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Mi., 06.12.2017

Arbeitskreis Asyl PrO und Verein »Wir im Eggetal« gründen Initiative »Bürger fahren Bürger«

Die Ehrenamtlichen der neuen Initiative »Wir machen mobil – Bürger fahren Bürger« freuen sich über ihr neues Auto. Damit soll ein Fahrdienst möglich sein, der Flüchtlinge und andere Bedürftige transportiert, vor allem wenn keine Busse verkehren.

Die Ehrenamtlichen der neuen Initiative »Wir machen mobil – Bürger fahren Bürger« freuen sich über ihr neues Auto. Damit soll ein Fahrdienst möglich sein, der Flüchtlinge und andere Bedürftige transportiert, vor allem wenn keine Busse verkehren. Foto: Eva Kristina Rahe

Preußisch Oldendorf (WB/eva). Die Mobilität von Flüchtlingen zu fördern ist eines der Kernziele des Arbeitskreises (AK) Asyl PrO . Deshalb gründete er die Initiative »Wir machen mobil – Bürger fahren Bürger« gemeinsam mit dem Verein »Wir im Eggetal«.

Fördermittel beantragt

Der AK beantragte eine Förderung aus dem Projekt »500 Landinitiativen« des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Aus der Fördersumme konnte nun ein Fahrzeug erworben werden, das ab sofort für den Transport von Flüchtlingen und anderen bedürftigen Menschen aus Preußisch Oldendorf zur Verfügung steht.

»Für die Integration von Flüchtlingen ist es sehr wichtig, dass sie mobil sind«, erklärt Beate Heitmeyer, Sprecherin des AK. Dafür sei die Einrichtung einer Fahrradwerkstatt ein erster Schritt gewesen. Nun steht allerdings die kalte Jahreszeit an, und das bedeutet, dass lange Wege mit dem Fahrrad beschwerlich werden.

Ohne Auto ist es oft schwierig

Da geflüchtete Menschen meist kein Auto besitzen und keinen Führerschein haben, ist die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs naheliegend. »Der ist allerdings in vielen Ortsteilen, und gerade in entlegenen Ortschaften wie Getmold oder Börninghausen, nicht ausreichend ausgebaut«, sagt Beate Heitmeyer. Zudem würden oft Fahrten in den frühen Morgenstunden anstehen, wenn noch kein Bus fährt.

Aus diesem Grund hat sich der Arbeitskreis Asyl PrO auf Förderung durch das bundesweite Programm »500 Landinitiativen«, das sich für die nachhaltige Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum ein und unterstützt hier vor allem ehrenamtliche Projekte. Aus diesem Topf konnte nun der Kauf eines Autos finanziert werden, das von Flüchtlingen und anderen bedürftigen Menschen genutzt werden kann.

Für alle bedürftigen Bürger

Unterstützt wird der Arbeitskreis vom Verein »Wir im Eggetal«, der nun auch als Ansprechpartner für die Fahrdienste fungiert. Aus der Zusammenarbeit ist das Projekt »Wir machen mobil – Bürger fahren Bürger« entwickelt, das sich ausdrücklich nicht nur an Flüchtlinge, sondern an alle bedürftigen Bürger richtet. »Es geht dabei wirklich um Menschen, die sich kein Taxi leisten können«, erklärt Beate Heitmeyer. »Wir wollen den Taxiunternehmen keine Konkurrenz machen, da setzen wir auch auf Anstand und Moral der Interessierten«, fügt sie hinzu.

Fahrer gesucht

In Zukunft wird es sowohl in Preußisch Oldendorf bei der Begegnungsstätte Mosaik als auch an der Grundschule Börninghausen einen Parkplatz für das Auto geben. Das Fahrzeug wird nur von ehrenamtlichen Fahrern bewegt. »Das Problem ist, dass das Auto vor allem zu Zeiten genutzt werden muss, an denen kein Bus fährt«, erklärt die Pressesprecherin, »also zum Beispiel morgens um 5 Uhr. Dafür suchen wir noch händeringend Fahrer.«

Bürger und Flüchtlinge, die den Fahrdienst nutzen wollen, richten sich entweder an den Arbeitskreis Asyl Pro (www.asyl-pro.de, Telefon 0151/15717844) oder an das Bürgernetzwerk UDO des Vereins »Wir im Eggetal« (udo@wir-im-eggetal.de).

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