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Fr., 24.11.2017

Auch Flüchtlinge nutzen Berufsorientierungstag in der Sekundarschule Hilfe auf dem Weg in den Job

Auf Initiative des Arbeitskreises Asyl PrO haben 31 Flüchtlinge an einem Berufsorientierungstag in der Sekundarschule Preußisch Oldendorf teilgenommen und ihre Talente getestet.

Auf Initiative des Arbeitskreises Asyl PrO haben 31 Flüchtlinge an einem Berufsorientierungstag in der Sekundarschule Preußisch Oldendorf teilgenommen und ihre Talente getestet.

Preußisch Oldendorf  (WB). Die Berufswahl ist eine große Herausforderung für junge Menschen. Nicht nur 120 Siebtklässler der Sekundarschule erhielten jetzt bei einem Berufsorientierungstag (BOT) Unterstützung, ihre Fähigkeiten und Neigungen zu erkennen. Auch einige Flüchtlinge durften mitmachen.

Ausgerichtet wurde der BOT vom Technikzentrum Minden-Lübbecke in Hille. Dessen Leiterin Karin Ressel initiierte das Projekt »Talenthaus« und leitet solche Orientierungstage seit Jahren in ganz Deutschland (unter anderem in Frankfurt/Main und im gesamten Ruhrgebiet). Der Parcours, bei dem von den Teilnehmern verschiedene pädagogische und fachlich ausgeklügelte Aufgaben zu lösen waren, wurde in der Aula der Schule auf Tischen aufgebaut. Die Aufgaben betrafen zum Beispiel die Berufssparten Metall, Elektrik, Montage, Pflege, Gastronomie, Holzarbeiten aber auch Konzentrationsübungen.

Asyl PrO regt Teilnahme der Flüchtlinge an

Auf Anfrage des Arbeitskreises Asyl PrO hatten sich die Schulleitung und Karin Ressel überzeugt gezeigt, dass der BOT auch von den in Preußisch Oldendorf lebenden Flüchtlingen genutzt werden sollte. »Viele der jungen geflüchteten Menschen suchen Arbeit, kennen aber kaum die Inhalte der angebotenen Berufe. Andere haben in ihren Heimatländern einen Beruf ausgeübt, haben aber auf dem deutschen Arbeitsmarkt keine Chance auf Beschäftigung«, erklärte Beate Heitmeyer, Sprecherin des Arbeitskreises (AK).

Dieser musste im Vorfeld viel Werbung für diese Veranstaltung machen, denn spontan konnte sich so recht keiner der Flüchtlinge vorstellen, was da auf ihn zukam. Außerdem mussten sie von der Arbeit, vom Praktikum oder dem Deutschunterricht freigestellt werden. »Dennoch hat es sich gelohnt«, sagte Beate Heitmeyer. »Mit viel Eifer und Konzentration konnten 31 Flüchtlinge motiviert werden, viele der Stationen auszuprobieren.«

Zwölf ehrenamtliche Helfer

Zu jedem der Versuche gab es eine Aufgabenbeschreibung und ein Arbeitsziel, etwa das Erledigen der Aufgabe innerhalb einer gewissen Frist. Für die Einweisung, aber auch für die Betreuung und Bewertung standen zwölf ehrenamtliche Helfer aus dem Arbeitskreis Asyl PrO zur Verfügung, die auf einem Laufzettel ihren Eindruck von dem jeweiligen Absolventen festhalten sollten. Die Helfer blieben fest an ihrem zugewiesenen Platz. Für die insgesamt neun Kinder der teilnehmenden Frauen war vom Arbeitskreis eine Kinderbetreuung organisiert worden.

Technikzentrumsleiterin Karin Ressel gab den Flüchtlingen im abschließenden Gespräch noch einige wesentliche Dinge mit auf den Weg: »Niemand ist ohne Talente – aber man muss sie erkennen. Niemand verlässt das ›Talenthaus‹, ohne eine Begabung in sich entdeckt oder bestätigt zu finden.« Sie stellte aber auch heraus, dass Begabung allein nicht ausreicht. »Die Zusage für einen Arbeitsplatz ist auch stark von Sympathie abhängig, deshalb sind gutes Benehmen, Höflichkeit und positive Ausstrahlung mindestens genauso wichtig.«

Unkomplizierte Kooperation

Nach Ansicht des Arbeitskreises Asyl PrO hat sich der Aufwand allerdings definitiv gelohnt. »Viele der Teilnehmer haben die unterschiedlichsten Dinge ausprobiert, sie waren sichtlich mit Freude und Engagement bei der Sache. Nun gilt es, die Laufzettel auszuwerten«, erklärt Beate Heitmeyer. Der Arbeitskreis bedanke sich ausdrücklich bei der Schulleitung der Sekundarschule und bei dem Technikzentrum Minden-Lübbecke für die gute und unkomplizierte Kooperation.

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