Sa., 03.02.2018

Landgericht Bielefeld verurteilt Trio aus Bünde und Petershagen – Tatorte im Weserraum Lange Haftstrafen für Bankräuber

Vor dem Bielefelder Landgericht wurde das Bankräuber-Trio zu langen Haftstrafen verurteilt.

Vor dem Bielefelder Landgericht wurde das Bankräuber-Trio zu langen Haftstrafen verurteilt. Foto: Thomas F. Starke

Von Ulrich Pfaff

Bünde/Petershagen/Bielefeld (WB). Man kann es mit Fug und Recht ein Mammutverfahren nennen. Zumindest in der Sparte Bankraub. 33 Verhandlungstage hat das Landgericht Bielefeld benötigt, um drei Angeklagte zu verurteilen, die unter anderem Banken in Minden und Rinteln ausgeraubt hatten.

Die am Freitag verhängten Haftstrafen sind lang – denn die Täter sind »schwere Jungs«. Die drei Männer aus Bünde und Petershagen mussten sich seit Dezember 2016 für eine ganze Reihe von Überfällen auf Banken im Weserraum verantworten.

SEK nahm Kriminelle 2016 fest

Der 57 Jahre alte Bünder ging als Komplize mit dem 50-Jährigen aus Petershagen »auf Tour« und stieg im April in Ottenstein (Landkreis Holzminden) nachts in die Volksbank ein: Am Morgen erpressten sie von den Mitarbeitern die Öffnung des Tresors. Die Beute betrug 38.000 Euro. Am 9. Juni 2016 wurden beide von einem Sondereinsatzkommando der Polizei festgenommen, kurz nachdem sie in eine Bank in Hilgermissen bei Nienburg eingedrungen und nach dem Auslösen der Alarmanlage geflohen waren. Ihr Pech: Das Tatfahrzeug war bereits mit einer »Wanze« präpariert worden.

Der 50-Jährige und sein jetzt 21 Jahre alter Stiefsohn hatten bereits im Mai 2015 begonnen, Banken auf rabiate Weise zu »erleichtern«: in Minden-Kutenhausen, in Rinteln-Steinbergen und Hohnhorst-Rehren (Landkreis Schaumburg). Nach der letzten Tat im März 2016 wurde der Heranwachsende geschnappt, wenig später vom Jugendschöffengericht in Stadthagen zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt.

Taten teil brutal begangen

Richter Dr. Thomas Hartmann fasste die in der gut 14 Monate währenden Beweisaufnahme gewonnenen Erkenntnisse des Gerichts detailliert zusammen, ließ die teils brutal begangenen Taten Revue passieren – von der Todesangst der Bank-Mitarbeiter, denen täuschend echt aussehende Pistolen an die Köpfe gehalten wurden bis hin zum Fesseln mit Kabelbindern. Die Quittung fällt stattlich aus: Elfeinhalb Jahre Haft für den 50-Jährigen als Drahtzieher und Haupttäter, neuneinhalb Jahre für den Bünder.

Beide seien Berufsverbrecher, um dies zu erkennen »dazu bräuchten wir keinen Gutachter«, so der Richter. Für eine Sicherungsverwahrung reichten die Voraussetzungen jedoch noch nicht aus. Der 21-Jährige muss nach Jugendstrafrecht fünf Jahre hinter Gitter.

Bünder hat 16 Vorstrafen

Der Bünder beging die Taten, während er auf freiem Fuß war und auf eine Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Paderborn wegen gewerbsmäßigem schweren Diebstahls wartete. Insgesamt beläuft sich sein Register auf 16 Vorstrafen, darunter auch bewaffneter Raub. Der 50-Jährige, ebenfalls mehrfach vorbestraft, war im Frühjahr 2015 aus Mangel an Beweisen vom Vorwurf freigesprochen worden, einen wohlhabenden Physiotherapeuten aus Hüllhorst getötet zu haben.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5482079?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2643772%2F