Ob die Renault-Insassen ihr Blaulicht auch beim Überholen des BMW benutzt haben, kann noch nicht gesagt werden.

Wegen des offensichtlich rücksichtslosen Verhaltens der beiden Männer und der Zahl von vier Toten hat sich Staatsanwältin Stefanie Jürgenlohmann am Freitag entschlossen, Haftbefehle gegen die beiden 23-Jährigen zu beantragen, die wie die Opfer aus dem Raum Nienburg stammen. Bis Redaktionsschluss wurde die Entscheidung des Haftrichters nicht bekannt.

Bereits am Freitag fand in einer Moschee in Nienburg die Trauerfeier für die Verstorbenen statt. Hinterbliebene sollen versucht haben, im Mindener Klinikum zu dem Unfallfahrer zu gelangen.

Kommentare

Knast ist sicherer

Sicherer als in einer Zelle könnten es die beiden eigentlich nicht mehr haben.

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