So., 04.03.2018

Investor soll Recycling-Spezialist aus Porta Westfalica noch im ersten Halbjahr 2018 übernehmen Eigentümerfamilie verkauft Tönsmeier

2000 Tonnen Abfall werden jeden Monat allein in den Hallen von Tönsmeier in Porta Westfalica gesammelt und sortiert.

2000 Tonnen Abfall werden jeden Monat allein in den Hallen von Tönsmeier in Porta Westfalica gesammelt und sortiert. Foto: dpa

Porta Westfalica (WB/ef). Die Eigentümerfamilien Jürgen Tönsmeier und Karin Tönsmeier-Heckroth verkaufen ihr Unternehmen. Noch im ersten Halbjahr soll ein neuer Investor für den Entsorgungsspezialisten (3000 Mitarbeiter) gefunden werden, teilte die Gruppe jetzt mit. Man habe einen ausgewählten Kreis von Interessenten aus dem In- und Ausland angesprochen, heißt es.

Tönsmeier – Top 5 der deutschen Entsorgungswirtschaft – will nach eigenen Angaben die Weichen für die Zukunft stellen. Der Verkaufsentscheidung sei ein umfassender Prozess vorausgegangen, in dem die mittel- und langfristige Wachstumsstrategie festgelegt wurde – vor allem im Hinblick auf das Verpackungsgesetz und die Gewerbeabfallverordnung. Hauptziel dieses Gesetzes ist es, mehr Abfälle aus privaten Haushalten zu recyceln. Als Ergebnis sei für die kommenden Jahre ein Investitionsbedarf für Tönsmeier von mehr als 150 Millionen Euro analysiert worden, der zusätzlich zu den laufenden Investitionen anfallen werde.

Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Gesellschafter hätten geprüft, auf welche Weise die Finanzierung der notwendigen Investitionen dargestellt werden kann. Dabei kam heraus: Die Weiterentwicklung der Gruppe sollte unter einem neuen, kapitalkräftigeren Eigentümer stattfinden. Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Tönsmeier, der diesen Samstag 62 Jahre alt wird: »Wir haben uns bei unserer Entscheidung von der Prämisse leiten lassen, was langfristig im besten Interesse der Gruppe, ihrer Kunden und ihrer Mitarbeiter ist. Die Weiterentwicklung von Tönsmeier in eigener Regie wäre ein finanziell großer Kraftakt für das Unternehmen und die Familie. Diese Realität hatten wir als Eigentümer zu akzeptieren, auch wenn dies uns natürlich nicht leicht gefallen ist.«

Bernd Ranneberg, Sprecher der Geschäftsführung, sagte, das Management unterstütze die Entscheidung der Gesellschafter. »Tönsmeier hat heute eine gute operative und finanzielle Basis und handelt deshalb vorausschauend aus einer Position der Stärke.«

Die Tönsmeier-Gruppe hat 2017 etwa 500 Millionen Euro Umsatz erzielt und ist an 70 Standorten aktiv – darunter in OWL neben Porta Westfalica in Herford, Gütersloh, Lemgo, Espelkamp, Detmold, Halle, Paderborn, Petershagen und Rheda-Wiedenbrück.

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