Mi., 28.02.2018

Frauen erhalten in Preußisch Oldendorf zum »Equal Pay Day« Vergünstigungen Ein Tag gegen die Lohnlücke

Sie wollen auf den Tag aufmerksam machen, der auf die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen hinweist, den »Equal Pay Day« (von links): Nicole Drumann (Magro), Simone Redeker (Praxis Hand in Hand), Bürgermeister Marko Steiner, Gleichstellungsbeauftragte Andrea Kneller und Astrid Kreuzberg (Degener).

Sie wollen auf den Tag aufmerksam machen, der auf die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen hinweist, den »Equal Pay Day« (von links): Nicole Drumann (Magro), Simone Redeker (Praxis Hand in Hand), Bürgermeister Marko Steiner, Gleichstellungsbeauftragte Andrea Kneller und Astrid Kreuzberg (Degener). Foto: Arndt Hoppe

Preußisch Oldendorf  (WB/aha). Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer, das hat das Statistische Bundesamt berechnet. Auf diese »geschlechtsspezifische Lohnlücke« weist seit zehn Jahren bundesweit der »Equal Pay Day« hin. Zum fünften Mal beteiligen sich auch Preußisch Oldendorfer mit Aktionen an diesem Tag für gleiches Entgelt.

»Das Datum für diesen Tag der gleichen Bezahlung ist nicht beliebig gewählt, sondern orientiert sich an dem Prozentsatz der Lohnlücke«, erklärt Andrea Kneller, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Preußisch Oldendorf. Der Equal Pay Day markiere symbolisch den Tag, bis zu dem die Frauen statistisch gesehen umsonst arbeiten, während Männer seit dem 1. Januar bezahlt werden, erläutert sie. »Der 18. März ist der 77. Tag des Jahres und das entspricht 21 Prozent der 365 Tage des Jahres«, rechnet sie vor.

Vier Unternehmen beteiligen sich

Vier Unternehmen aus der Stadt sind in diesem Jahr mit im Boot und bieten symbolisch Rabattaktionen an. Schuhe und Kleidung für Frauen, sei es auf Beratung oder das gesamte Sortiment. Dazu gehören Optiker und Hörakustiker Degener (mit Nachlass auf Damenschmuck und -uhren), Christine Frehe Floristik und Geschenkartikel (Rabatt auf das gesamte Sortiment), die psychologische Heilpraktiker-Praxis Hand in Hand (kostenfreie Erstberatung bei Terminvergabe am 16. März) und das Kaufhaus Magro. »Alle Magro-Filialen beteiligen sich an diesem Aktionstag«, erklärt Nicole Drumann von dem Kaufhaus, das insgesamt 15 Niederlassungen im Kreis Minden-Lübbecke und in Niedersachsen hat. »Welche Aktionen wir genau machen, entscheidet sich noch. Aber auf jeden Fall wird es auch Info-Stände zu diesem Thema geben.«

»Die Aktionen sind natürlich nicht einfach dazu gedacht, durch Sonderangebote Kunden zu gewinnen. Es soll vielmehr ein niederschwelliges Angebot sein, um auf diesen Tag aufmerksam zu machen«, sagt Andrea Kneller. Denn die Lohnlücke von 21 Prozent sei ein gesellschaftliches Problem. »Alle müssen etwas dafür tun, damit sich da etwas ändert.« Sicherlich gebe es Berufsfelder – wie zum Beispiel den Öffentlichen Dienst – wo es diese Lohnlücke nicht in diesem Maße gebe. »Aber vergleichen wir etwa Krankenschwestern mit Monteuren, die beide eine dreijährige Ausbildung haben, wird deutlich, dass Frauenberufe aufgewertet werden müssen.«

Lohnlücke im Alter noch ausgeprägter

Bürgermeister Marko Steiner, der die Initiative begrüßte, merkte an, dass es grundsätzlich auch Berufe gebe, wie zum Beispiel Erzieherin oder Grundschullehrerin, bei denen ein größerer Männeranteil durchaus gewünscht sei. Andrea Kneller wies darauf hin, dass es gerade in diesen beiden Berufen Überlegungen gebe, sie besser zu entlohnen, um sie auch für Männer attraktiver zu machen. »Männer werden im Übrigen auch in Pflegeberufen benötigt«, sagte Kneller.

Mit dem Unterschied von 21 Prozent stehe Deutschland im europäischen Vergleich weit oben. »Besonders bemerkbar macht sich diese Lücke im Alter. Dort liegt sie nämlich bei 50 Prozent.« Die Lohnlücke sei oftmals bei jungen gut ausgebildeten Frauen noch nicht sehr ausgeprägt. Heirat und Familiengründung veränderten die Situation oft deutlich. Das Ungleichgewicht im Alter ergebe sich daraus, dass die Frauen vielfach nur noch halbtags arbeiten oder sich für einige Jahre der Erziehung widmen würden.

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