Di., 12.06.2018

Doch Interesse am neuen Porta-Denkmal ist riesig – Karten zu gewinnen »Ein Kaiser-Denkmal braucht kein Mensch«

Das Kaiserdenkmal aus der Luft.

Das Kaiserdenkmal aus der Luft. Foto: LWL

Von Bernd Bexte

Porta Westfalica (WB). 10.000 Menschen wollen am 8. Juli dabei sein, berichtet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) von einer wahren Anfrageflut. Nur 3500 dürfen aber am Eröffnungstag  das sanierte Kaiser-Wilhelm-Denkmal besuchen. Das WESTFALEN-BLATT verlost 100 Mal zwei Eintrittskarten.

16,4 Millionen Euro – deutlich mehr als geplant – hat der LWL in das Wahrzeichen an der Weser investiert. Das 270 Quadratmeter große Besucherzentrum im neuen Sockel und eine dort eingerichtete Gastronomie sollen das 1896 eröffnete Monument zu einer touristischen Landmarke ersten Ranges machen.

Aus Sicherheitsgründen hat der LWL als Hausherr an der Porta den Zugang am Eröffnungstag allerdings begrenzt. Nur Personen mit Tickets werden an dem Sonntag zu vorgegebenen Fahrtzeiten zwischen 13 und 18 Uhr von reservierten Parkplätzen aus per Bus-Shuttle im Zehn-Minuten-Takt zum sanierten Kaiser-Wilhelm-Denkmal gefahren. »Der Aufenthalt am Denkmal gilt für zwei Stunden ab Ankunft«, erklärt Bauleiter Matthias Gundler.

Das WESTFALEN-BLATT verlost 100 Mal zwei Tickets

Das WESTFALEN-BLATT verlost 100 Mal zwei Tickets (Bändchen), die jeweils zu einer bestimmten Abfahrtsstunde zum Zugang berechtigen. Der Bus-Shuttle fährt vom Porta-Markt in Barkhausen ab. Gewinnen kann, wer am Dienstag und Mittwoch unter 01379/883005 (0,50/Anruf dt. Festnetz, ggf. andere Mobilfunkpreise) anruft. Die Gewinner erhalten jeweils zwei Eintrittsbändchen per Post.

120.000 Besucher pro Jahr hatte das 88 Meter hohe Denkmal bislang – nach dem Leipziger Völkerschlachtdenkmal übrigens das zweitgrößte in Deutschland. Vorsichtig geschätzt erwartet der LWL ab Sommer jährlich 150.000 – mindestens. Aber wofür die Millioneninvestition? Wer braucht heute noch ein Kaiser-Wilhelm-Denkmal? »Kein Mensch«, antwortet LWL-Direktor Matthias Löb fast provokativ. »Aber es geht ja auch nicht darum, dem Kaiser zu alter Herrlichkeit zu verhelfen. Das wollte ja sein Enkel Wilhelm II. Wir wollen zwei Dinge: erstens das Denkmal einordnen – wo ist sein Platz in der Geschichte? Und zweitens Touristen in die Region ziehen.«

Gelände wird videoüberwacht

Das Besucherzentrum erzählt von der Zeit der Römer in Germanien, die schon den Bergeinschnitt an der Porta nutzten, über Preußens Pathos bis zum Elend der Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkrieges in den Stollen unter dem Monument. Der LWL möchte künftig gerade diese dunkle Seite des Denkmals stärker betonen: auch die KZ-Außenlager und die Rüstungsproduktion. »Das zeigen wir alles mit Hilfe der Vereine vor Ort, die schon länger an diesen finsteren Teil der Geschichte erinnern«, erläutert Löb.

Auch die Frage, ob nationale Denkmäler überhaupt noch nötig sind, wolle man beantworten. »Wir zeigen Beispiele aus anderen Ländern und fragen unsere Besucher.« Damit die zu erwartende größere Aufmerksamkeit des Denkmals nicht missbraucht wird – etwa durch den Auftritt rechtsextremer Gruppen – wird das Gelände videoüberwacht.

Der LWL als Eigentümer hatte 2015 beschlossen, bei der Sanierung das Denkmal durch ein Restaurant und das Besucherzentrum samt Ausstellung aufzuwerten. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal gehört zur »Straße der Monumente«, die sieben Denkmäler in Deutschland vereint, darunter das Detmolder Hermannsdenkmal.

Kommentare

WBurg ist nicht KWD

2 Karten hätte ich gerne

Kein Ticket bekommen?

Kein Problem.
Besucht einfach die Wittekindsburg.

2 Kommentare

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